Börse Frankfurt
Dax fällt deutlich unter 10.000 Punkte

Am Frankfurter Aktienmarkt herrscht am Dienstag Verkaufsstimmung. Besonders kräftig geht es für die Commerzbank runter, die Aktie gibt knapp zehn Prozent nach. Der Kurssturz hat mehrere Gründe.

FrankfurtWie gewonnen, so zerronnen: Europas Aktienanleger haben am Dienstag nach enttäuschenden Bilanzen Kasse gemacht. Der Dax fiel zum Handelsschluss um 1,9 Prozent auf 9926 Punkte und gab damit die Gewinne der vergangenen zwei Wochen wieder ab. Der Euro Stoxx 50 verlor 1,8 Prozent. Besonders der zwischenzeitlich mit fast elf Prozent größte Kurssturz seit gut drei Jahren bei der Commerzbank sorgte für lange Gesichter.

„Das sieht im Moment gar nicht gut aus für die Unternehmen“, sagte ein Börsianer. „Der hohe Euro hinterlässt immer tiefere Spuren in den Bilanzen.“ Der Chipkonzern Infineon stutzte deshalb seinen Jahresausblick. Auch andere Konzerne leiden unter den wechselkursbedingt schlechteren Wettbewerbschancen. Der Euro kletterte zeitweise um fast einen US-Cent über 1,16 Dollar und stand damit so hoch wie seit August vorigen Jahres nicht mehr. Und als der Euro wieder unter 1,15 Euro fiel, konnten die Aktien davon nicht profitieren. Hinter dem Höhenflug stehen Spekulationen auf vorerst weiter niedrige Zinsen in den USA.

Im Moment werde an der Börse vor allem wegen der negativen Nachrichten gehandelt, stellte die Strategin Frances Hudson von Standard Life Investments in Edinburgh fest. Selbst wer mit einem insgesamt schwachen ersten Quartal gerechnet habe, könne nun wegen einer Fortsetzung dieses Trends in das zweite Quartal besorgt sein.

In Scharen flohen die Anleger aus der Commerzbank, die nach einem ernüchternden ersten Quartal selbst daran zweifelt, den Milliardengewinn des Vorjahres wiederholen zu können. Die Unruhe an den Kapitalmärkten und die Folgen der Niedrigzinsen hinterließen Spuren in der Quartalsbilanz. Die Aktien der zweitgrößten deutschen Bank stürzten daraufhin bei sehr hohem Umsatz zwischenzeitlich um 10,9 Prozent auf 7,21 Euro ab. Das war der größte Kurssturz seit dem 13. März 2013, als die Commerzbank mit einer milliardenschweren Kapitalerhöhung die Anleger vergrault hatte. Zum Handelsschluss lag die Aktie bei 7,33 Euro - ein Minus von 9,5 Prozent.

Auch die meisten übrigen Finanzinstitute gerieten unter die Räder - allen voran die UBS, die um 8,6 Prozent einbrachen. Die größte Bank der Schweiz hatte zu Jahresbeginn deutlich weniger verdient. Im Sog von UBS und Commerzbank gaben auch die Titel der Deutschen Bank um knapp sechs Prozent nach. Die italienischen Geldhäuser setzten ihre Talfahrt nach dem gefloppten Börsengang der Banca Popolare di Vicenza fort und büßten im Schnitt über drei Prozent ein.

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