Börse Frankfurt
Dax folgt Wall Street ins Plus

Nach den gestrigen Kursgewinnen herrscht zur Wochenmitte wieder Zurückhaltung am Aktienmarkt. Seit Wochen ist keine klare Richtung zu erkennen, das verunsichert die Anleger. Zalando-Aktien waren aber gefragt.
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FrankfurtKursgewinne an der Wall Street haben einige Anleger am Mittwoch zum Kauf europäischer Aktien ermuntert. Durchwachsene Firmenbilanzen dämpften ihre Kauflaune jedoch. Außerdem warteten sie auf neue Hinweise für die Geldpolitik in den USA und Europa. „Und dann haben sie auch noch den Endspurt im US-Wahlkampf im Blick“, sagte ein Börsianer. Der Dax schloss 0,1 Prozent fester bei 10.645,68 Punkten, der EuroStoxx50 gewann 0,3 Prozent auf 3055,94 Zähler. An der Wall Street stiegen Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 um bis zu 0,3 Prozent.

In der Nacht zum Donnerstag sollten die Kandidaten Hillary Clinton und Donald Trump zum dritten und letzten TV-Duell vor der US-Präsidentschaftswahl am 8. November aufeinandertreffen. „Sollte Trump unerwartet wieder Boden gut machen, wäre dies Gift für die Aktienmärkte“, warnte Jochen Stanzl, Analyst des Online-Brokers CMC Markets. Der für die Republikaner antretende Milliardär gilt als unberechenbar und als Investorenschreck. Die ehemalige Außenministerin Clinton steht dagegen für Kontinuität.

Mit Spannung warten Börsianer zudem auf die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag. „Das Treffen könnte für EZB-Chef Mario Draghi eine mühsame Veranstaltung werden“, sagte Investment-Manager James Athey vom Vermögensverwalter Aberdeen. Seine Geldspritzen hätten bislang nicht die erhoffte Wirkung gezeigt. „Da man nicht so genau weiß, was man noch tun soll, wird Draghi sich wahrscheinlich fürs Nichtstun entscheiden.“

Am Mittwochabend (MESZ) sollte der Konjunkturbericht der Notenbank Fed veröffentlicht werden. Vom sogenannten Beige Book erhofften sich Börsianer Hinweise auf das Tempo weiterer US-Zinserhöhungen nach der für Dezember mehrheitlich erwarteten Anhebung.

Zu den größten Verlierern unter den europäischen Standardwerten gehörte Reckitt Benckiser mit einem Minus von 2,6 Prozent. Das Umsatzwachstums des britischen Herstellers von „Durex“-Kondomen und „Calgon“-Entkalkern ging überraschend deutlich auf zwei von vier Prozent zurück. Die Aktien der deutschen Konsumgüter-Anbieter Beiersdorf und Henkel büßten jeweils 0,3 Prozent ein.

In Amsterdam verloren Akzo Nobel 2,4 Prozent. Der Umsatz des Anbieters von „Dulux“–Wandfarbe ging unter anderem wegen des Kursverfalls des Pfund Sterling um vier Prozent zurück. Außerdem warnte die Firma vor anhaltenden Belastungen durch Währungseffekte.

Auf die Anlegerstimmung drückte auch der Ausblick von Intel. Der weltgrößte Chip-Hersteller stellte für das laufende Quartal einen Umsatz von etwa 15,7 Milliarden Dollar in Aussicht – weniger als erwartet. Im abgelaufenen Quartal übertraf der US-Konzern allerdings die Prognosen. Intel-Titel rutschten im US-Geschäft um bis zu 5,9 Prozent ab und steuerten auf den größten Tagesverlust seit einem Dreiviertel Jahr zu.

Zalando hob dagegen sein Gewinnziel für 2016 an. Die Aktien des größten europäischen Online-Modehändlers stiegen im deutschen Nebenwerte-Index MDax daraufhin zeitweise auf ein Rekordhoch von 40,11 Euro und schlossen sieben Prozent höher bei 39,91 Euro.

Halliburton kehrte dank Einsparungen in die Gewinnzone zurück. Die Aktien des US-Ölfeldausrüsters stiegen an der Wall Street um bis zu 5,8 Prozent auf ein Eineinhalb-Jahres-Hoch von 49,80 Dollar.

Auch Morgan Stanley überzeugte mit seiner Zwischenbilanz. Wie Erzrivale Goldman Sachs verbuchte die US-Investmentbank dank eines starken Anleihehandels einen Gewinnsprung. Ihre Aktien legten zeitweise 1,9 Prozent zu.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die meisten Privatanleger hatten bereits vor Jahren erkannt, dass kein Wirtschaftswunder in Sicht ist, weil die meisten Aktien auf Dauer eher verlieren. Es nützt ja nichts, wenn man sich jetzt nur die Gewinner ansieht, weil die vielen Verlierer gar nicht mehr auffindbar sind. Inflationsbereinigt sieht es noch schlimmer aus.

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