Börse Frankfurt
Dax geht auf Tauchstation

Die Politik bewegte den Dax am Donnerstag. Die Anleger richteten ihren Blick auf den griechischen Schuldenstreit und die ausstehende Einigung. Für Gewinne hat es nicht gereicht. Der Dax schließt im Minus.
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FrankfurtGriechenland und die Europartner kommen einfach nicht zur Ruhe - ebenso wenig wie die Börsen in ganz Europa. Noch am Mittwoch hieß es, es gebe eine Durchbruch: Der griechische Ministerpräsident, Alexis Tsipras, gab an, dass sein Land in den Schuldengesprächen mit den internationalen Gläubigern auf die Zielgerade eingebogen sei.

Die Details zur Einigung sollten bald vorliegen. Tsipras versicherte, dass in dieser Woche Löhne und Renten normal bezahlt würden und es kein Risiko für die Bankeinlagen gebe. Für die europäischen Anleger waren diese Aussagen ein klares Kaufsignal.

Heute fragten sich die Anleger allerdings, ob die Sache nicht ein Strohfeuer war. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat Berichte einer baldigen Einigung der internationalen Gläubiger mit Griechenland im Schuldenstreit zurückgewiesen. „In der Sache sind die Verhandlungen zwischen den drei Institutionen und der griechischen Regierung noch nicht sehr viel weitergekommen“, sagte Schäuble am Rande des Treffens der Finanzminister und Notenbankgouverneure der G7-Staaten in Dresden. Er sei „immer ein wenig überrascht, dass aus Athen immer gesagt wird, wir stünden kurz vor einer Einigung“.

Auch IWF-Chefin Christine Lagarde gab sich skeptisch. Lagarde sagte am Donnerstag in der ARD, handfeste Ergebnisse der seit Monaten laufenden Verhandlungen gebe es noch nicht. Dagegen machte die Regierung in Athen weiter gute Stimmung – sie setzt nun auf einen Kompromiss über die Auflagen für neue Hilfen des IWF und der Euro-Zone bis zum Sonntag.

Die Börse reagierte mit Enttäuschung. Nach einem eher schlappen Handelstag ging der Dax 0,8 Prozent leichter bei 11.677 Punkten aus dem Handel.

Auch die andere Seite des Atlantik barg für die Anleger heute eher Enttäuschungen. Der Schwächeanfall der US-Wirtschaft zu Jahresbeginn spricht nach Ansicht des US-Notenbankers John Williams nicht gegen eine rasche Zinserhöhung. Die Entscheidung über den Zeitpunkt für eine geldpolitische Straffung stehe beim nächsten Treffen Mitte Juni ebenso an wie auf späteren Zusammenkünften, betonte der Chef der Notenbank von San Francisco am Donnerstag. Aus den Protokollen der jüngsten Fed-Sitzung ging allerdings hervor, dass viele Notenbanker eine Abkehr von der langjährigen Nullzinspolitik im Juni für verfrüht halten.

Williams sagte, der schwache Start der US-Wirtschaft ins Jahr sei eine Anomalie - bedingt durch Sonderfaktoren wie die ungewöhnlich kalte Witterung. Williams ist dieses Jahr im FOMC stimmberechtigt und hat geldpolitisch ähnliche Ansichten wie Fed-Chefin Janet Yellen.

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  • Ihre Beträge lese ich nicht, außer sie betreffen mich.

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    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.
     

  • Ihnen geht es so wie mir...was macht man den ganzen Tag lang...Kommentare schreiben um andere ins Erfolgsboot aufzunehmen ist eine sinnvolle Beschäftigung...da gebe ich Ihnen recht...die Maschinen brauchen uns nicht...die handeln vollautomatisch

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