Börse Frankfurt: Dax erkämpft sich ein Plus

Börse Frankfurt
Dax erkämpft sich ein Plus

Der Kurssturz in China verunsichert die Anleger. Am zweiten Handelstag des Jahres trauen sich nach langem Zögern spät einige Schnäppchenjäger aufs Parkett. Sie sorgen für ein leichtes Plus des Deutschen Aktienindex.

FrankfurtWas war das für ein Paukenschlag zum Jahresauftakt: Gleich am ersten Handelstag hatte der Dax am Montag über vier Prozent und damit fast die Hälfte seines ganzen Gewinnes von 2015 verloren. Schwache Konjunkturdaten aus China ließen den Handel in Shanghai abstürzen und erzwangen gar eine Aussetzung des dortigen Börsentreibens. Dementsprechend vorsichtig blieben die Anleger an diesem ersten Dienstag des Jahres. Nach einem freundlichen Frühhandel rutschte der Dax doch wieder ab und lahmte bei mittleren Verlusten durch den Handel, ehe sich am Nachmittag einige Schnäppchenjäger meldeten und der Leitindex 0,26 Prozent fester bei 10.173 Punkten schloss.

Gestützt durch massive Zukäufe der chinesischen Zentralbank – die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von 19 Milliarden Dollar Euro – fingen sich die Handelsplätze im Reich der Mitte. Der Shanghaier Composite, wichtigster Index der Festlandbörsen Chinas, konnte sich nach dem gestrigen Sieben-Prozent-Schock stabilisieren und verlor nur 0,3 Prozent. Der wankendere Composite in Shenzhen hingegen weitete seine achtprozentigen Abschläge um knappe zwei Prozent aus. In Japan gaben die Börsen im Sog dessen leicht nach, der Nikkei verlor 0,4 Prozent auf 18.374 Zähler.

Damit setzte sich für 2016 ein Thema von ganz allein ganz oben auf die Agenda: China und seine schwächelnde Konjunktur. Das Reich der Mitte hatte schon im Spätsommer des vergangenen Jahres gezeigt, wie gewichtig seine Rolle für das weltweite Handelsgeschehen ist, als wiederholt schwache Industriedaten für Tiefstände auf den globalen Marktplätzen sorgten.

Doch die Sorgen beschränken sich nicht nur auf die sich abkühlende Wirtschaftsdynamik. Auch die Wertpapierbörsen Chinas erweisen sich weiterhin als große Unsicherheitsfaktoren. Infolge des China-Crashes führte Pekinger Verwaltung Sicherungsmaßnahme ein. Bereits seit Juli ist es Anteilseignern, die mehr als fünf Prozent eines Unternehmens besitzen, verboten, ihre Aktien zu verkaufen. „Der Verdacht drängt sich auf, dass die Börse dort noch nicht bereit dafür ist, gänzlich ohne die Stützungsmaßnahmen vom Spätsommer 2015 auszukommen", sagt Jochen Stanzl von CMC Markets.

Die Zentralbank Chinas wertete ihren Yuan gegenüber dem Dollar zudem am Montag ab. Erstmals seit mehr als viereinhalb Jahren war das Verhältnis damit schwächer als 6,5 Yuan zu einem Dollar. Auch die Geldpolitik Pekings war im vergangenen Jahr einer der bestimmenden Faktoren. Die Währungshüter hatten die Märkte mit einer Lockerung im Oktober überrascht. Es zeigt sich: An China haben die Börsen in diesem Jahr genug abzuarbeiten.

„Die Nervosität im Markt ist ziemlich gestiegen“, sagte John Plassard von Mirabaud Securities LLP. Die Lage erinnere an August, als die Yuan-Abwertung die Märkte ebenfalls in Aufruhr versetzte: „Auch damals brauchte es Zeit, um die Erholung zu schaffen“.
Europas Marktplätze konnten sich heute nach langem Ringen fangen: Der Leitindex der Eurozone, der Euro-Stoxx-50, schloss nahezu unverändert bei 3.169 Punkten. Der MDax notierte 0,38 Prozent leichter bei 20.179 Punkten, der TecDax gewann 0,65 Prozent auf 1805 Punkte.

Agentur
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