Börse Frankfurt
Dax erlebt nächsten schwarzen Montag

Während die US-Börsen ruhen, herrscht am deutschen Aktienmarkt Ausverkaufsstimmung. Der Dax beschleunigte seine Talfahrt und durchbrach sein Zweijahrestief. Besonders hart traf es die Deutsche Bank.
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FrankfurtDer Dax ist am Montag auf den tiefsten Stand seit September 2009 abgesackt. Nach einem sehr schwachen Start weitete der deutsche Leitindex seine Verluste bis auf 5,7 Prozent auf 5.223 Punkte aus. Am Ende schloss er 5,3 Prozent schwächer bei 5.246 Punkten. „Die Lawine ist ins Rollen gekommen“, sagte ein Börsianer. „Resignation und Perspektivlosigkeit prägen die Stimmung.“ Die Finanzwerte litten vor allem unter einer Vertrauenskrise, fügte ein weiterer hinzu. Von Panik mochte dennoch niemand etwas wissen. „Das ist ein geordneter Abverkauf“, fasste ein Händler zusammen.

Aktienhändlerin Anita Paluch von ETX Capital verwies auf den enttäuschenden US-Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag, der neben der Wall Street auch schon die asiatischen Aktienmärkte belastet hatte. Zudem richte sich die Aufmerksamkeit wieder stärker auf die Eurozone und insbesondere auf die zunehmenden Sorgen, ob Griechenland die notwendigen Reformen schaffe. Als weiteren Belastungsfaktor sah Marktanalystin Louise Cooper von BGC Partners die ungeachtet massiver EZB-Käufe wieder gestiegenen Renditen für italienische Staatsanleihen, nachdem Ministerpräsident Silvio Berlusconi sein Sparpaket verwässert hat.

Der MDax der mittelgroßen Werte büßte 4,9 Prozent auf 8.403 Punkte ein und der Technologiewerte-Index TecDax sackte um 4,5 Prozent auf 697 Punkte ab. Auf der Suche nach „sicheren Anlagehäfen“ nahmen Investoren Kurs auf Bundesanleihen und Gold .

„Es werden wieder die altbekannten Themen - Euro-Schuldenkrise und Sorgen um US-Rezession - gespielt“, sagte ein Börsianer. Da die Wall Street wegen des Labor-Day-Feiertags in den USA geschlossen sei, müsse mit dünnen Umsätzen gerechnet werden. „Somit sollte man sich auf einen kaufarmen Handelstag einstellen, bei dem wieder die eine oder andere Absurdität zu beobachten sein wird.“

Zu den größten Verlierern im Dax zählte die Deutsche Bank, deren Aktien 8,9 Prozent abrutschten. Damit notierten sie auf dem niedrigsten Stand seit März 2009. In den USA steht das Institut wegen umstrittener Hypothekengeschäfte vor Gericht. Darüber hinaus ermitteln die britischen Aufsichtsbehörden einem Zeitungsbericht zufolge wegen Betrugsverdacht gegen die Deutsche Bank. Auch die Titel der Commerzbank sackten im Dunstkreis 5,9 Prozent ab.

Telekom muss bei Platzen von AT&T-Deal um Entschädigung bangen

AT&T muss der Deutschen Telekom beim einem Platzen des Verkaufs von T-Mobile USA einem Insider zufolge unter bestimmten Umständen nicht die vereinbarte Entschädigung von rund sechs Milliarden Dollar zahlen. „Es gibt eine Reihe von bestimmten Optionen, unter den der Vertrag nicht zustande kommt“, sagte eine mit dem Vertrag vertraute Person am Montag zu Reuters. So sei der Deal unter anderem daran gebunden, dass der Wert von T-Mobile USA infolge von Kartellauflagen bis zum Abschluss nicht unter eine gewisse Schwelle falle. Zudem müsse die Übernahme innerhalb einer festgelegten Zeit über die Bühne gehen. Die Telekom-Aktie baute ihre Verluste daraufhin etwas aus, sie lag 4,6 Prozent im Minus. Das Unternehmen wollte sich zu dem Thema nicht äußern.

Goldpreis knapp unter Rekordhoch

Der Goldpreis ist am Montag erstmals seit fast zwei Wochen wieder über die Marke von 1.900 Dollar gesprungen und stand nur knapp unter dem Rekordhoch von 1.913,50 Dollar. Getrieben von einer weiterhin hohen Unsicherheit an den Finanzmärkten und starken Kursverlusten an den Aktienbörsen sprang der Preis für das gelbe Edelmetall zeitweise auf ein Tageshoch bei 1903 US-Dollar je Feinunze (etwa 31 Gramm). Im weiteren Handelsverlauf ist der Goldpreis wieder etwas zurückgefallen und stand gegen Mittag bei 1892,74 Dollar. Das sind 8,94 Dollar mehr als am Freitag.

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Unsichere Perspektive belastet Euro

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  • Es heisst, die Börse sieht wirtschaftliche Entwicklungen voraus. Vielleicht ist es aber auch nur so, dass sie die Entwicklungen hervorruft, ganz im Sinne einer selbsterfüllenden Prophezeiung.

    Dieser Crash hat ein schwachsinniges Ausmaß angenommen.

    Die perfekte Gelegenheit, sich das Depot mit wundervollen deutschen Aktien vollzusaugen. Möglicherweise sind die Kurse in naher Zukunft noch niedriger. Wenn sich aber der Rauch verzogen hat, wird man sich über die tolle Substanz im Depot freuen.

  • Also mal ehrlich das war doch auch alles klar. Die krisse ist nicht einfach zu erklären und wird es noch mehr treffen?.Glaub zwar nicht an den Finanzielen Weltuntergang aber der Kommt noch weil wir nicht aus der ersten Krisse gelernt haben sondern die Zocker weiter Zocken lassen. Wen sich das nicht ändert werden wir daran ersticken.

  • -@ Mischael

    yappy geil, ne
    Shorten
    shorten

    Finanz-Derivate
    Öl "

    2 fach
    3 fach.

    Ich schätze, es waren bisher 50 % (flag) vom Absturz. Ob rauf ob runter
    Hauptsache volatil


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