Börse Frankfurt

Dax geht zum Ende die Kraft aus

SAP enttäuscht leicht, IBM gewaltig – Konzernbilanzen bereiteten den Börsen heute Sorgen. Viele Anleger neigten daher zu Gewinnmitnahmen. Der Dax schließt – geschwächt von einer negativen Wall Street – deutlich im Minus.
Update: 21.07.2015 - 17:46 Uhr Kommentieren

„Wenn der Euro steigt, fällt der Dax“

FrankfurtBislang lief die Bilanzsaison in den USA tadellos. Doch mit IBM veröffentlichte heute ein Schwergewicht der IT-Branche enttäuschende Quartalszahlen. Auch in Deutschland konnte mit SAP ein IT-Unternehmen nicht überzeugen. Der Dax, der bis zum frühen Nachmittag um seinen Vortagskurs pendelte, rutschte mit schwach notierenden US-Börsen und anziehenden Gewinnmitnahmen deutlicher ins Minus. Am Ende schloss er rund 1,1 Prozent tiefer bei 11.605 Punkten. Der MDax beendete den Handel 0,9 Prozent leichter auf 20.924 Zählern. Der TecDax gab 0,8 Prozent nach auf 1814 Punkten.

In den USA verlor Dow Jones 1,1 Prozent auf 17.905 Punkten. Zeitgleich legte der Euro im Vergleich zu Dollar deutlich zu. Am Abend wurde die Gemeinschaftswährung 0,9 Prozent höher auf 1,0926 Dollar bewertet.

SAP konnte zwar seinen operativen Gewinn im zweiten Quartal steigern. Doch die Umstellung vom Lizenzprogramm zur Cloud-basierten Mietsoftware kostet viel Geld und belastet das Wachstum. Nur dank des schwächeren Euros belief sich das Plus auf 13 Prozent. Allerdings lag auch dieses Wachstum hinter den Prognosen der Analysten. Dementsprechend negativ reagierten die Aktien. SAP verloren am Ende 1,4 Prozent.

Noch schwächer präsentierten sich die Papiere von Energiekonzern RWE. Schwache Zahlen des Konkurrenten Vattenfall haben für eine anziehende Verkaufsdynamik gesorgt. Die Aktien sackten 2,4 Prozent ins Minus. Eon-Papiere mussten mit einem Prozent ebenfalls Verluste hinnehmen. Der schwedische Konkurrent Vattenfall hat wegen hoher Abschreibungen auf das zum Verkauf gestellte deutsche Braunkohlegeschäft einen Milliardenverlust eingefahren.

Die lukrativsten Märkte der letzten 20 Jahre
Platz 18: Japan
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Die Sutor Bank hat die 18 wichtigsten Aktienmärkte der Welt im Zeitraum von 20 Jahren untersucht, um herauszufinden, welcher Markt die stärkste Performance hatte. In der Auswertung der Hamburger Privatbank kommt Japan auf den letzten Platz. „Das war durchaus erwartbar“, kommentierte Lutz Neumann, Leiter der Vermögensberatung der Sutor Bank, das schlechte Abschneiden Japans. Auf den anderen Plätzen fanden sich allerdings ein paar Überraschungen.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): 0,19 Prozent pro Jahr

Platz 17: Österreich
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Ziemlich oft bergab ging es auch für Anleger am österreichischen Aktienmarkt. Auf 20-Jahressicht schaffte der österreichische MSCI Austria Index immerhin doch noch ein Plus. Schlusslicht war Österreich unter anderem im Jahr 2014. Die Sanktionen gegen Russland belasteten österreichische Banken und Unternehmen, die stark in Russland engagiert sind.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 1,65 Prozent pro Jahr

Platz 16: Italien
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Der MSCI Italy Index gehört im internationalen Vergleich der Sutor Bank ebenfalls zu den Schlusslichtern. Besonders schlecht lief es für den italienischen Aktienmarkt in den Jahren 2010 und 2011 als die europäische Schuldenkrise aufkam.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 3,99 Prozent pro Jahr

Platz 15: Singapur
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Singapur ist ein beliebter Finanzplatz und verfügt über eine beeindruckende Skyline. Besonders hoch hinaus kamen hier Anleger jedoch nicht. Der MSCI Singapore Index gehört zu den schwächsten innerhalb der vergangenen 20 Jahre.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 5,35 Prozent pro Jahr

Platz 14: Belgien
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In der Gesamtwertung kommt Belgiens Aktienmarkt nur auf den vierzehnten Platz. Allerdings holte der MSCI Belgium Index in den vergangenen Jahren deutlich auf. 2014 schlug er alle anderen Indizes mit einem Plus von 37 Prozent.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 6,8 Prozent pro Jahr

Platz 13: Frankreich
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Der Aktienmarkt der zweitgrößten europäischen Volkswirtschaft schaffte es innerhalb der letzten zwanzig Jahr nicht unter die Top 10 (im Schnitt). Besonders schlecht lief es in den Jahren 2001 (- 18 Prozent) und 2002 (- 33 Prozent). Lutz Neumann von der Sutor Bank betont, dass die Entwicklung eher zufällig erfolgt. Eine belastbare, seriöse Vorhersage sei unmöglich, erklärt die Privatbank.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 7,15 Prozent pro Jahr

Platz 12: Norwegen
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Der norwegische Aktienmarkt erlebte einen legendären Boom im Jahr 2009: Der MSCI Norway Index stieg um sagenhafte 81 Prozent. 2014 gehörte er allerdings zu den schwächsten Märkten, mit einem Minus von elf Prozent.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): 7,31 Prozent pro Jahr

Zu den Verlierer-Werten zählten auch Bayer. Analysten von Jefferies haben ihr Rating für den Chemieriesen von „buy“ auf „cut“ gesenkt und das Kursziel von 152 auf 150 Euro nach unten korrigiert. Die Abstufung ließ die Aktien von Bayer 2,5 Prozent ins Minus absacken.

Richtig düster sieht es heute bei Zalando aus. Die Papiere waren mit einem Minus von 5,2 Prozent mit Abstand die schwächsten Titel im MDax. Höhere Kosten bremsen den Wachstumskurs von Europas größtem Online-Modehändler. Zwar habe sich der Umsatzzuwachs im zweiten Quartal nach vorläufigen Zahlen über den Erwartungen beschleunigt. Die endgültigen Quartalszahlen will Zalando am 13. August vorlegen. Dann werde das Management womöglich über „eine etwaig erforderliche Anpassung“ der Prognose für das Gesamtjahr informieren.

IBM leidet weiter unter Umsatzschwund
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