Börse Frankfurt Dax geht mit Verlusten aus dem Handelstag

Nach seiner jüngsten Rekordfahrt fielen die Kurse am deutschen Aktienmarkt mehrheitlich. Es sei Zeit, Luft abzulassen und Gewinne mitzunehmen, sagten Börsianer. Die Aktie der Lufthansa stürzte auf ein Vier-Monats-Tief.
Update: 11.06.2014 - 17:41 Uhr 34 Kommentare
Händler auf dem Parkett der Deutschen Börse in Frankfurt. Quelle: dpa

Händler auf dem Parkett der Deutschen Börse in Frankfurt.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Pessimismus in den Chef-Etagen einiger Konzerne vermieste Aktienanlegern am Mittwoch die Stimmung. Belastet von zweistelligen prozentualen Kursverlusten bei der Lufthansa schloss der Dax 0,8 Prozent leichter auf 9949 Punkten. „Wir hängen seit etwa zwei Wochen auf dem aktuellen Niveau fest und konnten uns von der psychologisch wichtigen Dax-Marke von 10.000 Punkten nicht absetzen“, sagte ein Börsianer. „Daher ist es Zeit, etwas Luft abzulassen und Gewinne mitzunehmen.“ Er halte einen Rückgang auf bis zu 9800 Zähler für möglich.

Aus Sicht seines Kollegen Markus Huber vom Brokerhaus Peregrine & Black ist ein größerer Kursrutsch nicht zu erwarten. „Es gibt immer noch viele, die Verkäufe als willkommene Kaufgelegenheit betrachten.“

Der MDax ging am Mittwoch 0,8 Prozent leichter bei 17.026 Punkten aus dem Rennen, der TecDax verlor 0,8 Prozent auf 1314 Punkte und der Euro Stoxx 50 sank um 0,7 Prozent.

An der Wall Street hielten sich Anleger zuletzt ebenfalls zurück. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zuletzt 0,6 Prozent schwächer auf 16.849 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,4 Prozent auf 1943 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,1 Prozent auf 4333 Stellen.

Nach der jüngsten Rekordjagd hätten die Investoren Mühe, Gründe für weitere Käufe zu finden, hieß es am Markt. Zudem trübte die Weltbank mit einer schwächeren Konjunkturprognose die Stimmung auf dem Parkett.

In Japan stieg der Nikkei um 0,3 Prozent auf 15.037 Punkte. Die Gewinne hielten sich aber im Grenzen, weil sich Investoren wegen der seit Ende Mai anhaltenden Rally zurückhalten. Japanische Aktien hätten in kurzer Zeit stark zugelegt, sagte Isao Kubo von Nissay Asset Management.

Thema Nummer eins auf dem Börsenparkett war die Reduzierung des Lufthansa-Gewinnziels für 2014 auf eine von zuvor 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro. Außerdem hält die Airline es nicht mehr für möglich, das Ergebnis wie geplant mit Hilfe des Sanierungsprogramms Score 2015 auf 2,65 Milliarden Euro zu steigern. „Das kommt überraschend, da sie auf einem guten Weg waren“, sagte ein Börsianer.

Die Lufthansa-Aktie fiel daraufhin um bis zu 16 Prozent auf ein Vier-Monats-Tief und schloss 14 Prozent tiefer. Das ist der größte Tagesverlust seit etwa fünf Jahren. Damit ging etwa die Hälfte des Dax-Verlustes auf das Konto dieses Wertes. Der 16-prozentige Kurssturz verringert den Börsenwert des Unternehmens um knapp 1,5 Milliarden Euro. Das entspricht in etwa dem Zehnfachen der gesamten Marktkapitalisierung der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin.

Im Sog der Lufthansa verloren die British Airways-Mutter IAG 2,9 Prozent und Air France-KLM 6,9 Prozent. Auch Fraport geriet am Mittwoch stärker unter Druck. Die Aktien des Frankfurter Flughafenbetreibers fielen 3,2 und übernahmen im MDax zeitweise die rote Laterne. Dazu trägt auch die Herunterstufung durch die RBC-Analysten bei, die die Titel auf „sector perform“ von „outperform“ abstuften und ihr Kursziel um drei auf 60 Euro senkten.

Vallourec fallen auf 14-Montats-Tief
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34 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax geht mit Verlusten aus dem Handelstag"

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  • Foto zum Artikel "Händler auf dem Parkett".

    Sind die eigentlich alle so fett heutzutage oder ist das nur eine schlechte Aufnahme?

  • Schlaft gut & sammelt Kräfte. Ihr werdet sie brauchen in den nächsten Tagen.

    Wenn ich sowas hier lese, dann weiss ich, dass es bald bergab geht:

    www.godmode-trader.de/analyse/nein-liebe-crash-propheten-der-dax-ist-nicht-zu-teuer,3772203

    Schönen Abend!

  • Das ist ein gutes Zeichen. Gold ist gerade das wohl meist gehasste Asset.

  • Übrigens redet keiner mehr von Gold.

  • Wacht auf, Ihr jämmerlichen Notenbank-Junkies!

    Da werden Euch noch kurz vor Brot-und-Spiele (WM) Marios Hütchenspielertricks vorgeführt und Ihr strömt bei 10.000 in Aktien. Freue mich schon auf Marios Buch in 3-4 Jahren ("I did it my way - wie ich Europa in den Abgrund stürzte").

    Wer jetzt noch in Aktien investiert ist ohne Absicherung oder schlimmer Anleihen oder noch schlimmer teure Mischfonds, die den ganzen Schrott der Peripherie halten, der hat es einfach nicht verstanden.

    Ihr müsst nicht so extrem wie ich auf langlaufende Puts setzen, aber rettet Euer Vermögen bevor es an Eure "Brüder & Schwestern" im Süden Europas verteilt wird.

    Tagesgeld ist sicher? Schaun wir mal...

  • "Bad weather in the U.S., the crisis in Ukraine, rebalancing in China and the anticipated rise in interest rates will hit global growth this year, according to the World Bank, which has urged countries to continue urgent reforms."

    Das sollen die Gründe für den Dax-Rückgang sein. Ha ha ha...

  • Nicht unbedingt die Zinsen, aber die Preise der Anleihen. Medial nicht ganz so präsent, aber das "KGV" der Anleihen liegt derzeit weit über dem historischen Schnitt. Das auch nicht nur für sichere AAA, sondern besonders bei Hybrid + High Yields.

  • Wenn das Shiller KGV zu seinem Mittelwert strebt, werden das auch die Zinsen tun?

  • Mal angenommen, man unterstellt eine längere Niedrigzinsphase + dass die Bewertungen der Aktienmärkte sich eher wieder ihrem durchschnittlichen Mittel annähern werden.

    Nimmt man die Werte der Vergangenheit, dann würden sich in solch einem Umfeld langlaufende Bunds/Treasuries Dank ihrer negativen Korrelation doch gut als "Hedge" eignen.

    Oder sind die Gefahren durch das Tapering und die Eigendynamik der Zinsen am langen Ende eine zu grosse Gefahr?

  • Getreu dem Motto "früher oder später kriegen wir Euch alle" ist doch die LH heute schon mal ein schöner Vorgeschmack was passiert, wenn die bereits im KGV eingepreisten Gewinnerwartungen ausbleiben.

    Die meistgehandelten Derivate sind heute Calls. Kleinanleger lernen es nie.

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