Börse Frankfurt
Dax fällt zwischenzeitlich unter 12.000 Punkte

Anleger sind stark verunsichert: Der schwelende Konflikt zwischen Nordkorea und den USA drückt den Dax sogar unter die Marke von 12.000 Punkten. Stattdessen ist Gold beliebt – und so teuer wie seit zwei Monaten nicht.
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FrankfurtAuf dem Aktienmarkt geht es am Donnerstag ähnlich zu wie am Vortag: Der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea versetzt Anleger erneut in Unruhe. Sie flohen aus Aktien und dem Euro und nahmen wie schon am Mittwoch Kurs auf „sichere Häfen“ wie Gold.

Der Dax lag den gesamten Handelstag deutlich in der Verlustzone und unterschritt am Nachmittag für ganz kurze Zeit sogar marginal die Marke von 12.000 Punkten. Das wichtigste deutsche Börsenbarometer schloss letztlich 1,1 Prozent tiefer bei 12.014 Punkten. MDax, TecDax und der Europaindex EuroStoxx 50 gaben ebenfalls circa einen Prozentpunkt ab. Der Preis für Gold hingegen stieg zeitweise auf ein Zwei-Monats-Hoch von 1287,73 Dollar je Feinunze.

„In angespannten Situationen wie diesen wollen Anleger nicht auf dem falschen Fuß erwischt werden“, sagte Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets. Wer jetzt wieder in den Aktienmarkt einsteigen wolle, brauche Nerven aus Stahl. Ähnlich urteilten seine Kollegen von der BayernLB: „Die sich zuspitzende Rhetorik und die Bekanntgabe Nordkoreas, konkrete Pläne für einen Beschuss der Pazifikinsel Guam zu erarbeiten, sprechen gegen eine schnelle Auflösung des Konflikts.“

Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners wies zudem darauf hin, dass sich Investoren kaum gegen fallende Kurse abgesichert hätten. Weitere Rücksetzer könnten sie zu Notverkäufen zwingen. „So kann schnell ein Domino-Effekt einsetzen.“

Neben der Nordkorea-Krise hielt die Berichtssaison Börsianer auf Trab: „Ich hätte nicht gedacht, dass die europäischen Firmenbilanzen so gut ausfallen“, sagte James Butterfill, Chef-Analyst des Brokerhauses ETF Securities. Offenbar habe die Euro-Aufwertung der vergangenen Monate die Geschäfte nicht allzu stark beeinträchtigt. Die Gemeinschaftswährung notiert knapp zwölf Prozent über dem Niveau vom Jahreswechsel.

Für eine Überraschung sorgte Thyssenkrupp. Die Margen im Stahlgeschäft hätten sich deutlich besser entwickelt als erwartet, schrieb DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp in einem Kommentar. Er bekräftigte seine Kaufempfehlung für die Aktie, die sich mit einem Kursplus von 0,8 Prozent an die Spitze des Dax setzte.

Henkel machte zwar ebenfalls mehr Gewinn und schraubte seine Gesamtjahresziele hoch. Die Aktien des Herstellers von Persil und Schauma brachen aber um 4,1 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seit eineinhalb Jahren. Analystin Laura Cherdron von Independent Research bemängelte ein schwaches organisches Wachstum, bei dem das Geschäft zugekaufter Unternehmen nicht eingerechnet wird. Auch die Finanzwerte Deutsche Bank und Commerzbank gaben deutlich nach.

Hannover Rück konnte mit seinem Gewinnanstieg ebenfalls nicht punkten. Die Belastungen im US-Geschäft mit Lebensversicherungen überschatte die Entwicklung in anderen Bereichen, schrieb Analyst Daniel Bischof von der Baader Helvea Bank. Die Papiere gaben 4,9 Prozent nach.

An der Wall Street stürzte Blue Apron sogar um 19,4 Prozent ab auf ein Rekordtief von 5,03 Dollar. Wegen hoher Werbeausgaben versechsfachte sich der Verlust des Kochboxen-Anbieters, der es im Juni nur mit Mühe auf das Börsenparkett geschafft hatte. In einer Kochbox befinden sich Rezepte mit allen dafür notwendigen Zutaten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax fällt zwischenzeitlich unter 12.000 Punkte"

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  • Die EU befindet sich im Aufschwung, so die System-Presse, kann es sein, daß Abschwung gemeint war ?

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