Börse Frankfurt
Dax fällt um 1,7 Prozent

Nachdem die Hoffnung auf ein schnelles Ende der europäischen Schuldenkrise nicht lange anhielt, ziehen sich die Anleger zurück. Auch das Säbelrasseln in Korea bereitet den Anlegern Sorgen. Der Dax verliert bis zum Hendelsende deutlich an Boden. Finanztitel befinden sich weiter auf Talfahrt.
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HB FRANKFURT. Schlechte Zeiten für deutscjhe Aktionäre. Angesichts der europäischen Schuldenkrise und militärischer Spannungen in Korea haben Anleger am Dienstag die Finger von Aktien gelassen. Der Dax rutschte 1,7 Prozent auf 6705 Zähler ab. "Es kommen einige Dinge zusammen, welche die Anleger verunsichern", sagte ein Händler. Börsianer rätselten insbesondere darüber, ob nach Irland ein weiteres Mitglied der Euro-Zone unter den europäischen Schutzschirm flüchtet. Als Kandidat für Finanzhilfen gilt bei vielen Analysten Portugal. "Bis es Klarheit gibt, ist weiter Zurückhaltung angesagt", sagte ein anderer Händler. Der EuroStoxx50 für die Eurozone verlor 2,4 Prozent auf 2744 Zähler.

Bereits am Montag hatte es Anleger beunruhigt, dass die irische Regierung möglicherweise ihr Sparpaket nicht durchs Parlament in Dublin bekommt. Die Unsicherheit an den Märkten bekam am Dienstag auch Spanien zu spüren. Es musste bei der Ausgabe neuer Anleihen höhere Zinsen als zuletzt berappen. Der Euro ging auf Talfahrt und war mit 1,3373 Dollar so billig wie zuletzt Ende September.

Finanzwerte setzten europaweit ihre Talfahrt fort, der Stoxx-Branchenindex fiel um zwei Prozent. Angeschlagen blieben insbesondere die Titel der irischen Banken: Allied Banks stürzten um knapp 20 Prozent, Bank of Ireland um 23 Prozent ab. In Madrid fielen die Papiere von Banco Santander und BBVA um 4,7 beziehungsweise vier Prozent, in Paris Societe Generale 4,7 Prozent. Etwas besser hielten sich die beiden Bankaktien im Dax: Commerzbank verloren 2,1 Prozent, Deutsche Bank 2,3 Prozent.

Aufmerksam verfolgten die Anleger laut Börsianern am Dienstag die zunehmenden Spannungen zwischen Nord- und Südkorea. Die Armeen beider Staaten lieferten sich eines der schwersten Feuergefechte sei Jahrzehnten, es gab Tote und Verletzte. "Der Konflikt zwischen Nord- und Südkorea wird offenbar schärfer als sonst ausgetragen", sagte ein Börsianer. Anleger fürchteten daher einen militärischen Konflikt in der Wachstumsregion Asien, der die Weltwirtschaft belasten könnte.

Schließlich verdarben schwache Daten vom kriselnden US-Immobilienmarkt den Anlegern die Laune. In der weltgrößten Volkswirtschaft war im Oktober die Zahl der verkauften Eigenheime gesunken. Laut Postbank-Volkswirt Thilo Heidrich dürfte sich dies kaum ändern, solange die Arbeitslosigkeit in den USA hoch bleibt. Die US-Börsen lagen im frühen Geschäft ebenfalls deutlich im Minus.

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  • Die Frage ist doch, ob wirklich jemals ein Staat pleite gehen wird? Das werden die banken und die Notenbanken sicher nicht zulassen.
    Solch gute Zinsenzahler wie Staaten will man ja weiter behalten...

    Ansonsten werden die ausgegeben Staatsanleihen einfach halbiert ;-)

    Das Thema ist ziemlich langweilig, natürlich haben die Staaten mörderische Schulden, wenn die Wirtschaft einbricht, das erholt sich wieder...

    Schon dieses Jahr gab es gute Gewinne, da gibs auch bald wieder gute Steuern.

  • Nach ern hat es in der vergangenen Woche nicht ausgesehen. Eher wie zu viel Geld im Markt, was irgendwo hin musste.

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