Börse Frankfurt
Dax geht mit leichtem Minus ins Wochenende

Am Freitag ging es für den Dax zwar leicht abwärts, doch die Wochenbilanz fällt für den Deutschen Leitindex positiv aus. Um 1,6 Prozent ging es seit Montag nach oben.

FrankfurtDeutsche Aktien sind am Freitag am Ende ihrer Kräfte angelangt. Nach einer guten Entwicklung seit Mittwoch machten die Anleger am Freitag zumindest etwas Kasse. Der Dax, mit deutlicheren Abschlägen gestartet, notierte im späten Handel aber nur noch 0,2 Prozent leichter bei 11.293 Punkten. Auf Wochensicht gab es ein Plus von 1,6 Prozent.

Vor der richtungsweisenden Sitzung des EZB-Rats in der nächsten Woche, fehlten dem deutschen Leitindex die Argumente für einen weiteren Anstieg. Ganz im Gegenteil: In China hatte ein überraschender Kurssturz an den Börsen für Verunsicherung gesorgt.

Die Gerüchte um eine mögliche weitere Regulierung der kriselnden Wertpapiermärkte in China drückte die Stimmung. Insidern zufolge plant die Pekinger Börsenaufsicht eine Eingrenzung bestimmte Derivate-Deals zur Finanzierung von Aktiengeschäften. Damit sollen die Börsenspekulation auf Pump, die die heftigen, sommerlichen Börsenabstürze der überhitzten Märkte in Shanghai und Shenzen ausgelöst hatten, eingedämmt werden. Die beiden wichtigsten Indizes des Landes beendeten den Freitag bis zu sechs Prozent tiefer.

Diese neuerliche Verwerfung verunsicherte die europäischen Marktteilnehmer zwar, auf die Kurse hatte das ganze aber keine allzu starken Auswirkungen. Händlern zufolge, zahle der Dax jetzt einfach den Preis seiner starken Entwicklung. In den vergangenen zwei Wochen machte der Leitindex über fünf Prozent gut und erreichte ein Drei-Monats-Hoch.

Der Euro-Stoxx-50 ging mit einem Minus von 0,3 Prozent bei 3.487 Punkten aus dem Handel. Ein ähnliches Bild lieferte die zweite Reihe deutsche Papiere. Der MDax kam mit 21.421 Punkten auf ein Minus von 0,2 Prozent. Der TecDax hingegen legte ein halbes Prozent zu auf 1.843 Punkten.

Größere Eingaben von Konjunkturseite bleiben aus, zum Wochenende hin wurde mit einem ruhigen Handel gerechnet – was sich auch bestätigen sollte. Lediglich am Vormittag stand mit der Veröffentlichung der monatlichen Geschäfts- und Verbraucherstimmung in der EU ein interessanter Termin an. So ist die Stimmung in der Wirtschaft der 19 Euro-Länder unverändert auf vergleichsweise hohem Niveau geblieben.

Derzeit vielbeachtete US-Daten gab es heute keine. Von ihnen erhoffen sich die Börsianer Aufschluss über den Kurs der Federal Reserve, die eine erste Zinserhöhung seit der Finanzkrise von 2007 noch für den Dezember in nicht minder vage Aussicht gestellt hat. Ohnehin ist die Geldpolitik das entscheidende Thema dieses letzten Jahresquartals.

Während sich die Währungshüter des Greenbacks aufmachen, die Zügel wieder anzuziehen, gehen die europäische Zentralbanker in die andere Richtung, und bereiten gar eine weitere Expansion ihrer Maßnahmen vor. Nach der Sitzung des EZB-Rats in der nächsten Woche könnte Mario Draghi der Presse womöglich eine Ausweitung des Anleihekaufprogramms präsentieren. Zuletzt hatte der Italiener einmal mehr die Handlungsbereitschaft seiner Institution betont und die Hoffnungen der Börsianer auf weiterhin billiges Geld aus der Notenbankpresse befeuert.

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