Börse Frankfurt
Dax geht nach US-Daten steil bergauf

Seit langem wieder gute Nachrichten aus Amerika. Das US-Handelsbilanzdefizit ist im April gesunken. Der Dax konnte davon profitieren und im späten Handel mächtig zulegen. 7.200 Punkte scheinen in Reichweite zu sein.
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DüsseldorfLange hielt sich der Dax auf Vortagsniveau. Auch die EZB-Leitzinsentscheidung konnte keine Impulse geben. Erst die Veröffentlichung eines geringeren Defizits in der US-Handelsbilanz hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag zugreifen lassen. Am Morgen zeitweise im Minus notierte er am Nachmittag dann in der Spitze 1,78 Prozent deutlich im Plus und schloss mit 1,41 Prozent auf 7,158 im positiven Bereich. „Die meisten Investoren schauen derzeit vor allem auf Konjunkturdaten aus den USA, deshalb werden die Zahlen heute positiv bewertet“, sagte ein Händler. In den USA ging die Differenz zwischen Exporten und Importen im April auf rund 43,7 Milliarden Dollar zurück. Sollte sich dieser Trend in den kommenden Monaten bestätigen, würde hieraus im zweiten Quartal ein massiver Wachstumsimpuls für die US-Wirtschaft resultieren, kommentierte Analyst Heinrich Bayer von der Postbank.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax schloss mit 1,32 Prozent auf 10.678 Punkte ebenfalls im Plus. Der TecDax notierte 0,66 Prozent auf 888 Zähler fester.

Schlechte Nachrichten gab es heute hingegen wieder bezüglich der Bonität der USA . Die Ratingagentur Fitch hatte am Mittwoch mitgeteilt, sie werde die Kreditwürdigkeit von US-Staatsanleihen herabstufen, sollte die Regierung im August Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. Die Regierung hat erklärt, zu diesem Zeitpunkt habe sie dazu keine finanziellen Spielräume mehr.

Eine Zahlungsunfähigkeit der US-Regierung sei die größte Gefahr für die Weltwirtschaft, sagte der Präsident der Fed von St. Louis. "Die US-Haushaltslage könnte, wenn sie nicht richtig gehandhabt wird, einen weltweiten Makro-Schock auslösen", sagte Bullard. "Die Idee, dass die USA zahlungsunfähig werden könnten, ist eine gefährliche."

Leitzinserhöhung im Juli erwartet

Die mit Spannung erwarteten Aussagen von EZB-Chef Jean-Claude Trichet zur Zinspolitik lieferten dem Aktienmarkt nur wenig Impulse. „Die Anleger wissen ja auch nicht, was sie mit der Gefahr einer höheren Inflation anfangen sollen“, sagte ein Händler. „Andere Anlageklassen wie Renten oder Rohstoffe wirken wegen der Risiken rund um Griechenland und einer Konjunkturabkühlung derzeit ja auch nicht gerade verlockend. Und einen Inflationsschutz bekommt man auch durch Aktien.“

Am Nachmittag teilte die EZB wie erwartet mit, dass sie den Leitzins auf dem Niveau von 1,25 Prozent belässt. In der anschließenden Pressekonferenz gebrauchte der EZB-Präsident Jean-Claude Trichet die Formulierung „hohe Wachsamkeit“ hinsichtlich der Preisentwicklung. Das galt bei den Beobachtern als Signal für eine Anhebung des Leitzinses im folgenden Monat, üblicherweise um einen Viertelprozentpunkt. Der Euro stieg daraufhin auf 1,4651 Dollar im späteren Verlauf musste er jedoch wieder auf 1,4525 Dollar nachgeben.

Im Fokus der Anleger stand daneben die Entwicklung in Griechenland. Finanzminister Wolfgang Schäuble hat den zusätzlichen Finanzbedarf Griechenlands auf rund 90 Milliarden Euro bis 2014 beziffert. Knackpunkt ist derzeit vor allem die deutsche Forderung nach einer Beteiligung der privaten Gläubiger an einem neuen Hilfspaket.

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Griechenlandkrise belastet deutsche Banken

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  • Meine Güte, diese Daytrader sind die ärmsten Hunde unserer Tage: sie lechzen an den Börsennachrichten, die längst gefiltert sind und fühlen sich (nur) meisterlich, wenn sie einpaar Taschengeld-EUROs verdienen. Gibt es nichts sinnvolleres???? Moderne Plamage! Auf zum nächsten Herzinfarkt!

  • Hallo, hier schreiben immer die gleichen Leut! Beeinflusst etwa IHR die Kurse??

  • erst long, dann short, jetzt an der seitenlinie und warten auf neue impulse. macht die ecb vllt. doch was???

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