Börse Frankfurt
Dax geht mit leichten Verlusten ins Wochenende

Anleger wirken am Freitag verunsichert und agieren sehr zurückhaltend. Der Dax bleibt den gesamten Tag im Minus, auf Wochensicht gewinnt er jedoch. Stada-Aktien hingegen schießen in die Höhe.
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FrankfurtAus Sorge vor einer politischen und wirtschaftlichen Schwächung der USA haben Anleger am Freitag die Reißleine gezogen. Für Unruhe sorgten zudem die Anschläge in Spanien, bei denen 14 Menschen ums Leben kamen und 130 verletzt wurden, sowie eine Messerattacke auf mehrere Menschen in der finnischen Stadt Turku. Investoren deckten sich verstärkt mit der Anti-Krisenwährung Gold ein, die erstmals seit gut neun Monaten wieder mehr als 1300 Dollar je Feinunze kostete.

„Der neue Terror verunsichert die Anleger“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. „Und wenn Anleger eines nicht mögen, ist es Unsicherheit.“ Der Dax verlor 0,3 Prozent auf 12.165 Punkte – auf Wochensicht ist das aber immer noch ein Plus von gut einem Prozent. Der EuroStoxx50 ging mit einem Tagesverlust von 0,5 Prozent auf 3446 Zähler aus dem Handel. Der Leitindex der Börse in Madrid büßte ebenfalls ein halbes Prozent ein. Stark unter Druck standen Aktien von Touristikwerten – der europäische Index für die Branche gab 1,5 Prozent nach.

„Wie wir in den vergangenen Jahren gesehen haben, beeinträchtigen derartige Gräueltaten den Tourismus und schmälern die Gewinne der Fluggesellschaften“, sagte Analyst Neil Wilson vom Brokerhaus ETX Capital. Air France-KLM, EasyJet und Ryanair rutschten um bis zu zwei Prozent ab. Die Titel der Lufthansa hielten sich nach Einschätzung von Händlern dagegen wegen Spekulationen um eine Übernahme von Teilen der insolventen Air Berlin 0,4 Prozent im Plus.

Auch an der Wall Street war die Stimmung verhalten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zu Börsenschluss in Europa leicht im Minus. Börsianer fürchten in den USA eine politische Isolierung von US-Präsident Donald Trump und ein Aus für seine Pläne zur Ankurbelung der Konjunktur. "Immer mehr Anleger geben ihre Hoffnungen auf die angekündigten Pläne zu Steuersenkungen und Infrastrukturprojekten auf", sagte Chef-Investmentstratege Bruce McCain von der Key Private Bank.

Wegen seiner umstrittenen Äußerungen zu den rechtsextremen Ausschreitungen vom vergangenen Wochenende distanzieren sich immer mehr Firmenchefs und führende Republikaner vom US-Präsidenten. Der republikanische Senator Bob Corker stellte sogar die Regierungsfähigkeit Trumps infrage.

Arg gebeutelt wurden die Aktien von Sportartikel-Konzernen, nachdem der US-Sportschuh-Hersteller Foot Locker seine Anleger mit einem Umsatz- und Gewinnrückgang schockte. Dessen Aktien brachen um 27 Prozent ein. Adidas verloren im Dax 1,3 Prozent, Nike und Under Armour büßten an der Wall Street jeweils vier Prozent ein. Analyst John Zolidis riet zum Verkauf von Aktien aus der Branche. „Der Modetrend hat sich umgekehrt, wir erwarten einige schwere Jahre für Unternehmen aus der Sport-Modebranche.“

In den deutschen Handelssälen stießen die Papiere von Stada auf große Beliebtheit, nachdem die 5,3 Milliarden Euro schwere Übernahme des Arzneimittel-Herstellers durch die Finanzinvestoren Bain und Cinven doch noch geklappt hat. Stada-Aktien schossen um 13,2 Prozent in die Höhe und schlossen mit 72,55 Euro so hoch wie noch nie.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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