Börse Frankfurt
Dax gibt 100 Punkte ab

Vor der Sitzung der US-Notenbank am Mittwochabend gingen Dax-Anleger am Dienstag wie so oft in Deckung. Bei den Einzelwerten steht Manz im Mittelpunkt: Der Apple-Zulieferer verliert über fast 35 Prozent.

FrankfurtDer Chemieriese BASF kassiert nach einem deutlichen Ergebnisrückgang sein Gewinnziel und sorgt damit für Verdruss am deutschen Aktienmarkt. Die Titel des Dax-Schwergewichts rutschten am Dienstag um bis zu sechs Prozent ab, der Dax schloss ein Prozent schwächer bei 10.692 Punkten. Der EuroStoxx50 gab ebenfalls ein Prozent nach. „Die Aussagen des Managements sind wenig beruhigend”, sagte ein Händler. Vorstandschef Kurt Bock hatte erklärt, im Oktober habe BASF kein wirkliches Mengenwachstum gehabt und die Kunden verhielten sich vorsichtig.

Für Zurückhaltung sorgte neben dem Quartalsergebnis von BASF auch die zweitägige Sitzung der US-Notenbank Fed. Börsianer erhoffen sich von dem Treffen Hinweise auf den Zeitpunkt der schon seit Monaten erwarteten Zinswende. Die Währungshüter werden am Mittwoch nach Handelsschluss in Europa ihre Entscheidung und Begründung veröffentlichen. „Wenn die Fed noch in diesem Jahr die Zinsen anheben will, sollte sie jetzt die Märkte darauf vorbereiten”, sagte Franck Dixmier, globaler Anleihenchef von Allianz Global Investors.

Zuletzt hatte eine Serie enttäuschender US-Konjunkturdaten die Spekulationen auf eine baldige Zinswende gedämpft. Auch die am Nachmittag veröffentlichten Auftragseingänge für langlebige Güter passten in das Bild durchwachsener Zahlen, schrieb Helaba-Analystin Viola Julien. Die US-Industrie hat den zweiten Monat in Folge spürbar weniger Aufträge an Land gezogen. Zudem trübte sich die Stimmung der Konsumenten im Oktober überraschend ein. Die Wall Street lag zu Handelsschluss in Europa leicht im Minus. Belastet wurden die Indizes auch durch einen erneuten Kursrutsch beim Ölpreis. Die Furcht vor einer Ölschwemme bei gleichzeitig schwächelnder Nachfrage drückte den WTI-Preis in der Spitze um 3,2 Prozent auf ein Zwei-Monats-Tief von 42,58 Dollar je Fass.

Kein gutes Haar ließen die Anleger an Manz. Die Papiere des Spezialmaschinenbauers rauschten zeitweise um 34,9 Prozent in die Tiefe auf 38,30 Euro. Das war der größte Kurssturz der Unternehmensgeschichte. Der Apple -Zulieferer musste am Vorabend zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Jahresziele kassieren. Börsianer sprachen von einer Vertrauenskrise. „Der Kurssturz ist gut nachvollziehbar, die Glaubwürdigkeit des Managements ist erst einmal hin”, fasste ein Händler zusammen.

Auf der Gewinnerstraße waren dagegen die ebenfalls im TecDax gelisteten Aktien von Aixtron, die um 7,4 Prozent anzogen. Der Chipanlagenbauer hatte seine Verluste in den ersten neun Monaten eingegrenzt und für das dritte Quartal einen Gewinn ausgewiesen. Im SDax gaben MLP nach einer Gewinnwarnung 4,2 Prozent nach.

Ein Auge warfen die Anleger hierzulande auf den weltgrößten Paketdienst UPS. Der Rivale der Deutschen Post steigerte nur durch ein florierendes internationales Geschäft im dritten Quartal den Gewinn. Im wichtigen US-Heimatmarkt bröckelten dagegen die Erträge. Die UPS-Aktien verloren in New York 3,2 Prozent, Deutsche Post fielen um 1,2 Prozent. Der Bonner Konzern legt am 11. November Zahlen für das dritte Quartal vor.

Keinen guten Tag erwischte auch die Telekom -Tochter T-Mobile US, deren Aktien um fast sieben Prozent nachgaben. Die Amerikaner verfehlten bei Umsatz und Gewinn die Analystenerwartungen. Die Titel der Deutschen Telekom verloren im Dax 1,3 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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