Börse Frankfurt
Dax gibt nach, Versorger unter Druck

Die Finanzmärkte haben am Montag kaum auf den Wahlsieg von Angela Merkel und der Union reagiert. Stattdessen beschäftigt sie die Frage, wie schnell die neue Regierungskoalition stehen wird. Verlierer waren RWE und Eon.
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FrankfurtDie meisten Unternehmer dürften mit dem Ausgang der Bundestagswahl zufrieden sein. An der Börse in Frankfurt machte sich das Ergebnis jedoch nicht wirklich bemerkbar. Der Deutsche Aktienindex pendelte den Großteil des Handelstages um seinen Vorwochenschlussstand. Am Abend schloss er 8635 Punkten und damit 0,47 Prozent tiefer als am Freitag.

Der MDax verlor 0,46 Prozent auf 14956 Punkte, der TecDax drehte 0,17 Prozent ins Plus und schoss bei 1069 Zählern. Der Eurozonen-Leitindex Eurostoxx 50 notierte bei Börsenschluss 0,69 Prozent schwächer bei 2906 Stellen. Der Euro kostete am Abend 1,3487 US-Dollar.

Der Wahlerfolg von Bundeskanzlerin Angela Merkel ist für die meisten Investoren eine Garantie für Kontinuität. An den Märkten setzen die Anleger nun vor allem auf eine Große Koalition aus Union und SPD, auch wenn sich die SPD noch ziert. „Angela Merkels Wiederwahl ist ein Zeichen politischer Stabilität, und die Märkte lieben Stabilität“, fasst David Thebault, Chefhändler beim Brokerhaus Global Equities in Paris zusammen. „Ein Risiko weniger, um das man sich Sorgen machen muss.“ Allerdings wäre nach Einschätzung von Börsianern eine Hängepartie bei der Regierungsbildung schlecht für die Märkte.

Beobachter argumentierten, dass sich an dem Kurs Deutschlands in der Eurokrise nun nichts Wesentliches ändern werde. Es sei mit einer Fortsetzung der Politik von „Zuckerbrot und Peitsche“ zu rechnen, kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank, den Wahlausgang. Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research sagte: „Die Fortsetzung der Kanzlerschaft war eingepreist, belasten könnten nur allzu zähe Koalitionsverhandlungen.“ An den Märkten für Staatsanleihen gab es ebenfalls keine nennenswerte Reaktion.

Gute Nachrichten kamen aus der Euro-Zone. Dort hat zum Ende des Sommers die Konjunktur weiter zugelegt. Die Geschäfte in der Privatwirtschaft liefen im September so gut wie seit Juni 2011 nicht mehr, wie aus einer am Montag veröffentlichten Markit-Umfrage unter mehr als 4000 Firmen hervorgeht. Der Einkaufsmanagerindex, der die Industrie und die Dienstleister zusammenfasst, stieg um 0,6 auf 52,1 Punkte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Plus auf 51,9 Zähler gerechnet. Das Barometer bleibt damit über der Marke von 50 Punkten, ab der es Wachstum signalisiert.

Laut Markit ist außerdem das Volumen geliehener Euro Stoxx 50-Aktien - ein Maß für Wetten gegen Wertpapiere - auf 1,7 Prozent der gesamten ausstehenden Aktien gefallen. Auf den Höhenpunkt der Finanzkrise betrug dieser Wert noch 24 Prozent. Wetten auf einen Kursanstieg in Europa dagegen haben den höchsten Stand seit 2007 erreicht, so eine Umfrage der Bank of America unter Vermögensverwaltern.

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  • Draghi meldet sich auch pünktlich

    http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/geldpolitik/rueckgang-der-liquiditaet-draghi-stellt-banken-neue-notkredite-in-aussicht/8835790.html

  • Das Spiel beginnt doch erst nach Börsenschluss

  • Der Zug rollt.....


    wenn die Kanzlerin die Richtige Verbindung eingeht!

    Eine Koalition zwischen Union und Grünen finde ich am Besten ... Schnittmengen sind bei den beiden Parteien nicht zu sehen. Das würde definitiv besser funktionieren, als eine große Koalition mit der SPD! Eine CDU/SPD Verbindung würde die Regierungsfähigkeit von Angela Merkel in einer so wichtigen Zeit lähmen. Hoffe die Kanzlerin erkennt das auch

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