Börse Frankfurt Dax geht mit leichtem Verlust aus dem Handel

In der Euro-Zone läuft die Kreditvergabe besser an. Das dämpft Spekulationen nach einer Ausweitung des EZB-Kurses. Die US-Bilanzsaison kann derweil auch nicht überzeugen. Für den Dax geht es deswegen abwärts.
Update: 20.10.2015 - 18:03 Uhr

Spannung vor EZB-Tagung

FrankfurtNach den Kursgewinnen der vergangenen Tage haben die Anleger an den europäischen Aktienmärkten am Dienstag auf die Bremse getreten. Dax und Euro Stoxx 50 lagen zum Handelsschluss am Dienstag mit 10.147 und 3.260 Zählern 0,2 und 0,4 Prozent im Minus.

„Vor der Sitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag wollen sich die Anleger nicht zu weit aus dem Fenster lehnen“, sagte ein Händler. „Und die US-Unternehmensbilanzen waren bislang auch nicht so wirklich überzeugend.“ Es fehle an klaren Impulsen für die eine oder andere Richtung.

Am Vormittag hatten Spekulationen auf eine unmittelbar bevorstehende Ausweitung der Anleihekäufe durch die EZB einen Dämpfer erhalten, denn den Frankfurter Währungshütern zufolge haben die Geldspritzen inzwischen die Kreditvergabe in der Euro-Zone belebt. „Damit nimmt der Druck auf die EZB ab, schon bald aktiv zu werden“, sagte ein Börsianer. Dies schob den Euro an, der mit einem Tageshoch von 1,1386 Dollar rund einen halben US-Cent höher als am Vorabend notierte.

Seit März pumpt die Notenbank monatlich Milliarden von Euro in das Finanzsystem, um über die Preisentwicklung auch die Wirtschaft anzukurbeln. Da im September die Preise in der Euro-Zone um 0,1 Prozent sanken, waren Spekulationen auf eine vorzeitige Ausweitung des Programms aufgekommen. Damit rechnen die meisten Geldmarkthändler nach einer Reuters-Umfrage aber erst später. Das Programm soll im September nächsten Jahres auslaufen.

Im Dax führten die Aktien der Deutschen Telekom nach einer Kaufempfehlung von Goldman Sachs die Gewinnerliste an. Sie stiegen um 2,18 Prozent auf 15,68 Euro. Auf Platz fünf der Gewinner landete SAP mit einem Zuwachs von 0,5 Prozent. Der Chef der Software-Schmiede, Bill McDermott, erklärte anlässlich der endgültigen Vorlage von Quartalszahlen, der Umsatz mit Cloud-Software könnte in diesem Jahr stärker als bisher gedacht steigen.

Die Mächtigen der Deutschen Bank
John Cryan
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Der Co-Chef der Deutschen Bank, John Cryan, steht seit 1. Juli 2015 an der Spitze des Instituts – davor war er bereits zwei Jahre im Aufsichtsrat tätig. Ein ausführliches Porträt von ihm finden Sie hier.

Er machte nach seinem Amtsantritt eine schonungslose Bestandsaufnahme, die das Fundament für einen Neuanfang bei der Deutschen Bank bilden sollte – am 18. Oktober 2015 folgte ein zweites Element: ein umfassender Umbau des Vorstands.

Jeff Urwin
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Der Vorstand wurde von acht auf zehn Mitglieder erweitert – dafür wurde der erweiterte Vorstand, das „Group Executive Committee“, sowie etliche Ausschüsse abgeschafft.

Zu den neuen starken Männern zählt Jeff Urwin. Er leitet seit Januar 2016 die umstrukturierte Unternehmenskunden- und Investmentbank (Corporate & Investment Banking) und zog auch in den Vorstand ein. Der Manager war zuvor einer der Leiter des globalen Bankings der US-Großbank JP Morgan.

Urwinte zuvor von New York aus gearbeitet – und tut dies auch nach der Berufung in den Vorstand. Auch wenn er schon lange in den USA arbeitet – Urwin ist wie sein Chef John Cryan ein Brite.

Garth Ritchie
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Der bisherige Chef des globalen Aktiengeschäfts, Garth Ritchie, führt alle Handelsaktivitäten, die früher dem Investmentbanking zugeordnet waren. Dazu zählen sämtliche Wertpapiere wie Anleihen und Kreditausfallversicherungen sowie auch Devisen. Die Einheit trägt die Bezeichung „Global Markets“ und wird von Ritchie seit Januar 2016 auch im Vorstand repräsentiert.

Ritchie arbeitet seinem Profil beim Karriereportal LinkedIn zufolge seit 1996 für die Bank. Sein Büro ist in London, er ist Südafrikaner.

Christian Sewing
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Seit Mai 2015 leitet der zuvor für Rechtsfragen zuständige Christian Sewing den Privat- und Geschäftskundenbereich der Deutschen Bank. Ihm wurde im Zuge des Konzernumbaus ein weiteres Aufgabengebiet zugeschlagen: die Betreuung vermögender Privatkunden. Dieses Segment gehörte bislang zur Vermögensverwaltung Deutsche Asset & Wealth Management.

Quintin Price
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Das Asset Management – also die Betreuung von institutionellen Anlegern und das Geschäft mit Fonds („DWS“) – hat der Brite Quintin Price übernommen. Zum 1. Januar 2016 trat er sein Amt an und zog damit auch in den Vorstand ein. Price war zuvor für den weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock tätig. Er leitete dort unter anderem das Geschäft für Fonds mit sogenannten Alpha-Strategien.

Sylvie Matherat
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Sylvie Matherat rückte ebenfalls in den Vorstand ein. Die Französin (Bild aus dem Jahr 2008) war einst Direktoriumsmitglied der französischen Zentralbank und trägt den Titel „Chief Regulatory Officer“. Damit ist sie für die Kontaktpflege zu Aufsichtsbehörden zuständig. Das Ressort Matherats umfasst auch die Regeleinhaltung („Compliance“) und den Kampf gegen die Finanzkriminalität.

Matherat ist seit fast zwanzig Jahren die erste Frau im Vorstand der Deutschen Bank. Vor ihr hatte Ellen Schneider-Lenné von 1988 bis 1996 dem Gremium angehört.

Kimberly „Kim“ Hammonds
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Als zweite Frau wird Kimberly „Kim“ Hammonds in den Vorstand einziehen. Die ehemalige IT-Chefin des Flugzeugherstellers Boeing arbeitet seit 2013 für die Deutsche Bank. Die Amerikanerin erhält den Titel „Chief Operating Officer“ und wird vor allem für die Modernisierung der technischen Infrastruktur der Bank die Verantwortung tragen.

Sie kann allerdings erst mit einiger Verzögerung in den Vorstand einziehen. Sie muss zunächst Erfahrung im Kreditgeschäft erwerben, wie es das Kreditwesengesetz für Vorstandsmitglieder vorsieht. Spätestens im Oktober 2016 soll sie dann in das Gremium einrücken.

Zu den Verlierern zählte mit einem Abschlag von 1,1 Prozent die Aktie der Lufthansa. Der Fluggesellschaft ist mit ihrem Angebot zur Lösung des seit fast zwei Jahren anhaltenden Tarifstreits mit den Flugbegleitern immer noch kein Durchbruch gelungen. Das schadet laut einem Händler dem Image des Konzerns. Stärkster Verlierer im Dax war jedoch der Konsumgüterhersteller Beiersdorf („Nivea“) mit einem Minus von 1,66 Prozent.

Im TecDax stiegen Manz um 5,69 Prozent. Der Spezialmaschinenbauers soll Adidas beim Aufbau vollautomatischer Schuhfabriken in Deutschland, den USA und anderen wichtigen Absatzmärkten unterstützen. Die Aktien des Sportausrüsters legten um ein Prozent zu. „Investoren sehen in der Kooperation ein zusätzliches Standbein, durch den der Spezialmaschinenbauer neue Aufträge ans Land ziehen könnte“, sagte ein Händler.

  • rtr
  • dpa
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