Börse Frankfurt

Dax fällt wieder ins Sommerloch

Europas Aktienbörsen sind am Montag wenig vielversprechend in die neue Woche gestartet. Nach anfänglichen Kursgewinnen beendeten die wichtigsten Indizes den Handel im Minus. Der weiter hohe Euro dämpfte die Kauflaune.
Update: 07.08.2017 - 17:39 Uhr 2 Kommentare

So sorgt Fresenius mit einem Einkauf für sinkende Kurse

So sorgt Fresenius mit einem Einkauf für sinkende Kurse

Der Dax fiel bis zum Handelsschluss um 0,3 Prozent auf 12.257 Punkte, der Euro Stoxx 50 verlor 0,1 Prozent auf 3503 Zähler. „Das ist kein richtiger Trend, die Geschäfte sind mau, die Kursbewegungen fast Zufall“, fasste ein Händler zusammen. „Wir sind jetzt mitten im Sommerloch.“ Zwar laufe diese Woche die Bilanzsaison noch weiter, aber dennoch seien viele Anleger nicht da. „Der August ist einfach der klassische Ferienmonat schlechthin.“ Der weiter hohe Euro dämpfe zudem in Europa die Kauflaune.

Der Euro notierte mit rund 1,18 Dollar etwa einen US-Cent unter seinem Zweieinhalb-Jahres-Hoch aus der Vorwoche. Doch fürchten viele Börsianer, dass die Dollar-Erholung nur ein Strohfeuer ist. „Die Wirtschaft der Euro-Zone ist stark, während der US-Dollar aufgrund des politischen Dramas in Washington immer unattraktiver wird“, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. US-Präsident Donald Trump hat bislang keines seiner zentralen Wahlkampf-Versprechen eingelöst. Zudem zweifeln einige Analysten am Tempo der geplanten Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Fed.

„Der Dax kann wirklich bald unter 12.000 Punkte fallen“

„Der Dax kann wirklich bald unter 12.000 Punkte fallen“

Analyst Dirk Gojny von der Essener National-Bank bezweifelte wegen der geringen Lohnsteigerungen und der unverändert geringen US-Inflation, dass die US-Notenbank Fed die geldpolitischen Zügel rasch anziehen und den Abbau der billionenschweren Wertpapierbestände bald angehen wird. „Immerhin ist die Leitzinsanhebung im Dezember aus Sicht der Kapitalmärkte wieder wahrscheinlicher geworden.“

Der hohe Wechselkurs erschwert europäischen Unternehmen auf dem Weltmarkt den Wettbewerb, da er ihre Waren teurer macht. Dies belastet vor allem den Dax mit seinen vielen Export-Unternehmen. Doch auch enttäuschende deutsche Konjunkturdaten bremsten ihn am Montag. So hatten die deutschen Unternehmen im Juni ihre Produktion überraschend gedrosselt, während Analysten mit einem kleinen Plus gerechnet hatten.

Im Dax standen FMC mit einem Abschlag von 1,5 Prozent im Fokus. Der Dialysekonzern kauft in den USA einen auf die Heim-Dialyse spezialisierten Konzern, der allerdings aktuell noch in den roten Zahlen steckt. Während Analysten die Übernahme für strategisch sinnvoll erachten, kommt sie einigen Börsianern als sehr teuer vor.

Im TecDax stiegen Xing zwischenzeitlich um 5,7 Prozent auf ein Rekordhoch von 265,35 Euro. Die Online-Jobbörse gewann im ersten Halbjahr so viele neue Nutzer wie noch nie. Compugroup stürzten dagegen um fast neun Prozent ab. Medienberichten zufolge steht die elektronische Gesundheitskarte vor dem Aus.

Ansonsten prägten Analystenempfehlungen das Auf und Ab der Kurse: Im MDax kletterten Wacker Chemie um über vier Prozent, nachdem die Analysten der UBS ihre Verkaufsempfehlung kassiert und die Aktien auf „neutral“ hochgestuft hatten. Im TecDax katapultierte eine Kaufempfehlung der Deutschen Bank Evotec um zeitweise zehn Prozent in die Höhe. Die Analysten hatten die Papiere der Biotechfirma auf „buy“ von „hold“ hochgestuft.

Außerhalb der Indizes stiegen Vapiano zeitweise um acht Prozent. Mehrere Analysten hatten die Aktien der Restaurantkette, die seit dem Börsengang Ende Juni nicht so recht vom Fleck kamen, zum Kauf empfohlen.

Unterdessen trieben Spekulationen auf einen Angebotsengpass den Preis für Stahl an der Börse Shanghai auf 3928 Yuan (585 Dollar) je Tonne. Das ist der höchste Schlusskurs seit viereinhalb Jahren. In seinem Windschatten verteuerte sich Eisenerz auf 564 Yuan (84 Dollar). Die chinesische Regierung hat Stahlhütten in mehreren Regionen angewiesen, die Produktion im Winter zu halbieren. Damit soll die Smog-Belastung während der Heiz-Periode reduziert werden.

Warum die Lufthansa-Aktie fiel – und ein Wafer-Hersteller weiter wächst

KION GROUP AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000KGX8881
Börse
L&S

+1,58 +2,10%
+76,94€
Chart von KION GROUP AG INHABER-AKTIEN O.N.
Top 10: Kion Group
1 von 20

Die Gruppe ist ein weltweit führender Anbieter von Gabelstaplern, Lagertechnik und verbundenen Dienstleistungen. An der Börse heißen die Anleger im Juli diese Aktivitäten gut und bescheren Kion ein zweistelliges Plus.

Kursveränderung 01.07.2017-31.07.2017: + 10,31 Prozent

Quelle: Bloomberg

S&T AG INH.-AKT.(Z.REG.MK.ZUGEL.)O.N.

WKN
ISIN
AT0000A0E9W5
Börse
L&S

+0,08 +0,38%
+21,71€
Chart von S&T AG INH.-AKT.(Z.REG.MK.ZUGEL.)O.N.
Top 9: S&T
2 von 20

Tim Wunderlich, Analyst der Privatbank Hauck & Aufhäuser, traut dem TecDax-Unternehmen in den kommenden Jahren ein stärkeres Wachstum bei Umsatz und Gewinn zu. Im Juli legte die Aktie um knapp zwölf Prozent zu.

Kursveränderung 01.07.2017-31.07.2017: + 11,8 Prozent

LEONI AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005408884
Börse
L&S

+1,14 +1,79%
+64,25€
Chart von LEONI AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Top 8: Leoni
3 von 20

Nach einem starken ersten Halbjahr hat der Automobilzulieferer seine Gewinnprognose erhöht. Das Umsatzziel von 4,6 Milliarden Euro dürfte ebenso übertroffen werden, sofern die Metallpreise hoch bleiben.

Kursveränderung 01.07.2017-31.07.2017: + 12,32 Prozent

NORMA GROUP SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A1H8BV3
Börse
L&S

+0,55 +0,93%
+59,72€
Chart von NORMA GROUP SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Top 7: Norma Group
4 von 20

Vor allem in Asien liefen die Geschäfte zuletzt rund. Norma hob seine Jahresziele Mitte Juli an, sehr zur Freude der Aktionäre.

Kursveränderung 01.07.2017-31.07.2017: + 12,72 Prozent

RATIONAL AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007010803
Börse
L&S

+2,90 +0,53%
+559,45€
Chart von RATIONAL AG INHABER-AKTIEN O.N.
Top 6: Rational
5 von 20

An der Prognose der Ebit-Marge zwischen 26 und 27 Prozent hielt Rational im Juli fest. Details zum zweiten Quartal will der Küchenausrüster am 8. August veröffentlichen.

Kursveränderung 01.07.2017-31.07.2017: + 13,89 Prozent

ADIDAS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A1EWWW0
Börse
L&S

+11,54 +6,74%
+182,37€
Chart von ADIDAS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Top 5: Adidas
6 von 20

Adidas glänzt, hieß es zuletzt allenthalben. In dieser Woche berichtet der Sportartikelhersteller, der bereits mit seinen vorläufigen Zahlen und einer Prognoseanhebung gepunktet hat, ausführlich über das zweite Quartal. An der Börse jubeln bereits die Anleger.

Kursveränderung 01.07.2017-31.07.2017: + 15 Prozent

WIRECARD AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007472060
Börse
FSE

+0,35 +0,32%
0,00€
Chart von WIRECARD AG INHABER-AKTIEN O.N.
Top 4: Wirecard
7 von 20

Wirecard hob seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr leicht an. Das sei vor allem auf die zunehmende Digitalisierung von Bezahlvorgängen zurückzuführen, teilte der Zahlungsdienstleister mit.

Kursveränderung 01.07.2017-31.07.2017: + 16,31 Prozent

Vor diesem Hintergrund deckten sich Investoren mit Bergbauwerten ein. Anglo American, Antofagasta, BHP Billiton, Fresnillo, Glencore und Rio Tinto gewannen in London bis zu 2,6 Prozent. Stahl-Produzenten waren ebenfalls gefragt: ArcelorMittal, Thyssenkrupp, Salzgitter und Voestalpine rückten bis zu 2,9 Prozent vor.

In Amsterdam drückte ein zurückhaltender Ausblick die Papiere von PostNL 7,2 Prozent ins Minus auf ein Zwölf-Monats-Tief von 3,77 Euro. Wegen Auflagen der Wettbewerbsbehörden stellte der niederländische Brief- und Paketzusteller für das Gesamtjahr einen operativen Gewinn am unteren Ende der von 220 bis 260 Millionen Euro reichenden Spanne in Aussicht.

  • rtr
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2 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax fällt wieder ins Sommerloch"

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  • Der Dax ist der Investoren Mörder, eingesperrt gerhört er. Ha Ha Ha

  • Das schwache Tier wird sich nicht erholen, jeden Tag ein neue Skandal und der viele Feinstaub. Die arme Lunge des Dax, er keucht bei mickrigen 12300 umher.

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