Börse Frankfurt
Dax feiert Schuldenschnitt mit Kurssprung

Die drohende Pleite Griechenlands scheint vom Tisch zu sein. Die Chancen auf eine Umschuldung des Landes stehen kurz vor der Entscheidung gut. An der Börse sorgt das für gute Laune - der Dax legt kräftig zu.
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FrankfurtMit einem Endspurt verabschiedet sich der Dax in den Feierabend. Die Nachricht der griechischen Regierung, dass mehr als 75 Prozent der privaten Gläubiger inzwischen zugesagt hat, sich freiwillig an dem geplanten Schuldenschnitt zu beteiligen, ließ den Dax kurz vor Börsenschluss noch einmal zum Steilflug ansetzen. Nach zwei schlechteren Börsentagen setzten sich am Donnerstag damit wieder die Optimisten durch.

Getrieben von der guten Nachricht aus Athen verzeichnete der Dax bei Handelsschluss ein Kursplus von 2,5 Prozent und taxiert bei 6834 Punkten. Der EuroStoxx gewann 2,2 Prozent und auch die Nebenwerte legen zu. Der MDax schloss 3,2 Prozent fester bei 10.431 Zählern, der TecDax kletterte 1,1 Prozent auf 759 Stellen.

Am Donnerstagabend endet die Frist für die Abgabe von Tauschangeboten der Privatgläubiger für griechische Anleihen. Mit der Zustimmung von 75 Prozent der Gläubiger könnte Griechenlands Regierung sogenannte Umschuldungsklauseln (CACs) in den Anleihenverträgen - aber nur bei denen nach griechischem Recht - aktivieren und damit das Tauschangebot verbindlich für alle Gläubiger machen.

Durch den Schuldenschnitt verlieren Kleinanleger, aber auch Banken, Versicherer und Fondsgesellschaften Milliarden. Sie sollen „freiwillig“ ihrer Enteignung zustimmen, andernfalls droht ihnen der Totalverlust. Denn immerhin dürfen die Anleger, wenn sie dem Geschäft zustimmen, hoffen, einen Teil ihres Investments zu retten.

Positiv an der Börse aufgenommen wurden am heutigen Handelstag auch Daten aus Deutschland, wo die Gesamtproduktion im Januar stärker als erwartet gestiegen war. Kaum berührt zeigte sich der Markt hingegen vom Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) und den wöchentlichen US-Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe.

Für zusätzlichen Optimismus sorgte außerdem ein Bericht des „Wall Street Journals“. Dem Blatt zufolge erwägt die US-Notenbank Federal Reserve weitere Schritte zur Stimulierung der Wirtschaft. Im Gespräch sei ein neuartiges Programm zum Kauf von Anleihen, von dem keine neuen Inflationsgefahren ausgehen sollen. Die Spekulation auf eine solche Ausweitung der sogenannten Quantitativen Lockerung (QE) der Geldpolitik gab sowohl den US-Börsen als auch den asiatischen Aktienmärkten Auftrieb.

Bislang hat die Fed zwei Programme von Anleihekäufen aufgelegt, die Experten als QE1 und QE2 bezeichnen. „In den nächsten zwei oder drei Monaten ist ein QE 2.5 oder QE3-light möglich“, sagte Analyst Shun Maruyama von BNP Paribas in Tokio.

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Mehr Dividende für Post-Aktionäre

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EADS im Höhenflug

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  • Es ist schon beachtlich, wenn die Börse es schon vorher wußte bevor überhaupt gezählt wurde.

    Vielleicht war das Ergebnis ja auch schon vorher festgelegt?
    Wer wollte gegen eine solche Theorie noch wetten?

  • Katsching!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  • All dies wird Griechenland dauerhaft nicht helfen. Griechenland braucht stattdessen eine eigene abwertbare Währung, um wieder wettbewerbsfähig zu werden, und es braucht endlich auch die Fähigkeit seine Steuern bei allen Volksschichten, Reiche eingeschlossen, effektiv einzutreiben. Auch Korruption, wie sie sich etwa im Rentenbezug durch tote Rentner ausdrückt, muß endlich auf ein deutlich erträglicheres Maß begrenzt werden. Zudem sind griechischen Gewerkschaften von Nöten, die den Transformationsprozess konstruktiv begleiten, statt ständig bei jeder Reform zu streiken. An all dem fehlt es momentan in Griechenland, und so lange sich in den genannten Bereichen nichts nachaltig ändert, wird Griechenland nicht dauerhaft auf die Beine kommen und wird die Griechische Krankheit immer aufs Neue die Europäische Union und den Euro in Krisen stürzen.

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