Börse Frankfurt
Dax entert den Bullenmarkt

Das deutsche Börsenbarometer war am heutigen Handelstag nicht zu bremsen. Für viele Anleger eine unverständliche Rally, die aber einfache Gründe hat. Warum der deutsche Leitindex am Dienstag mehr als 260 Punkte zugelegt hat.
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FrankfurtDer Dax ist am Dienstag auf den höchsten Stand des Jahres geklettert und setzte sich überdies von seinem Tief vom Februar um 20 Prozent nach oben ab, womit per Definition der Eintritt in einen so genannten Bullenmarkt erfüllt ist. Auch fiel ein Volatilitätsbarometer für Aktien aus der Eurozone auf den tiefsten Stand des Jahres.

In der Spitze ging es bis auf 10.701 Punkte nach oben, zum Handelsschluss notierte die Frankfurter Benchmark bei 10.692 Zahlern, ein Plus von 2,5 Prozent. Wieder einmal trage die Geldpolitik die Kurse, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. So brachte das Ratsmitglied der britischen Notenbank, Ian McCafferty, weitere Maßnahmen zur Eindämmung negativer Folgen des Brexit-Votums ins Spiel. Schon seit Jahren treibt die Geldflut der Notenbanken die Märkte.

Den bisher höchsten Stand hatte das Börsenbarometer direkt zu Jahresbeginn erreicht, bevor Sorgen um die Weltwirtschaft es im Februar bis auf rund 8700 Punkten hatten einknicken lassen. Auch das Brexit-Votum der Briten, das Ende Juni für Turbulenzen gesorgt hatte, scheint mittlerweile abgehakt. Vom Allzeithoch bei gut 12.390 Punkten aus dem Jahr 2015 ist der Dax aber noch ein gutes Stück entfernt.

Am Mittwochmorgen notierte der Dax auf außerbörslichen Plattformen leicht schwächer. Anleger könnten am Mittwoch Gewinne mitnehmen.

Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax gewann am Dienstag 1,4 Prozent auf 21.576 Zähler und für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 1,5 Prozent auf 1729 Punkte nach oben. Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 stieg um 1,5 Prozent.

Ein Grund für die Rally: In den vergangenen zwölf Monaten haben sich Anleger niemals so stark gegen fallende Kurse abgesichert wie in dieser Woche. Das ergaben die Daten der Stuttgarter Börse Euwax. Da plötzlich die Kurse steigen, standen diese Anleger unter Druck, ihre Absicherungspositionen aufzulösen um die Verluste nicht noch weiter zu vergrößern. Das ließ den Kurs rasant weiter steigen.

Auch die aktuelle Stimmung an den Börsen spricht für steigende Kurse. Denn nach der aktuellen Handelsblatt-Umfrage, bei der wöchentlich mehr als 2300 Anleger zur Situation an der Börse befragt werden, hat sich die Investitionsbereitschaft positiv entwickelt. Nicht durch einen Anstieg der Kaufbereitschaft, sondern die Zahl derer, die verkaufen wollen, ist deutlich gesunken.

„Vor dem Hintergrund des dünnen Handelsvolumens in diesen Sommerwochen ist es durchaus möglich, dass diese Stimmungslage bereits für höhere Notierungen ausreicht“, erläutert Sentimentsexperte Stephan Heibel bereits am vergangenen Montag. Denn wenn es  nur noch wenige Verkäufer gibt, um die Kurse steigen zu lassen, reichen wenige verbliebene Käufer für höhere Kurse. 

Auch die Charttechnik signalisierte steigende Kurse. Viele Investoren orientieren sich an der 200-Tage-Durchschnittslinie. Derzeit notiert diese Linie bei rund 10.080 Punkten, der Durchschnittswert der vergangenen zwölf Monate.

Der positive Aspekt: Diese 200-Tage-Durchschnittslinie wurde Mitte Juli von unten nach oben durchstoßen und notiert erstmals seit acht Monaten wieder seitwärts. In der vergangenen Woche wurde die Linie „getestet“, was bedeutet: Der Dax-Chart fiel am vergangenen Dienstag auf diese Linie und prallte nach oben ab – was als Bestätigung eines Aufwärtstrends gilt.

Für Charttechniker gilt neben dem bisherigen Jahreshoch bei 10.485 Zählern, das bereits überwunden wurde, noch die Marke bei rund 10.500 bzw. 10.511 Zählern als wichtig. „Ein Durchbrechen dieser Hürden würde den Bullen enormen Rückenwind verleihen“, meint Jörg Scherer, technischer Analyst bei HSBC Trinkaus bereits vor einigen Tagen.

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  • Entwertungsflucht der Anleger, deshalb steigt der DAX.
    Bei einer realen Rezession in der Euro-Zone würde er ansonsten natürlich südwärts gehen. Normalerweise, d.h. ohne die verheerenden Markteingriffe der Notenbanken, steigen Aktienkurse nur, wenn die Anleger auch steigende Unternehmensgewinne erwarten.
    Mich interessiert aber wesentlich mehr der Bondmarkt als der Aktienmarkt. Wann laufen die Bondanleger endlich vor den Negativzinsen davon, d.h. wann beginnt endlich der Bondcrash? Was dann mit den Aktien passiert, ist mir persönlich vollkommen gleichgültig...

  • BULLENMARKT ... so ein Schwachsinn ... wohl eher ein kurzfristiges Strohfeuer.

  • Da schläft unser gutes altes Börsentier über Stunden mit leichten Aufwärtstrend aber geringen Umsätzen vor sich hin, und dann scheinen auf einmal irgendwelche Fondsheinis Performancedruck zu bekommen und drehen hier scheinbar völlig durch ....

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