Börse Frankfurt: Dax gibt vor Start der US-Berichtssaison nach

Börse Frankfurt
Dax gibt vor Start der US-Berichtssaison nach

Vor der Präsentation der ersten US-Unternehmenszahlen haben sich die Anleger in Frankfurt am Dienstag mit Zukäufen zurückgehalten. Für einen turbulenten Auftritt sorgte indes erneut die Aktie von Solarworld.
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FrankfurtVor dem Start der US-Berichtssaison am Dienstagabend hat der Dax erneut leichte Verluste eingefahren. Nachdem sich der Leitindex über weite Teile des Tages in der Gewinnzone aufhielt, fiel er zum Handelsschluss um 0,5 Prozent auf 7695 Punkte und erreichte den bislang tiefsten Schlusstand im Januar.

Händler begründeten die Abwärtsbewegung am Nachmittag mit sehr vagen Gerüchten, wonach Paris über eine bevorstehende Abstufung der Kreditwürdigkeit französischer Staatsanleihen durch eine Ratingagentur informiert worden sei. Dies wurde von der französischen Regierung jedoch dementiert. Andere Börsianer nannten auch den nachgebenden Euro und die schwächere Wall Street als Belastungsfaktoren. In der zweiten Reihe verlor der MDax 0,1 Prozent auf 12.191 Punkte. Der TecDax kletterte um 0,6 Prozent auf 864 Stellen.

Marktstratege Stan Shamu vom Broker IG sprach von einer Konsolidierung und abwartenden Haltung an den Märkten. Der Risikoappetit sei aktuell ausgeglichen, es werde auf neue Impulse gewartet. Diese dürfte es schon am Abend geben, wenn in den USA der Aluminiumkonzern Alcoa seine Ergebnisse für das vierte Quartal und das Jahr 2012 vorlegt. Außerdem präsentiert der Agrarkonzern Monsanto die Zahlen für das erste Quartal seines Geschäftsjahres 2012/2013.

Viele Analysten erwarten von der Bilanzsaison aber keine großen Impulse. Der über Monate geführte Haushaltsstreit in den USA dürfte bei den Unternehmen Spuren hinterlassen haben, heißt es in viele Kommentaren. Goldman Sachs rechnet damit, dass sich die Gewinne an den europäischen Börsen in den ersten drei Monaten des Jahres in Grenzen halten werden, da der US-Haushaltsstreit und die Euro-Schuldenkrise noch nicht beigelegt sind. Für den europäischen Stoxx 600-Index prognostizieren sie einen Anstieg von einem Prozent. Die Analysten von Cheuvreux gehen sogar von einem Rücksetzer an Europas Börsen aus.

Zu den Gewinnern im Dax gehörten am Abend die Papiere des Nivea-Herstellers Beiersdorf. Sie legten um 2,4 Prozent zu, nachdem Analysten von Nomura das Kursziel für die Aktie von 60 auf 72 Euro erhöht hatten. Ebenfalls oben standen bei Börsenschluss in Frankfurt die Werte von Merck (+2,4 Prozent) und K+S (+1,4 Prozent).

Am unteren Ende des Dax notierten die Papiere von Lanxess mit einem Minus von 3,3 Prozent. Händler führten das auf einen Kommentar des Brokerhauses MainFirst zurück. Die Experten rechnen für den Konzern mit einem schwierigen Start in das erste Quartal, da vor allem in der Auto- und Reifenindustrie die Nachfrage schwächele. Sie stuften die Aktien laut Börsianern auf „Underperform“ zurück.

„Offenbar fühlen sich einige Anleger an die Aussagen des Firmenchefs Axel Heitmann vom Jahresende erinnert und erwarten nichts allzu Gutes“, sagte ein Börsianer. Er hatte kurz vor Weihnachten in einem Zeitungsinterview erklärt, dass die Gewinnsteigerung im zu Ende gehenden Geschäftsjahr „eher am unteren Ende“ der prognostizierten Spanne von fünf bis zehn Prozent liegen und auch der Start ins Jahr 2013 unruhig werde.

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Kräftige Kursausschläge bei Solarworld

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  • @KlinglBiml
    warum sollten Sie sich unbeliebt machen ?
    Es verfolgt Ihre Posts ja niemand aufmerksam
    und ist so blöd danach zu handeln.

  • also derzeit gehöre ich selbst zu den "anderen".

    Na, wo seit's er alle hin? Wer meine posts aufmerksam verfolgt, muss sich eingestehen, dass ich mit meiner contra-Handeslblatt einstellung ordentlich €€€ gemacht habe.

    Tja, man muss ich auch mal unbeliebt machen und nicht der sesshaften Handelsblatt-Redaktion-und-Leser-Meute hinterher rennen.

    Ich sollte eigentlich auch Analyst werden! Ach ne, so einen besch****en "Job", nein so einen Kaffesatzlesen-Tätigkeit würde ich never ever machen.

  • Short ist Mord... am eigenen Geld.

    Man braucht schon ein extrem gutes Timing, um in der aktuellen Phase mit Short Geld zu machen. Die Notenbanken fluten alles zu - falls nötig. Also sollte doch klar sein, wo das Geld am besten aufgehoben ist.

    Ist aber euer Geld bzw. war.

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