Börse Frankfurt
Dax geht mit dickem Minus aus dem Handel

Eigentlich sollte heute nicht mehr viel passieren. Lange passierte auch nichts, doch am Nachmittag begannen die Kurse zu fallen. Den Anfang machte der Euro, der unter die Marke von 1,30 US-Dollar fiel, der Dax folgte.
  • 1

DüsseldorfBis zur späten Mittagszeit lag der Dax im winterlichen Tiefschlaf. Am Nachmittag geriet er dann zunehmend unter Druck. Augenblicklich fiel der Leitindex tief ins Minus. Den heutigen Handelstag beendete er mit einem Minus von über zwei Prozent auf 5.771 Punkte. Auch die zweite Reihe ging mit Verlusten aus dem Handel. Der MDax sank um 0,7 Prozent auf 8.777 Punkte und der TecDax lag 0,5 Prozent im Minus auf 675 Zähler.

Für Analyst Tobias Reichert von IG Markets könnte die Kursentwicklung bei abermals sehr dünnen Umsätzen „ein Indiz dafür sein, dass die meisten Akteure eine neue Positionierung ihrer Portfolios auf das nächste Jahr verschieben“.Ein Händler verwies darauf, dass die Kredite der Europäischen Zentralbank (EZB) an die Banken der Euro-Zone in der Vorweihnachtswoche auf 879 Milliarden Euro gestiegen sind und die EZB-Bilanzsumme auf 2,73 Billionen Euro geklettert ist.

Zudem habe der Internationale Währungsfonds (IWF) noch keine Entscheidung darüber getroffen, ob und wann Hilfsprogramme für Ungarn anlaufen sollten. „Ungarn selbst ist keine große Sache“, betonte der Händler. Für Banken, die dort investiert seien, ergäben sich damit aber weitere Unsicherheiten. „Beide Nachrichten zusammen könnten zu einigen Euro-Verkäufen geführt haben, die in einem dünnen Markt übertriebene Reaktionen ausgelöst haben.“ Erneut gehörten die Bankenwerte zu den Schlusslichtern im Dax.

Der Kurssturz am Nachmittag begann beim Euro. Innerhalb kürzester Zeit fiel die Gemeinschaftswährung unter die Marke von 1,30 US-Dollar. Nach Frankfurter Börsenschluss bekam man für einen Euro nur noch 1,2925 US-Dollar. Einen plausiblen Grund für den Kurssturz gab es nicht. Experten vermuteten dahinter eine ausgelaufene Kauforder größeren Umfangs. „Angeblich ist eine größere Kauforder ausgelaufen und danach kam der Euro ins Rutschen“, sagte ein Händler. Zeitgleich mit dem Kursrückgang gab der IWF bekannt, dass es noch keine Entscheidung über formale Verhandlungen mit Ungarn über Finanzhilfen gibt. „Einige vermuten, dass Euro-Anleger da wieder kalte Füße bekommen haben“, fügte ein Händler hinzu.

Am Vormittag sorgte schon die Auktion italienischer Staatspapiere für Spannung. Es wurden sechsmonatige Papiere im Volumen von neuen Milliarden Euro mit einer durchschnittlichen Rendite von 3,25 Prozent verkauft. Im November hatte der Zins noch bei 6,50 Prozent gelegen. Für Donnerstag ist die Platzierung weiterer Bonds im Wert von 8,5 Milliarden Euro geplant. "Die Auktion ist gut gelaufen. Der Markt ist zufrieden, entscheidend wird aber die Emission länger laufender Papiere am Donnerstag", sagte ein Rentenhändler. "Die hohe Nachfrage kommt nicht völlig überraschend, denn dank des billigen Zentralbankgeldes können Investoren mit dem Kauf dieser Papiere eine erkleckliche Marge erwirtschaften."

Dass die Skepsis in Bezug auf Italien aber immer noch groß ist, zeigt sich anhand der wieder höheren Rendite für zehnjährige Staatspapiere. Hier waren die Zinsen wieder über die Marke von sieben Prozent gestiegen. Händler vermuteten, dass die Sorge um die Auktion längerlaufender italienischer Papiere am Donnerstag die Anleger zu Verkäufen animierte.

Chefhändler Matthias Jasper von der WGZ Bank äußert im Hinblick auf die Bonds-Auktion, dass das Ausbleiben von schlechten Nachrichten sich an den ereignisarmen Tagen zwischen Weihnachten und Silvester durchaus positiv auswirken können. Er verwies zugleich auf den kräftigen Umsatzrückgang am Aktienmarkt zwischen Weihnachten und Neujahr im Vergleich zu den Umsätzen Ende der 90er Jahre. „Wir sehen inzwischen nur noch maximal ein Drittel der Volumina wie vor 10 bis 15 Jahren. Früher wurden um diese Zeit noch zahlreiche inländische Fondsgesellschaften und Versicherungen am Kassamarkt aktiv, heutzutage dagegen läuft das Hauptgeschäft längst über den Derivatemarkt.“

Die US-Börsen zeigten sich heute ebenfalls geschwächt. Der Dow Jones notierte am frühen Abend 1,1 Prozent im Minus auf 12.154 Punkte, der breiter gefasste S&P 500 fiel um 1,2 Prozent auf 1.250 Punkte und die Technologiebörse Nasdaq-100 lag ein Prozent im Minus auf 2.270 Zähler.

Seite 1:

Dax geht mit dickem Minus aus dem Handel

Seite 2:

Rabattaktionen bremsen Auto-Titel

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax geht mit dickem Minus aus dem Handel"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Between 8:00 - 8:06 am there were some stopps triggered with a couple of volatility interruptions, but all trades are valid done @ 5781,5 low

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%