Börse Frankfurt

Dax fällt unter 11.000 Punkte

Der Kampfjet-Abschuss verunsichert Europas Anleger. Der Dax ist am Dienstag auf Talfahrt gegangen und schloss deutlich im Minus. Auf den überraschend guten Ifo-Index ist eine positive Reaktion ausgeblieben.
Update: 24.11.2015 - 15:06 Uhr

Kampfjet-Abschuss zwingt Börsen in die Knie

FrankfurtDie Furcht vor wachsenden Spannungen zwischen der Türkei und Russland hat den europäischen Börsen am Dienstag zugesetzt. Der Dax ist nach seiner jüngsten Rally am Dienstag wieder unter die Marke von 11.000 Punkten gerutscht. Der Dax schloss am Dienstag 1,4 Prozent im Minus bei 10.933 Punkten. Der MDax verlor am Dienstag 1,5 Prozent auf 20.942 Punkte und der TecDax sank um 1,8 Prozent auf 1.795 Punkte. Für den EuroStoxx 50 ging es um 1,2 Prozent abwärts.

Auslöser für die Verkäufe war die Aussage des russischen Präsidenten Wladimir Putin, der Abschuss eines russischen Kampfjets durch türkisches Militär werde "ernsthafte Konsequenzen" für die gegenseitigen Beziehungen haben. Der Vorfall sei ein "Messerstich in den Rücken". Die Anleger an den Börsen in Istanbul und Moskau ergriffen die Flucht: Die Länderindizes brachen um je mehr als vier Prozent ein. Auch Rubel und Lira gaben nach.

Der unerwartet gute Ifo-Index konnte an den deutschen Märkten kaum etwas ausrichten. Die Stimmung in deutschen Unternehmen hellte sich im November deutlich auf. Das Ifo-Geschäftsklima signalisierte, dass sich die deutsche Wirtschaft von der zunehmenden weltweiten Unsicherheit nicht sonderlich beeindrucken ließ. „Nicht einmal die Anschläge von Paris haben sich in den Daten negativ bemerkbar gemacht“, kommentierte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Das sind die Dividendenkönige im Dax

DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005557508
Börse
Xetra

-0,03 -0,21%
+14,41€
Chart von DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 10: Deutsche Telekom
1 von 10

Jahrelang zählte die T-Aktie zu den dividendenstärksten Werten. Diese Zeiten sind vorbei. Denn der Aktienkurs steigt nach langer Flaute wieder, allein in den vergangenen zwölf Monaten um 35 Prozent. Das lässt die Dividendenrendite fallen. Mit 3,1 Prozent liegt sie aber immer noch über dem Durchschnitt. Alle 30 Dax-Konzerne zusammen erbringen im Schnitt nur 2,7 Prozent.

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
Xetra

+0,89 +0,96%
+93,24€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN
Platz 9: BMW
2 von 10

Weltweit starke Geschäfte bescheren dem Premiumhersteller einen Rekordgewinn nach dem nächsten. BMW „plagt“ ein Luxusproblem: Die Dividende steigt Jahr für Jahr rasant, der Aktienkurs ebenso. Deshalb stagniert die sich am Kurs orientierende Dividendenrendite. Sie liegt „nur“ bei 3,3 Prozent.

SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007236101
Börse
Xetra

+0,34 +0,28%
+122,54€
Chart von SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 8: Siemens
3 von 10

Ein Klassiker unter Dividendenjägern ist der Münchener Elektronikriese. In jedem Jahr taucht Siemens unter den Top-10 der höchsten Renditen im Dax auf. Auch Siemens kauft eigene Aktien zurück und muss deshalb weniger Geld für seine Dividenden ausgeben. 2016 dürfte die Ausschüttungsrendite 3,6 Prozent betragen.

BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BASF111
Börse
Xetra

+0,77 +0,82%
+94,32€
Chart von BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 7: BASF
4 von 10

Der weltweit größte Chemiehersteller überzeugt Jahr für Jahr mit hohen Dividenden und Renditen. Fast immer steigen die Ausschüttungen. Seltene Ausnahme war zuletzt die Wirtschaftskrise 2009, von der auch BASF nicht verschont blieb. Die Devise heißt: In guten Jahren gibt es mehr, in mäßigen oder schlechteren Jahren nur genauso viel. 2015 war bislang ein mäßiges Jahr, deshalb dürfte die Dividende 2016 bei 3,6 Prozent „nur“ stabil bleiben.

DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007100000
Börse
Xetra

+0,42 +0,57%
+74,35€
Chart von DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 6: Daimler
5 von 10

Anders als der skandalgeplagte VW-Konzern dürfte der Stuttgarter Autobauer seine Dividende im nächsten Frühjahr kräftig erhöhen. Denn ungeachtet des sich abflauenden Wirtschaftswachstums in China legt Daimler in dem größten Schwellenland in atemberaubenden Tempo zu. Auch in den USA laufen die Geschäfte hervorragend. Das treibt die Gewinne, den Aktienkurs – und die Dividende. Laut Berechnungen des Handelsblatt könnte sie im kommenden Jahr auf 3,9 Prozent steigen.

MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008430026
Börse
Xetra

+1,70 +0,89%
+192,25€
Chart von MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 5: Münchener Rück
6 von 10

Seit 1969 hat der Rückversicherer seine Dividende nicht mehr gesenkt. Erklärtes Ziel ist eine absolut verlässliche Dividendenpolitik. Die Münchener Rück kauft fleißig eigene Aktien zurück. Das versetzt den größten Rückversicherer der Welt die Lage, die Dividendenrendite im nächsten Frühjahr zu auf 4,3 Prozent zu erhöhen, ohne dass die Dividendenausschüttung steigt.

ALLIANZ SE VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008404005
Börse
Xetra

+1,10 +0,54%
+203,45€
Chart von ALLIANZ SE VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 4: Allianz
7 von 10

Der Versicherer ist ein Garant für üppige Dividenden und Renditen. Gemessen an Dividendenverlässlichkeit, Dividenden-Steigerungen und Dividenden-Rendite zählt die Allianz nicht nur jetzt, sondern seit Jahren zu den attraktivsten Werten im Dax. 2016 wird die Dividendenrendite voraussichtlich 4,6 Prozent betragen.

Unter den deutschen Einzelwerten blieben die Anteilsscheine von Volkswagen wegen des Abgasskandals im Fokus. Sie legten den nunmehr achten Handelstag in Folge zu und gewannen an der Dax-Spitze mehr als 5 Prozent. Die Anleger ignorierten weitere negative Meldungen über manipulierte Software in den USA und schauten stattdessen auf Europa. Dort sind mit Blick auf bevorstehende Rückrufe von Dieselfahrzeugen keine großen Umrüstungen nötig. Zudem hob Analyst Patrick Hummel von der Schweizer Großbank UBS sein Kursziel für die VW-Vorzüge an und bekräftigte seine Kaufempfehlung.

Die Anteilsscheine der Lufthansa büßten im Dax fast 4 Prozent ein. Zur Adventszeit steht schon der nächste Streik auf dem Programm. Keine zwei Wochen nach dem bislang härtesten Arbeitskampf in der Geschichte des Unternehmens hat die Gewerkschaft Ufo die Flugbegleiter zur erneuten Arbeitsniederlegung aufgerufen.

Ein zurückhaltender Ausblick von Hugo Boss und ein negativer Analystenkommentar des Bankhauses Nomura haben die Luxusgüter-Hersteller am Dienstag europaweit auf Talfahrt geschickt. Burberry, Salvatore Ferragamo, Kering, LVMH, Moncler, Richemont und Swatch verloren bis zu 5 Prozent. Hugo Boss fielen zeitweise um 5,9 Prozent auf ein Drei-Jahres-Tief von 80,35 Euro.

Der deutsche Modekonzern rechnet mit anhaltend schleppenden Geschäften in den USA und China. Daher setzte er ein Fragezeichen hinter das Ziel, die Gewinnmarge bis 2020 auf 25 Prozent zu steigern. Nomura-Analyst Christopher Walker warnte unterdessen, dass die Erwartungen der Anleger an die Ergebnisentwicklung der Branche 2016 wohl überzogen seien. Er rechnet nur mit einem Wachstum von fünf Prozent. Vor allem das US-Geschäft leide unter der Aufwertung des Dollar. Walker senkte daraufhin die Kursziele für ein knappes Dutzend Unternehmen und stufte einige zusätzlich herunter.


  • dpa
  • rtr
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