Börse Frankfurt
Dax gibt nach Erfolgsrally nach

Die Anleger sind nach Kursgewinnen der vergangenen Tage auf die Bremse getreten, der deutsche Leitindex gab leicht nach. Investoren haben allerdings Finanzwerte aus dem Depot geworfen.
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FrankfurtDer Dax hat nach seiner jüngsten Erholungsrally am Donnerstag moderat nachgegeben. Nach einer bis zum Vortag sehr positiv verlaufenen Handelswoche, die dem Leitindex ein Plus von mehr als 2 Prozent beschert hatte, sank er um 0,49 Prozent auf 12 203,46 Punkte.

Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB) zum starken Euro wirkten sich am Nachmittag nur kurzzeitig stützend aus, dann ging es im Schlepptau schwächelnder US-Börsen wieder deutlicher bergab.

MDax und TecDax hielten sich etwas besser: Der Index der mittelgroßen Werte verlor am Donnerstag 0,26 Prozent auf 24 899,78 Punkte, der Technologiewerte-Index stieg um 0,12 Prozent auf 2270,22 Zähler.

Wegen der Kritik an seinen Äußerungen zu den rechtsextremen Ausschreitungen in Virginia löste Trump zwei Beratergremien mit Konzernchefs auf. „Trump isoliert sich zunehmend und an eine Umsetzung seines Wirtschaftsplans glaubt kaum noch jemand", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. „Die US-Konjunktur läuft zwar noch solide. Trumps Unberechenbarkeit könnte aber jederzeit zum Risiko werden." Vor diesem Hintergrund verteuerte sich die „Antikrisen-Währung" Gold um bis zu 0,6 Prozent auf 1290,08 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Finanzwerte warfen Investoren dagegen aus ihren Depots. „Banken hatten große Hoffnungen darauf gesetzt, dass Trump einige der Regeln und Beschränkungen, die nach der Finanzkrise von 2008 erlassen wurden, aufhebt", sagte Analyst Henry Croft vom Brokerhaus Accendo. JP Morgan, Goldman Sachs & Co., die am Mittwoch bereits verloren hatten, gaben daraufhin im vorbörslichen US-Geschäft um bis zu 1,9 Prozent nach. In ihrem Sog büßte der europäische Banken-Index ein Prozent ein. Mit Kursverlusten von teilweise bis zu 3,2 Prozent gehörten Deutsche Bank, die Schweizer UBS und die französische Societe Generale hier zu den schwächsten Werten.

Wegen der anhaltend niedrigen Inflation schreckt die Europäische Zentralbank vor einem baldigen Kurswechsel zurück. In den Protokollen zur jüngsten Ratssitzung äußerten sich die Währungshüter besorgt über die Aufwertung des Euro in den vergangenen Monaten. Sie macht Waren heimischer Firmen auf dem Weltmarkt teurer. "Das war eine klare verbale Intervention der EZB", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Als Reaktion auf die EZB-Stimmen fiel die Gemeinschaftswährung zeitweise auf ein Drei-Wochen-Tief von 1,1661 Dollar.

Auch die US-Notenbank Fed favorisiert offenbar eine Politik der ruhigen Hand. Der Abbau der billionenschweren Wertpapierbestände ab September scheine zwar ausgemachte Sache zu sein, sagte QC-Experte Altmann. „Dagegen ist ein weiterer Zinsschritt in diesem Jahr alles andere als sicher." Investoren sehen die Wahrscheinlichkeit hierfür bei weniger als 50 Prozent.

Daneben sorgte die Insolvenz von Air Berlin weiter für Turbulenzen. Nach den Vorstellungen von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt soll die Lufthansa den Löwenanteil der Fluggesellschaft übernehmen. Die Monopolkommission beurteilt dies jedoch kritisch und stellt strenge Auflagen in Aussicht. Vor diesem Hintergrund beendeten die Lufthansa-Titel ihren Höhenflug der vergangenen Tage und stagnierten bei 20,75 Euro.

Zu den größten Verlierern in Europa gehörten die Aktien von Kingfisher. Sie rutschten in London zeitweise um 4,2 Prozent auf 293 Pence ab. Europas größte Baumarktkette enttäuschte mit einem Umsatzrückgang und zurückhaltenden Prognosen.

Allerdings hat mit seinem detaillierten Zwischenbericht Sixt am Donnerstag einige Anleger zum Einstieg ermuntert. Die Aktien des Autovermieters stiegen im Laufe des Tages um drei Prozent auf ein Rekordhoch von 64,75 Euro und waren damit im SDax der größte Gewinner. Das erste Halbjahr habe ein solides Umsatz- und Ergebniswachstum ohne große Überraschung gezeigt, schrieb DZ-Bank-Analyst Harald Heider in einer Kurzstudie. Das dürfte auch so bleiben. Daher bekräftigte Heider seine Kaufempfehlung.

Analyst Christian Weiz von Baader Helvea empfiehlt dagegen, die Aktien nur zu halten. Sie seien schon fair bewertet und die meisten guten Nachrichten seien berücksichtigt. Daher sei vorerst nicht mit einem weiteren Kursanstieg zu rechnen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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