Börse Frankfurt: Dax fällt tief ins Minus

Börse Frankfurt
Dax fällt tief ins Minus

Die Sorge vor einem Übergreifen der Unruhen aus Nordafrika auf den weltgrößten Ölexporteur Saudi-Arabien belastet die Märkte. Der Dax fällt bis Handelsende tief in die Verlustzone.
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Frankfurt/DüsseldorfDie Stimmung am Aktienmarkt kühlt ab. Der Dax hat seinen jüngsten Höhenflug beendet und am Dienstag Verluste eingefahren. Der Leitindex ging mit minus 0,67 Prozent bei 7223 Punkten aus dem Handel, nachdem er im Tagesverlauf noch bis auf 7356 Punkte geklettert war. Für den MDax ging es um 0,11 Prozent auf 10.304 Punkte nach oben, der TecDax dagegen büßte 0,18 Prozent auf 900 Punkte ein.

Die Sorge vor politischer Instabilität beflügelt auch den Goldpreis: Der Preis für eine Feinunze des Edelmetalls legte nochmals zu und notiert jetzt bei 1428 Dollar - das ist 1,2 Prozent mehr als sein letztes Allzeithoch.

Zudem habe der Markt verschnupft auf gute Konjunkturzahlen reagiert, sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. „Das fordert die Zentralbanken heraus, möglicherweise ihre laxe Geldpolitik aufzugeben.“ Vor diesem Hintergrund gehe bei Anlegern die Sorge vor einer Erhöhung der Zinsen um.  In den USA hatte sich die Stimmung der Einkaufsmanager für das Verarbeitende Gewerbe stärker als erwartet aufgehellt. Zudem hatte der US-Notenbankchef Ben Bernanke gesagt, dass es vermehrt Hinweise für eine anhaltende Erholung der Wirtschaft gebe.

Auf die Stimmung drückte auch, dass der saudi-arabische Standardwerte-Index um knapp sieben Prozent eingebrochen war. Dies gehe mit der Sorge einher, dass die Unruhen in der arabischen Welt auf das wichtige Ölförderland Saudi-Arabien übergreifen könnten.  Im Blick waren die Aktien der SGL Group, nachdem am Vortag der Einstieg des Autobauers Volkswagen bei dem Kohlenstoffspezialisten bekannt geworden war.

Die SGL-Titel schnellten mit plus 5,11 Prozent auf 28,400 Euro an die Spitze des MDax, nachdem sie tags zuvor schon um rund sechs Prozent gestiegen waren. Ein Händler bezeichnete die VW-Beteiligung als sehr interessant, weil Susanne Klatten als Großaktionärin von BMW bereits Anteile an SGL halte. VW-Aktien lagen indes im Dax mit 1,59 Prozent im Minus bei 120,95 Euro.  Klar besser schlugen sich die Aktien von BMW, die sich um 1,51 Prozent auf 59,670 Euro verteuerten. Der Autohersteller hatte sich auf dem Genfer Autosalon positiv zu seinen Februar-Absätzen geäußert.

MAN-Papiere verloren hingegen 1,34 Prozent auf 90,78 Euro. Börsianer begründeten das damit, dass die Hoffnung auf eine schnellen Zusammenschluss von MAN und Scania einen Dämpfer erhalten habe. VW- Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hatte in Genf gesagt, dass es erst dann zu einer Allianz kommen könne, wenn der Streit um die Schmiergeldaffäre bei der früheren MAN-Tochter Ferrostaal gelöst sei.

Die Aktien von ProSiebenSat.1 gewannen im MDax 1,60 Prozent auf 23,820 Euro. Börsianer verwiesen auf einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“, wonach die Verlagsgruppe Axel Springer eine Beteiligung an dem TV-Konzern erwägen soll. Eine Springer-Sprecherin bezeichnete den Bericht jedoch als reine Spekulation.  

Für den auf Leuchtdioden-Anlagen spezialisierten Maschinenbauer Aixtron war 2010 das dritte Rekordjahr in Folge, auch im laufenden Jahr rechnet der Konzern mit einem Wachstum. Die Papiere kletterten im TecDax um 3,60 Prozent auf 30,950 Euro. Die Titel des Autovermieters Sixt sprangen im SDax nach vorläufigen Zahlen um 7,12 Prozent auf 34,760 Euro an.

Der EuroStoxx 50 sank um 1,01 Prozent auf 2983 Punkte. Auch die Leitindizes in Paris und London verbuchten ein Minus. In New York lag der Dow Jones zum europäischen Handelsschluss in der Verlustzone.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,88 (Montag: 2,83) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,29 Prozent auf 122,34 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,01 Prozent auf 124,13 Punkte. Der Euro gab nach: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3825 (1,3834) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7233 (0,7229) Euro.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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