Börse Frankfurt: Dax erreicht neues Allzeithoch

Börse Frankfurt
Dax erreicht neues Allzeithoch

Warnstreiks, schwächelnde Konjunktur und geopolitische Krisen lassen die Dax-Anleger kalt. Sie bleiben die Ruhe selbst und schicken den Leitindex zum Börsenschluss auf ein neues Allzeithoch von 10.828 Punkten.
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DüsseldorfDie Dax-Anleger kann im Moment anscheinend nichts erschüttern. Kurz vor Börsenschluss schickten sie den Index auf ein neues Rekordhoch von 10.828 Punkten. Der Index ging 1,25 Prozent höher aus dem Handel. Überraschend, denn seit dem frühen Nachmittag hatte sich der Dax kaum bewegt.

Egal was kommt, die Anleger scheinen es derzeit locker zu nehmen. Da verleiht eine leichte Entspannung im Streit zwischen Griechenland und seinen Gläubigern den Index nur noch zusätzlichen Aufwind. Nach der Aufkündigung der Zusammenarbeit mit der Gläubiger-Troika aus Europäischer Union, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) bemühte sich Ministerpräsident Alexis Tsipras Medienberichten zufolge, in Gesprächen mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Parlamentspräsident Martin Schulz die Wogen zu glätten.

„Die neue griechische Regierung hat vergangene Woche mit den Säbeln gerasselt, jetzt scheint sie zurückzurudern”, sagte ein Börsianer. Dies deute darauf hin, dass der Sparkurs wohl im Großen und Ganzen fortgesetzt werde. Ähnlich urteilten die Analysten der US-Großbank Goldman Sachs. „Unser Basis-Szenario ist weiterhin, dass es eine Einigung zwischen Griechenland und seinen Gläubigern geben wird.”

Hinzu kommt, dass nun weitere Details zu den Anleihekäufen der EZB bekannt wurden. Nach Angaben ihres Direktors Benoit Coeure beginnt die EZB in der ersten März-Hälfte mit dem umstrittenen Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren. Da sofortige Auswirkungen dieser geldpolitischen Lockerungen nicht zu erwarten seien, seien Käufe über die Dauer von 19 Monaten geplant, sagte Coeure heute in Budapest. Der Franzose betonte, die EZB werde notfalls mehr tun, sollte nicht wie beabsichtigt das Ziel einer höheren Inflation erreicht werden.

„Die Maßnahmen der EZB überstrahlen aktuell alles, auch die Sorgen um die Weltwirtschaft oder Griechenland, denn diese Geldmengen entbehren jeglicher Vorstellungskraft“, sagte Portfolio-Manager Philipp Müller von der Performance IMC Vermögensverwaltung AG. Er rechnet damit, dass sich der positive Trend an den Börsen daher langfristig fortsetzen wird.

Doch die positiven Impulse an der Börse werden langsam weniger. Das ruft auch durchaus Pessimisten auf den Plan: „Nun könnten wieder negative Faktoren wie die Leitzinswende der Fed, das sich abschwächende Wachstum in China, die Krise in Russland und die Warnstreiks in der deutschen Industrie in den Blickpunkt der Investoren rücken“, sagt Commerzbank-Stratege Andreas Hürkamp.

Erste Enttäuschungen zeichneten sich an den asiatischen Börsen ab. Schwache Konjunkturdaten aus China und den USA haben zum Wochenauftakt die Aktienmärkte in Fernost belastet. Die Industrie in China schrumpfte dem offiziellen Einkaufsmanagerindex zufolge im Januar erstmals seit fast zweieinhalb Jahren wieder. Zusätzlich setzte den Anlegern am Montag ein unerwartet geringes Wirtschaftswachstum in den USA zu. Die weltgrößte Volkswirtschaft verlor nach einem deutlichen Plus des Bruttoinlandsprodukts 2014 zum Ende des Jahres an Schwung.

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  • Sorry, Plutarch sagte das über Wein, nicht über Whisky.
    Übrigens gibt es aber auch Weininvestment.
    Ist aber nur was für absolute Profis, da die Ware u.a. durch falsche Lagerung verderben kann. Und so kann man selbst einen über Jahrzehnte lagerfähigen Spitzenwein wie beispielsweise Chateau Latour ruinieren...

  • Leute, kauft einfach Aktien bevor es keine mehr gibt.

    Selbst "deltaone" hat jetzt welche.

    Wer braucht schon Wirtschaftswachstum, wenn es QE gibt. Pimp, UP my Dax, Mario!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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