Börse Frankfurt
Dax ein wenig im Plus

Der Dax kam heute nur langsam voran. Der US-Arbeitsmarkt läuft zwar besser als erwartet, kann den Dax aber nicht beflügeln. Weitere Konjunkturstützen der Notenbanken bleiben vorerst aus. Volkswagen übernimmt die Dax-Spitze. Auch andere Autowerte waren gefragt.
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HB FRANKFURT. Der Dax zeigt bis zum Handelsende keinen klaren Trend. Die drohende Eskalation des internationalen Währungsstreits hat am Donnerstag die europäischen Aktienmärkte verunsichert. Der Dax gab seine zwischenzeitlichen Gewinne größtenteils wieder ab und beendete den Xetra-Handel lediglich 0,1 Prozent im Plus bei 6 276 Punkten. Der EuroStoxx50 notierte 0,2 Prozent fester bei 2 782 Zählern. An der Wall Street standen die Zeichen eher auf Verkauf: Der US-Standardwerteindex Dow Jones notierte bei Handelsschluss in Deutschland 0,2 Prozent schwächer.

"Der Ton im Währungsstreit wird schärfer und da stellt sich für Einige die Frage: "Stehen wir vor einem Währungskrieg oder gelingt es, sich auf eine gemeinsame Linie zu einigen?'", sagte ein Börsianer. In diesem Zusammenhang warteten Anleger gespannt auf die am Freitag beginnende Herbst-Tagung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF).

Einige Staaten versuchen, ihre schwächelnde Konjunktur durch niedrige Wechselkurse anzukurbeln. Sie versprechen sich davon Wettbewerbsvorteile für die heimische Industrie. In der Kritik steht unter anderem China. IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn warnte in einem Zeitungsinterview vor einer internationalen Krise, sollte die Pekinger Regierung den Yuan nicht stärker aufwerten. Sein Kollege Robert Zoellick von der Weltbank wies auf die wirtschaftlichen Folgen einer Eskalation des Währungsstreits hin.

Mit Gelassenheit reagierten Investoren auf die Beibehaltung des europäischen Leitzinses und die Aussagen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. "Die Politik der ruhigen Hand setzt sich fort", sagte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. "Die EZB sendet weder Signale in Richtung einer geldpolitischen Wende aus, noch entsteht der Eindruck, dass es zu einer zusätzlichen quantitativen Lockerung kommen wird."

Tabellenführer der ersten deutschen Börsenliga war Volkswagen. Die Aktien des Autobauers verteuerten sich um 2,6 Prozent auf 87,13 Euro, nachdem die Tochter Audi für September ein 16-prozentiges Absatzplus bekannt gegeben hatte. Unabhängig davon sagte DZ-Bank-Analyst Michael Punzet eine Fortsetzung der positiven Geschäftsentwicklung voraus und hob sein Kursziel auf 120 von 100 Euro an. Die Titel von Daimler zogen um 2,6 Prozent auf 45,37 Euro an.

Schlusslicht war dagegen HeidelbergCement. Die Rating-Agentur Moody's rechnet in der zweiten Jahreshälfte nicht mehr mit einem Absatzplus für die europäische Baustoff-Industrie. Grund sei die anhaltende Schwäche im Bausektor, vor allem in Spanien und Italien. Darüber hinaus drückten Überkapazitäten auf die Preise. HeidelbergCement rutschten um 4,7 Prozent auf 35,40 Euro. Die Konkurrenten Lafarge, Holcim, CRH und Buzzi Unicem verloren zwischen 1,4 und 4,6 Prozent.

Im Nebenwerte-Index MDax sorgte Demag Cranes mit einem Kursplus von bis zu 12,6 Prozent für Furore. Mit 33,40 Euro war die Aktie zeitweise so teuer wie seit September 2008 nicht mehr. Nach Aussagen einer mit der Angelegenheit vertrauten Person denkt Konecranes über einen Einstieg bei dem Düsseldorfer Unternehmen nach. Die Titel des finnischen Konzerns gewannen an der Börse Helsinki 0,6 Prozent auf 26,55 Euro. Demag schlossen 6,2 Prozent fester bei 31,49 Euro. Weder Konecranes noch Demag-Großaktionär Cevian wollten sich zu den Spekulationen äußern.

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