Börse Frankfurt Dax geht mit leichten Verlusten ins Wochenende

Anleger wirken am Freitag verunsichert und agieren sehr zurückhaltend. Der Dax bleibt den gesamten Tag im Minus, auf Wochensicht gewinnt er jedoch. Stada-Aktien hingegen schießen in die Höhe.
Update: 18.08.2017 - 18:10 Uhr Kommentieren

Wachsende Risiken: Terror und Trump schicken Dax in Keller

Wachsende Risiken: Terror und Trump schicken Dax in Keller

FrankfurtAus Sorge vor einer politischen und wirtschaftlichen Schwächung der USA haben Anleger am Freitag die Reißleine gezogen. Für Unruhe sorgten zudem die Anschläge in Spanien, bei denen 14 Menschen ums Leben kamen und 130 verletzt wurden, sowie eine Messerattacke auf mehrere Menschen in der finnischen Stadt Turku. Investoren deckten sich verstärkt mit der Anti-Krisenwährung Gold ein, die erstmals seit gut neun Monaten wieder mehr als 1300 Dollar je Feinunze kostete.

„Der neue Terror verunsichert die Anleger“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. „Und wenn Anleger eines nicht mögen, ist es Unsicherheit.“ Der Dax verlor 0,3 Prozent auf 12.165 Punkte – auf Wochensicht ist das aber immer noch ein Plus von gut einem Prozent. Der EuroStoxx50 ging mit einem Tagesverlust von 0,5 Prozent auf 3446 Zähler aus dem Handel. Der Leitindex der Börse in Madrid büßte ebenfalls ein halbes Prozent ein. Stark unter Druck standen Aktien von Touristikwerten – der europäische Index für die Branche gab 1,5 Prozent nach.

„Wie wir in den vergangenen Jahren gesehen haben, beeinträchtigen derartige Gräueltaten den Tourismus und schmälern die Gewinne der Fluggesellschaften“, sagte Analyst Neil Wilson vom Brokerhaus ETX Capital. Air France-KLM, EasyJet und Ryanair rutschten um bis zu zwei Prozent ab. Die Titel der Lufthansa hielten sich nach Einschätzung von Händlern dagegen wegen Spekulationen um eine Übernahme von Teilen der insolventen Air Berlin 0,4 Prozent im Plus.

Die größten Börsengänge in Deutschland
Delivery Hero
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Der Berliner Essenslieferdienst Delivery Hero geht an die Börse. Die Aktien des Unternehmens aus der Start-up-Schmiede Rocket Internet wird an diesem Freitag zum ersten Mal an der Frankfurter Börse gehandelt. Den Ausgabepreis der neuen Aktien setzte das Unternehmen auf 25,50 Euro fest. Das ist das obere Ende der zuvor ausgegebenen Preisspanne. Damit nimmt das Start-up mit dem Börsengang knapp eine Milliarde Euro ein. Die richtig großen Börsengange gibt es allerdings hier...

Platz 10: Rocket Internet
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Rocket Internet ist ein Internet-Inkubator. Das 2007 von den Samwer-Brüdern gegründet Unternehmen identifiziert Internet-Geschäftsmodelle und überträgt diese dann auf neue Märkte, die zumeist in schnell wachsenden Schwellenländern liegen. Ende 2016 befanden sich 125 (Vorjahr: 182) voll- und 48 (51) teilkonsolidierte Töchter im Portfolio der Rocket Internet. Bei dem Börsengang wurde die Aktie zehnfach überzeichnet, wurde mit 42,50 Euro pro Aktie ausgegeben, was 6,7 Milliarden Euro entspricht. Am Ende betrug der Wert an der Börse aber nur 1,4 Milliarden Euro.

Platz 10: Symrise
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Am 11. Dezember 2006 debütierte die Aktie des Duft- und Aromenherstellers Symrise. Rund 1,4 Milliarden Euro erlösten das Holzmindener Unternehmen und der schwedische Finanzinvestor EQT mit 81 Millionen Aktien zu je 17,25 Euro. EQT hatte 2002 die Bayer-Tochter Haarmann & Reimer gekauft und mit dem Familienunternehmen Dragoco verschmolzen.

Platz 9: Telefónica Deutschland
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Der Vorstandsvorsitzende der Telefonica Deutschland, Rene Schuster, posiert am 2012 in der Deutschen Börse in Frankfurt am Main mit einem Telefon. Die Aktie von Telefonica Deutschland war damals bei ihrer Erstnotiz über ihren Ausgabepreis gestiegen. Nachdem die Anteilsscheine des Telekom-Unternehmens, das unter der Marke O2 auftritt, für 5,60 Euro an die Zeichner zugeteilt worden waren, notierten die Papiere kurz nach Handelsstart in Frankfurt am Main mit knapp zwei Prozent im Plus bei 5,78 Euro. Insgesamt spülte der Teilverkauf der deutschen Tochter dem spanischen Telefonica-Konzern inklusive der Mehrzuteilungsoption etwa 1,45 Milliarden Euro in die Kassen.

Platz 8: Covestro
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Der Bayer-Kunststofftochter Covestro gelang 2015 ein erfreulicher Börsengang. Der Kurs lag mit 26,50 Euro deutlich über dem Ausgabepreis von 24 Euro. Die Bookbulding-Spanne von Covestro lag bei 21,50 bis 24,50. Nach Angabe des Unternehmens hatten Anleger deutlich mehr Aktien gezeichnet als überhaupt ausgegeben würden. Die Covestro AG ist einer der weltweit führenden Anbieter von Hightech-Materiallösungen und -Polymerwerkstoffen für zahlreiche Branchen. Am Ende betrug der Wert der Aktie 1,5 Milliarden Euro.

Platz 7: Deutsche Postbank
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Am 23. Juni 2004 kam die Postbank an den Markt. Die Deutsche Post verkaufte 55 Millionen Aktien und eine Umtauschanleihe und sammelte 2,6 Milliarden Euro ein. Doch verlief der Börsengang nicht problemlos: Ursprünglich waren mehr Aktien zu einem höheren Preis angeboten worden. Für Aufruhr sorgte, dass der im Emissionskonsortium vertretenen Deutschen Bank Interesse an der Postbank nachgesagt wurde – heute ist sie tatsächlich an ihr beteiligt. Am Ende war die Emission zweifach überzeichnet, der erste Kurs lag mit 29 Euro über dem Ausgabepreis. Am Ende für das Unternehmen mit 1,6 Milliarden Euro bewertet.

Platz 6: Tognum
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Der Hersteller von Dieselmotoren für Schiffe, Panzer und Schienenfahrzeuge sammelte mit seinem Debüt am 2. Juli 2007 zwei Milliarden Euro ein, wovon der Großteil an den schwedischen Finanzinvestor EQT ging. An der Börse startete die Aktie etwas über dem Ausgabepreis von 24 Euro. Wenige Monate später wurde sie in den MDax aufgenommen.

Auch an der Wall Street war die Stimmung verhalten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zu Börsenschluss in Europa leicht im Minus. Börsianer fürchten in den USA eine politische Isolierung von US-Präsident Donald Trump und ein Aus für seine Pläne zur Ankurbelung der Konjunktur. "Immer mehr Anleger geben ihre Hoffnungen auf die angekündigten Pläne zu Steuersenkungen und Infrastrukturprojekten auf", sagte Chef-Investmentstratege Bruce McCain von der Key Private Bank.

Wegen seiner umstrittenen Äußerungen zu den rechtsextremen Ausschreitungen vom vergangenen Wochenende distanzieren sich immer mehr Firmenchefs und führende Republikaner vom US-Präsidenten. Der republikanische Senator Bob Corker stellte sogar die Regierungsfähigkeit Trumps infrage.

Arg gebeutelt wurden die Aktien von Sportartikel-Konzernen, nachdem der US-Sportschuh-Hersteller Foot Locker seine Anleger mit einem Umsatz- und Gewinnrückgang schockte. Dessen Aktien brachen um 27 Prozent ein. Adidas verloren im Dax 1,3 Prozent, Nike und Under Armour büßten an der Wall Street jeweils vier Prozent ein. Analyst John Zolidis riet zum Verkauf von Aktien aus der Branche. „Der Modetrend hat sich umgekehrt, wir erwarten einige schwere Jahre für Unternehmen aus der Sport-Modebranche.“

In den deutschen Handelssälen stießen die Papiere von Stada auf große Beliebtheit, nachdem die 5,3 Milliarden Euro schwere Übernahme des Arzneimittel-Herstellers durch die Finanzinvestoren Bain und Cinven doch noch geklappt hat. Stada-Aktien schossen um 13,2 Prozent in die Höhe und schlossen mit 72,55 Euro so hoch wie noch nie.

  • rtr
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