Börse Frankfurt
Dax geht zum Ende die Kraft aus

SAP enttäuscht leicht, IBM gewaltig – Konzernbilanzen bereiteten den Börsen heute Sorgen. Viele Anleger neigten daher zu Gewinnmitnahmen. Der Dax schließt – geschwächt von einer negativen Wall Street – deutlich im Minus.
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FrankfurtBislang lief die Bilanzsaison in den USA tadellos. Doch mit IBM veröffentlichte heute ein Schwergewicht der IT-Branche enttäuschende Quartalszahlen. Auch in Deutschland konnte mit SAP ein IT-Unternehmen nicht überzeugen. Der Dax, der bis zum frühen Nachmittag um seinen Vortagskurs pendelte, rutschte mit schwach notierenden US-Börsen und anziehenden Gewinnmitnahmen deutlicher ins Minus. Am Ende schloss er rund 1,1 Prozent tiefer bei 11.605 Punkten. Der MDax beendete den Handel 0,9 Prozent leichter auf 20.924 Zählern. Der TecDax gab 0,8 Prozent nach auf 1814 Punkten.

In den USA verlor Dow Jones 1,1 Prozent auf 17.905 Punkten. Zeitgleich legte der Euro im Vergleich zu Dollar deutlich zu. Am Abend wurde die Gemeinschaftswährung 0,9 Prozent höher auf 1,0926 Dollar bewertet.

SAP konnte zwar seinen operativen Gewinn im zweiten Quartal steigern. Doch die Umstellung vom Lizenzprogramm zur Cloud-basierten Mietsoftware kostet viel Geld und belastet das Wachstum. Nur dank des schwächeren Euros belief sich das Plus auf 13 Prozent. Allerdings lag auch dieses Wachstum hinter den Prognosen der Analysten. Dementsprechend negativ reagierten die Aktien. SAP verloren am Ende 1,4 Prozent.

Noch schwächer präsentierten sich die Papiere von Energiekonzern RWE. Schwache Zahlen des Konkurrenten Vattenfall haben für eine anziehende Verkaufsdynamik gesorgt. Die Aktien sackten 2,4 Prozent ins Minus. Eon-Papiere mussten mit einem Prozent ebenfalls Verluste hinnehmen. Der schwedische Konkurrent Vattenfall hat wegen hoher Abschreibungen auf das zum Verkauf gestellte deutsche Braunkohlegeschäft einen Milliardenverlust eingefahren.

Zu den Verlierer-Werten zählten auch Bayer. Analysten von Jefferies haben ihr Rating für den Chemieriesen von „buy“ auf „cut“ gesenkt und das Kursziel von 152 auf 150 Euro nach unten korrigiert. Die Abstufung ließ die Aktien von Bayer 2,5 Prozent ins Minus absacken.

Richtig düster sieht es heute bei Zalando aus. Die Papiere waren mit einem Minus von 5,2 Prozent mit Abstand die schwächsten Titel im MDax. Höhere Kosten bremsen den Wachstumskurs von Europas größtem Online-Modehändler. Zwar habe sich der Umsatzzuwachs im zweiten Quartal nach vorläufigen Zahlen über den Erwartungen beschleunigt. Die endgültigen Quartalszahlen will Zalando am 13. August vorlegen. Dann werde das Management womöglich über „eine etwaig erforderliche Anpassung“ der Prognose für das Gesamtjahr informieren.

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