Börse Frankfurt
Dax geht vor Berichtssaison in die Knie

Die Berichtssaison steht in den Startlöchern und der Dax verliert. Viele Anleger blicken mit Sorge auf schwachen Konjunkturdaten, die nichts Gutes für den Zahlenreigen verheißen. Der Dax schließt unter 9100 Punkten.
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FrankfurtMit jeder Veröffentlichung neuer Konjunkturdaten aus Deutschland wird eines immer deutlicher: Die Börsenkurse sind der Realwirtschaft weit enteilt. Heute belegten die Zahlen der deutschen Industrieproduktion diese Tatsache. Den Daten nach haben die deutschen Unternehmen im August ihren Ausstoß um rund vier Prozent gedrosselt. Experten hatte lediglich mit einem Rückgang von 1,5 Prozent gerechnet. Volkswirt Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus bezeichnete die Zahlen als ernüchternd. „Die späten Sommerferien erklären nicht alles.“.

An den Aktienmärkten reagiert man regelmäßig allergisch auf solche Wirtschaftsdaten. So auch heute. Der Dax schloss am Dienstag rund 1,3 Prozent im Minus auf 9086 Punkte. Der MDax sank um 1,3 Prozent auf 15.550 Zähler und der TecDax rutschte sogar 1,9 Prozent ins Minus auf 1203 Zähler.

Aus den USA kamen ebenfalls keine guten Signale. Der Dow Jones notierte nach Frankfurter Börsenschluss 0,9 Prozent tiefer auf 16.835 Punkte.

Die schwächeren Konjunkturdaten aus Deutschland und der Euro-Zone lösen bei den Anlegern Ängste aus, die bevorstehende Berichtssaison in Deutschland könne schwächer ausfallen als erwartet und weitere Gewinnmitnahmen nach sich ziehen. Vor allem langfristig orientierte Börsianer könnten damit anfangen ihre Positionen zu verlassen.

Eine Studie von Ernst & Young bestätigt diese Sorgen. Die Beratungsgesellschaft hat festgestellt, dass die Umsätze der 300 größten europäischen Firmen im ersten Halbjahr stagnierten, während die gemeinsamen Erlöse der US-Konzerne um fünf Prozent stiegen. Auch beim Gewinn legten die US-Konzerne stärker zu als die Europäer. Der Abstand werde in einigen Branchen inzwischen beunruhigend groß, sagte EY-Partner Markus Thomas Schweizer.

Verstärkt wurden die Konjunkturängste heute durch den Internationalen Währungsfonds (IWF), der eine neue Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum vorgelegt hat. Im Vergleich zu seiner Juli- Prognose von vier Prozent geht der IWF nun nur noch von 3,8 Prozent aus.

In den USA wird die Berichtssaison morgen traditionell mit den Zahlen des Stahlherstellers Alcoa eingeleitet. Viele US-Anleger gehen heute allerdings aus Mangel an klaren Signalen in Deckung, weshalb die US-Indizes an Boden verlieren.

Gute Konjunkturdaten müssen in den USA nämlich nicht zwangsweise eine Stimmungsverbesserung hervorrufen. Denn je besser die Wirtschaftsdaten und damit auch die Aussichten der Unternehmen künftig größere Gewinne einzufahren, desto eher gehen die Börsianer davon aus, dass die US-Notenbank Fed ihre expansive Geldpolitik drosselt und die Zinsen anhebt. Welcher Effekt stärker auf die Kurse einwirken wird, kann derzeit schwer abgeschätzt werden.

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  • Das ist alles Spekulation.Ein Beispiel aus der Historie könnte helfen Ihre Frage zu beantworten:Von Anfang 99- Juni 01 gewann der Dollar beständig gegenüber dem Euro(1,09-0,84).Das lag daran,dass zu dieser Zeit der Leitzins in den USA meistens über den der EZB lag.Hinzu kamen Akzeptanzprobleme der neuen Währung bei den internationalen Investoren.Erst mit dem Beginn der Vorbereitungen zum Irak-Krieg- Anfang März- 02 gab der Dollar deutlicher ab.Das lag daran,dass viele Investoren(Russland,arabischer Raum,Europa) den kommenden Krieg als ungerechten Krieg verurteilten und dementsprechend ihr Dollar-Engagement zurückfuhren.Zur Sache:Normalerweise,wenn die FED die Zinsen ab Mitte 2015 anhebt und wieder in Richtung 3 Prozent läuft (bis Ende 2017?) und die EZB bei Null bleibt bis Ende 2017?),müsste es spätestens Anfang/Mitte 2016 wieder zur Parität kommen.Oder ,die EZB kauft massiv Anleihen(QE) dann früher.Ist die Parität erstmal erreicht,kann durchaus später wieder das Niveau vom Juni 01 (0,84) erreicht werden.

  • Diese EU benötigt dringend :
    -einen " EU-GENERAL-ARBEITSMINISTER ! "
    -die Erhöhung des staatlichen Defizits von 3% auf 5% für alle.
    -es fehlt in der gesamte EU an eine BILLION €URO an INVESTITIONEN IN FABRIKEN UND PRODUKTIONSFLÄCHEN.
    -es fehlt in dieser EU an eine " EU-ELITE-ARMEE !"
    -es fehlt in der EU an INVESTITIONEN ( das EU-GEMEINSAM gemacht werden müssen IN RÜSTUNG !
    -es fehlt bei den Investoren an Sachverstand um zu entscheiden in welche Aktien man lieber gar nichts investiert.

    - ES FEHLT IN DIESER EU AN ERKENNTNISSE DASS MAN NICHT EINFACH STÄDTE-NAMEN DER EU BENUTZEN SOLLTE UM VERTRÄGE ZUSTANDEN KOMMEN ZU LASSEN...um dann etwa beim LISSABONER VERTRAG AB KOMMENDEN MONATEN BRÜCHIG ZU WERDEN.

    -es fehlt in dieser EU die Erkenntnisse dass man medizinisch auf dem höchsten Stand uns befinden aber es uns nichts nützt wenn wir es nur herstellen aber dann nicht anwenden.

    -es fehlt in dieser EU mehr MUT um sich WELTWEIT EINZUBRINGEN um Konflikte wie etwa in Syrien nicht bis jetzt ultimo eskalieren zu lassen.

    -es fehlt in dieser EU an einem Digitalen System für EUROPA-WEITEN ARBEITSPLATZ VERMITTLUNGEN und dessen Herausforderungen dafür dann auch einzubringen.

    - es fehlt in dieser EU an Wohnraum...siehe Problematik mit Flüchtlingsunterbringung...WAS WENN IM VESUV IVAKUIERT WERDEN MUSS ???

    - es fehlt in dieser EU mehr Bewegung gegenüber ECHTE EU-VISIONÄRE da DIE EU ZUR ZEIT gar keine echte Visionen bei egal was besitzt.

    -es gehört in dieser EU abgeräumt mit Politiker die schon zu lange in Brüssel dabei sind...NEUE MÄNNER UND FRAUEN BRAUCHT BRÜSEL...es gibt genügend potential in der EU...dass aber gar nicht in Brüssel herein kommt...

    -es gehört wie beim Insiderhandel bei Aktien GENAUSO VERBOTE und GESETZE um das Lobbyismus in der Politik zu beenden...wir versinken langsam in Korruption...das auch noch legal abläuft.

    DER DAX ist für die aktuelle Lage der EU absolut überbewertet...reale 7500 sind schon Zuviel.

    1001 Nacht-Märchen heißt heute : " EU ! "

  • Die Zinsen gibt es schon jetzt.Hängt von der Anlagedauer ab.

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