Börse Frankfurt
Dax gerät am Abend unter Druck

Am Vormittag bewegten die Nachricht vom Tod Osama bin Ladens und Unternehmensberichte die Märkte. Der Dax verliert nach einem turbulenten Vormittag und einem weitgehend ruhigen Nachmittag zum Abend an Boden.
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FrankfurtAm Vormittag war die Nachricht vom Tod Osama bin Ladens am deutschen Aktienmarkt noch kursbestimmend, drückte den Ölpreis und in Folge auch den Kurs des Euro. Nachdem Händler bereits davor gewarnt hatten, den Bin-Laden-Effekt nicht überzubewerten, beruhigte sich das Marktumfeld im Verlauf des Nachmittags bis zum Börsenschluss in Frankfurt. "Kurzfristig hat das sicher einige Auswirkungen, vor allem in den USA. Aber insgesamt ist das für den Markt kein so bedeutendes Ereignis", sagte Fidel Helmer, Kapitalmarktexperte der Frankfurter Privatbank Hauck & Aufhäuser. Im Tagesverlauf erholte sich der Ölpreis auch wieder und der Euro konnte sogar deutliche Gewinne gegenüber dem US-Dollar verzeichnen.

Dafür verantwortlich waren nicht zuletzt die guten Nachrichten vom europäischen Einkaufsmanagerindex. Die Industrie in der Euro-Zone bleibt weiterhin auf Wachstumskurs. "Die Firmen berichteten über ein anziehendes Wachstum", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. "Das bedeutet, dass wir im Jahr 2011 den bisher stärksten Aufschwung seit der Internet-Blase 2000 sehen." Allerdings geht es fast ausschließlich in Deutschland und Frankreich nach oben. Der Markit-Einkaufsmanagerindex stieg im April auf 58,0 Punkte nach 57,5 Zählern im Vormonat. Das Wachstum ist damit stärker als in einer ersten Schätzung angenommen. Für Deutschland selbst konnte der Einkaufsmanagerindex ebenfalls zulegen.

Gute Nachrichten für Commerzbank und K+S

Nachdem der Dax am Morgen noch um bis zu 1,1 Prozent auf 7600,41 Zähler geklettert war, büsste er bis zum Abend einen Großteil seiner Gewinne wieder ein. Der deutsche Leitindex ging mit einem Plus von 0,2 Prozent und 7.532 Punkten aus dem Handel. Positive Nachrichten aus dem Hause Audi hatten Automobiltiteln heute Auftrieb gegeben. Eine unverändert hohe Nachfrage aus China und den USA und eine Verdopplung des operativen Gewinns im ersten Quartal machten Eindruck. Beim Konkurrenten BMW, der am Mittwoch seine Zahlen für das erste Quartal vorlegt, gehen Analysten ebenfalls von einem kräftigen Gewinnsprung aus. BMW-Titel notierten mit einem Plus von 1,1 Prozent bei 64,37 Euro. Die Papiere der Audi-Konzernmutter Volkswagen verteuerten sich ebenfalls um 1,3 Prozent auf 134,80 Euro.

Bereits im Vorfeld der Hauptversammlung, die am kommenden Freitag ansteht, hat die Commerzbank einige Eckdaten des ersten Quartals veröffentlicht. Sie konnte in den ersten drei Monaten des Jahres ein operatives Ergebnis von rund 1,1 Milliarden Euro erzielen. In der Folge kletterten Commerzbank-Titel an die Spitze des Dax und gingen schließlich mit einem Plus von 3,4 Prozent aus dem Handel. LBBW-Analyst Olaf Kayser lobte die Zahlen. "Was überzeugt, ist die deutlich gesunkene Risikovorsorge", sagte er. Der Salz- und Düngemittelkonzern K+S ist dank der stark gestiegenen Nachfrage der Landwirte mit einem kräftigen Gewinnplus ins Jahr gestartet. Für das Gesamtjahr hob der Konzern ebenfalls seine Prognose an. Die Papiere von K+S gewannen nach der Vorlage der Quartalsergebnisse drei Prozent auf 56,24 Euro.

Schlusslicht im Dax war heute die Aktie von Bayer. Die galt allerdings nur optisch, denn die Papiere wurden ex Dividende gehandelt. Der Pharma- und Chemiekonzern schüttet pro Papier 1,50 Euro aus. Nachdem die Titel am Freitag mit 59,35 Euro geschlossen hatten, notierten sie am Abend bei 58,41 Euro. Eine sehr gute Performance in den vergangenen Wochen und eine Herabstufung durch die Deutsche Bank führten heute zu Gewinnmitnahmen bei Fresenius Medical Care. Die Titel verloren 0,7 Prozent auf 52,68 Euro. Er beurteile die Geschäftsaussichten weiterhin positiv, schrieb Analyst Holger Blum in einem Kommentar. Mit dem rund 20-prozentigen Plus seit dem Jahreswechsel spiegele sich dies aber bereits angemessen im Aktienkurs wider.

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