Börse Frankfurt

Dax entert den Bullenmarkt

Das deutsche Börsenbarometer war am heutigen Handelstag nicht zu bremsen. Für viele Anleger eine unverständliche Rally, die aber einfache Gründe hat. Warum der deutsche Leitindex am Dienstag mehr als 260 Punkte zugelegt hat.
Update: 10.08.2016 - 07:11 Uhr 13 Kommentare
Die Tops und Flops im Juli

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
L&S

+0,26 +0,14%
+183,30€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
Volkswagen
1 von 30

Volkswagen kann den Abgasskandal dank robuster Verkaufszahlen sowie Einsparungen zunehmend besser verkraften. Dafür sprechen die Ende Juli veröffentlichten Quartalszahlen. Der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen kletterte im zweiten Quartal um ein Fünftel auf 4,4 Milliarden Euro, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Sondereinflüsse und Rückstellungen eingerechnet, halbierte sich das Ergebnis jedoch auf 1,9 Milliarden Euro. Für VW-Aktionäre ist das jedoch ein Hoffnungsschimmer. Die Aktie gehört zu den drei Gewinnern im Dax.

Kursänderung zum 29. Juli: +16,1 Prozent

SAP SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007164600
Börse
L&S

-0,23 -0,24%
+92,33€
Chart von SAP SE INHABER-AKTIEN O.N.
SAP
2 von 30

Ebenfalls an die Dax-Spitze ging es für den Software-Hersteller SAP. Das Unternehmen hatte mehr als erwartet verdient und die Analysten überrascht. Die Lizenzerlöse des Softwarekonzerns hätten die Erwartungen übertroffen und die Cloud-Umsätze sähen ordentlich aus, schrieb beispielsweise Analyst Frederick Grieb des japanischen Finanzdienstleisters Nomura.

Kursänderung zum 29. Juli: +16,7 Prozent

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
L&S

-0,46 -0,48%
+94,48€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1
BMW
3 von 30

Größter Dax-Gewinner war jedoch der Automobilhersteller BMW. Das Unternehmen hat wie die Konkurrenz auch den Absatz im Juni kräftig gesteigert. Weltweit wurden 227.849 Fahrzeuge der drei Konzernmarken BMW, Mini und Rolls-Royce verkauft, wie die Münchner mitteilten. Das sind 9,1 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Kursänderung zum 29. Juli: +17,1 Prozent

MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008430026
Börse
L&S

+0,28 +0,14%
+192,07€
Chart von MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Munich Re
4 von 30

Zu den Dax-Flops zählt der Rückversicherer Munich Re. Dieser hat am drittschlechtesten unter den größten börsennotierten Konzernen Deutschlands abgeschnitten. Wie Commerzbank-Analyst Michael Haid in einer Studie feststellt, belastet das Niedrigzinsumfeld den Versicherer.

Kursänderung zum 29. Juli: -0,7 Prozent

Beiersdorf

WKN
ISIN
Börse

Chart von Beiersdorf
Beiersdorf
5 von 30

Ebenfalls im Minus: Aktien von Beiersdorf. Ein rückläufiger Umsatz und gesenkte Ziele für die Klebstoff-Tochter Tesa haben dem Hamburger „Nivea”-Hersteller zu schaffen gemacht. Wegen negativer Währungseffekte schrumpfte der Umsatz von Beiersdorf im ersten Quartal um 1,9 Prozent.

Kursänderung zum 29. Juli: -1,1 Prozent

DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005140008
Börse
L&S

-0,03 -0,19%
+15,28€
Chart von DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Bank
6 von 30

Die Deutsche-Bank-Anleger müssten sich inzwischen daran gewöhnt haben, dass die Aktie ständig Achterbahn fährt. Je nach Nachrichtenlage waren die Papiere des größten deutschen Bankhauses häufig entweder Tagesgewinner oder Verlierer im Index. Besonders der Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) zerrte zuletzt an den Nerven der Anleger. Die Bank befand sich unter den zehn am schlechtesten für den Krisenfall gerüsteten Banken Europas, wenn es nach der Kernkapitalquote geht.

Kursänderung zum 29. Juli: -2,4 Prozent

SALZGITTER AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006202005
Börse
L&S

+1,14 +2,28%
+51,23€
Chart von SALZGITTER AG INHABER-AKTIEN O.N.
Salzgitter
7 von 30

Auch unter den mittleren Werten ging es trotz der Ferienzeit hoch her. So auch bei Salzgitter. Der Wunsch der EU-Gesetzgeber, einheimische Metallhersteller vor chinesischen Billigstahl-Importen zu schützen, spielt dem MDax-Wert in die Karten. Zusätzlichen Schub verliehen den Aktien Spekulationen auf eines möglichen Zusammenschlusses des europäischen Stahlgeschäfts von Thyssen und der indischen Tata Steel.

Kursänderung zum 29. Juli: +17,7 Prozent

FrankfurtDer Dax ist am Dienstag auf den höchsten Stand des Jahres geklettert und setzte sich überdies von seinem Tief vom Februar um 20 Prozent nach oben ab, womit per Definition der Eintritt in einen so genannten Bullenmarkt erfüllt ist. Auch fiel ein Volatilitätsbarometer für Aktien aus der Eurozone auf den tiefsten Stand des Jahres.

In der Spitze ging es bis auf 10.701 Punkte nach oben, zum Handelsschluss notierte die Frankfurter Benchmark bei 10.692 Zahlern, ein Plus von 2,5 Prozent. Wieder einmal trage die Geldpolitik die Kurse, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. So brachte das Ratsmitglied der britischen Notenbank, Ian McCafferty, weitere Maßnahmen zur Eindämmung negativer Folgen des Brexit-Votums ins Spiel. Schon seit Jahren treibt die Geldflut der Notenbanken die Märkte.

Den bisher höchsten Stand hatte das Börsenbarometer direkt zu Jahresbeginn erreicht, bevor Sorgen um die Weltwirtschaft es im Februar bis auf rund 8700 Punkten hatten einknicken lassen. Auch das Brexit-Votum der Briten, das Ende Juni für Turbulenzen gesorgt hatte, scheint mittlerweile abgehakt. Vom Allzeithoch bei gut 12.390 Punkten aus dem Jahr 2015 ist der Dax aber noch ein gutes Stück entfernt.

Am Mittwochmorgen notierte der Dax auf außerbörslichen Plattformen leicht schwächer. Anleger könnten am Mittwoch Gewinne mitnehmen.

Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax gewann am Dienstag 1,4 Prozent auf 21.576 Zähler und für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 1,5 Prozent auf 1729 Punkte nach oben. Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 stieg um 1,5 Prozent.

Ein Grund für die Rally: In den vergangenen zwölf Monaten haben sich Anleger niemals so stark gegen fallende Kurse abgesichert wie in dieser Woche. Das ergaben die Daten der Stuttgarter Börse Euwax. Da plötzlich die Kurse steigen, standen diese Anleger unter Druck, ihre Absicherungspositionen aufzulösen um die Verluste nicht noch weiter zu vergrößern. Das ließ den Kurs rasant weiter steigen.

Auch die aktuelle Stimmung an den Börsen spricht für steigende Kurse. Denn nach der aktuellen Handelsblatt-Umfrage, bei der wöchentlich mehr als 2300 Anleger zur Situation an der Börse befragt werden, hat sich die Investitionsbereitschaft positiv entwickelt. Nicht durch einen Anstieg der Kaufbereitschaft, sondern die Zahl derer, die verkaufen wollen, ist deutlich gesunken.

„Vor dem Hintergrund des dünnen Handelsvolumens in diesen Sommerwochen ist es durchaus möglich, dass diese Stimmungslage bereits für höhere Notierungen ausreicht“, erläutert Sentimentsexperte Stephan Heibel bereits am vergangenen Montag. Denn wenn es  nur noch wenige Verkäufer gibt, um die Kurse steigen zu lassen, reichen wenige verbliebene Käufer für höhere Kurse. 

Auch die Charttechnik signalisierte steigende Kurse. Viele Investoren orientieren sich an der 200-Tage-Durchschnittslinie. Derzeit notiert diese Linie bei rund 10.080 Punkten, der Durchschnittswert der vergangenen zwölf Monate.

Der positive Aspekt: Diese 200-Tage-Durchschnittslinie wurde Mitte Juli von unten nach oben durchstoßen und notiert erstmals seit acht Monaten wieder seitwärts. In der vergangenen Woche wurde die Linie „getestet“, was bedeutet: Der Dax-Chart fiel am vergangenen Dienstag auf diese Linie und prallte nach oben ab – was als Bestätigung eines Aufwärtstrends gilt.

Für Charttechniker gilt neben dem bisherigen Jahreshoch bei 10.485 Zählern, das bereits überwunden wurde, noch die Marke bei rund 10.500 bzw. 10.511 Zählern als wichtig. „Ein Durchbrechen dieser Hürden würde den Bullen enormen Rückenwind verleihen“, meint Jörg Scherer, technischer Analyst bei HSBC Trinkaus bereits vor einigen Tagen.

Munich Re im Blick
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13 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax entert den Bullenmarkt"

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  • Entwertungsflucht der Anleger, deshalb steigt der DAX.
    Bei einer realen Rezession in der Euro-Zone würde er ansonsten natürlich südwärts gehen. Normalerweise, d.h. ohne die verheerenden Markteingriffe der Notenbanken, steigen Aktienkurse nur, wenn die Anleger auch steigende Unternehmensgewinne erwarten.
    Mich interessiert aber wesentlich mehr der Bondmarkt als der Aktienmarkt. Wann laufen die Bondanleger endlich vor den Negativzinsen davon, d.h. wann beginnt endlich der Bondcrash? Was dann mit den Aktien passiert, ist mir persönlich vollkommen gleichgültig...

  • BULLENMARKT ... so ein Schwachsinn ... wohl eher ein kurzfristiges Strohfeuer.

  • Da schläft unser gutes altes Börsentier über Stunden mit leichten Aufwärtstrend aber geringen Umsätzen vor sich hin, und dann scheinen auf einmal irgendwelche Fondsheinis Performancedruck zu bekommen und drehen hier scheinbar völlig durch ....

  • Der nächste Rekord lässt auf sich warten

    &

    BÖRSE FRANKFURT
    Dax ist nicht zum bremsen

    ........

    Wenn die Welt nicht Blind ist...

    so erkennt die Welt dass es

    NICHT EIN REKORD DER STEIGERUNG IST...

    sondern...

    EINEN BEWEIS FÜR DAS VERSAGEN UNSERE WELTWIRTSCHAFT IST...

    EIN REKORD DES WERTVERLUSTES UNSERER WÄHRUNGEN !!!

    Wir Versagen und Versagen und lassen uns das Versagen als positive Rekorde verkaufen !

    Arme Zukunft für uns alle auf dem Erdball !!!


  •  Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette  


  • BÖRSE FRANKFURT
    Dax auf Jahreshoch – und nun?

    ------

    Das VOLK SOLL JETZT VERKAUFEN...GELDER RETTEN !!!


  • BÖRSE FRANKFURT
    Dax auf Jahreshoch – und nun?

    ------
    Wer in Europa Aktien kauft ist selber schuld !

    Wenn Aktien kaufen dann aus dem USA !!!

    PHARMA ist gerade in dem USA so billig ?-DANN KAUFEN !

    Dieser Erdball wird so viel PHARMA benötigen wie noch nie zuvor !!!

    Dieser unser Planet Erde wird nie wieder so sein wie es einst ( durch Geld und Diktaturen ) mit gekaufte Frieden ruhig gestellt war


    .

  • BÖRSE FRANKFURT
    Dax auf Jahreshoch – und nun?

    ------

    Wenn jetzt Russland das genau tat was mit Griechenland nicht ganz gelang...

    und sich die Türkei als FESTER PARTNER DER EURASISCHE UNION SICH ANEIGNET...

    dann hat Russland beste Lebensmittel versorgung und günstiger als aus dem EU-raum !

    WIRTSCHAFTS-EXPERTE IST NIEMAND IN DIESER " EU " !

    Politisch hat Gesamt Europa schon lange verloren da man sich in dieser EU von den schlechteste Politiker Europas führen lässt !

    Brüssel ist nur Teuer...aber nie Gut !!!


  • BÖRSE FRANKFURT
    Dax auf Jahreshoch – und nun?

    ------

    EINST war der ÖLPREIS zu Teuer und blockierte die Wirtschaft in Europa ?

    Noch nie war der Ölpreis so lange so tief wie wir es jetzt haben .

    UND EUROPA IST IM ABSOLUTEN STILLSTAND !

    Und nun sind die Gelder von alle größeren DAX-Unternehmen FREI da die Aktionäre doch jetzt Aktien wie noch nie kauften.

    TROTZDEM ABSOLUTEN STILLSTAND IN ALLE EU-WIRTSCHAFTEN !!!

    WANN bemerken wir 500 MILLIONEN EU-EUROPÄER DIE VON DER " EU " GESTEUERTE TÄUSCHUNGEN ???

    Wir sind das Volk...

    dass noch nie in so moderne Zeiten so schlecht geführt wurden wie in heutigen Tagen und durch die EU !!!

    Die EU täuscht uns alle !!!


  • Ein Verlust-Bringer dieser Dax. Auf 12000 stand der müde Krieger bei einem höheren Euro-Kurs.
    Der schlaue Investor hat sein Geld längst in den USA, die Anlage in der Räte-EU ist doch völlig sinnlos oder besser für die Wurst an der Hauptversammlung, Schiffe sind die wahren Dividenden- Bringer und natürlich steuerfrei. Das freut den Aktionär in seiner Oase.

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