Börse Frankfurt

Dax gibt wenige Zähler ab

Der Dax fängt sich wieder. Nach einem kurzzeitigen Sturz auf ein neues Jahrestief notiert er zum Handelsschluss nur leicht im Minus. Vor allem Versorger-Titel und der Erholungskurs der Autobauer stützen das Barometer.
Update: 29.09.2015 - 18:01 Uhr

VW-Krise lässt Anleger nicht los: Dax weiter unter Druck

FrankfurtDer deutsche Aktienmarkt hat sich am Dienstag nach einer sehr schwachen Eröffnung berappelt. Dazu beigetragen haben Marktexperten zufolge unerwartet gute Wirtschaftsdaten aus der Euro-Zone. Zuvor hatten Konjunkturängste, ausgelöst durch schwache Asien-Börsen, und die Folgen des VW-Skandals für erhebliche Belastung gesorgt. Der stark schwankende Handelsverlauf am Vormittag verdeutliche die gegenwärtige Unsicherheit im Markt, kommentierte ein Händler.

Der Dax war in den ersten Handelsminuten auf ein Jahrestief bei 9.325 Punkten abgesackt. Zum Handelsschluss müssen Anleger dann noch ein leichtes Minus von 0,35 Prozent verkraften. Der Leitindex schließt auf 9.450 Zählern. Die vom Manipulationsskandal um Abgaswerte gebeutelte VW-Vorzugsaktie ging rund 4,13 Prozent schwächer bei 95,20 Euro aus dem Handel.

Wie Autoaktien den VW-Unfall umfahren

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
FSE

+5,10 +2,78%
+188,20€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
Volkswagen
1 von 21

Für Volkswagen ist am Montag in der vergangenen Woche eine neue Ära eingebrochen. Es wurde bekannt, dass der deutsche Vorzeige-Autokonzern bei den Abgaswerten für Diesel-Motoren geschummelt haben soll. Rund 6,5 Milliarden Euro sollen bereits im dritten Quartal dieses Jahres „ergebniswirksam” zurückgestellt werden, so der Konzern. Über 11 Millionen Autos sind betroffen. Der Skandal schlug haushohe Wellen, nicht nur in der Autobranche, sondern vor allem auch bei den Aktionären. Um rund 20 Prozent brach die Aktie am Montag ein. Am Dienstag rauschte sie weiter abwärts. Inzwischen hat sich die Aktie leicht erholt. Dennoch ist sie inzwischen fast 40 Prozent billiger.

Kursrückgang (gemessen am Schlusskurs 18. September): -37,7 Prozent

PORSCHE AUTOMOBIL HOLDING SE INHABER-VORZUGSAKTIEN O.ST.O.N

WKN
ISIN
DE000PAH0038
Börse
Xetra

+0,82 +1,05%
0,00€
Chart von PORSCHE AUTOMOBIL HOLDING SE INHABER-VORZUGSAKTIEN O.ST.O.N
Porsche
2 von 21

Auch die Aktie von Porsche wurde von der VW-Krise heftig gebeutelt. Dabei kommen die beanstandeten Diesel-Vierzylinder-Motoren bei Porsche-Autos gar nicht zum Einsatz. Doch im Sog des Skandals musste auch die Luxusmarke personelle Konsequenzen ziehen.

Kursrückgang (gemessen am Schlusskurs 18. September): -35,8 Prozent

AUDI AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006757008
Börse
Xetra

-18,00 -2,17%
0,00€
Chart von AUDI AG INHABER-AKTIEN O.N.
Audi
3 von 21

Ebenfalls erwischt hat es die Audi-Aktie – wenn auch nicht ganz so schwer wie die Papiere von VW. Dabei finden sich auch Autos dieser Marke mit den Mogel-Motoren.

Kursrückgang (gemessen am Schlusskurs 18. September): -11,3 Prozent

DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007100000
Börse
Xetra

+0,53 +0,71%
0,00€
Chart von DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Daimler
4 von 21

Daimler setzt nach eigenen Angaben keine Manipulationstechnik zum Herunterregeln von Abgaswerten bei Diesel-Fahrzeugen ein. „Wir betrügen nicht, und wir setzen auch keine 'Defeat-Devices' ein - auch in Europa nicht”, bekräftigte ein Daimler-Sprecher am 24. September. Investoren machen trotzdem einen Bogen um die Papiere des Mercedes-Herstellers.

Kursrückgang (gemessen am Schlusskurs 18. September): -11,5 Prozent

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
FSE

+1,58 +1,67%
+96,12€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1
BMW
5 von 21

BMW geriet am 24. September in Verdacht, Abgaswerte von Diesel-Autos ebenfalls manipuliert zu haben. Ein Bericht der „Auto-Bild” legte das nahe. Daraufhin rutschte die Aktie bis zu neun Prozent nach unten.

Kursrückgang (gemessen am Schlusskurs 18. September): -10,6 Prozent

FIAT CHRYSLER AUTOMOBILES N.V. AANDELEN OP NAAM EO 0,01

WKN
ISIN
NL0010877643
Börse
Xetra

+0,11 +0,58%
0,00€
Chart von FIAT CHRYSLER AUTOMOBILES N.V. AANDELEN OP NAAM EO 0,01
Fiat Chrysler
6 von 21

Auch Fiat Chrysler hat der VW-Skandal Börsenkapital gekostet.

Kursrückgang (gemessen am Schlusskurs 18. September): -7,3 Prozent

GENERAL MOTORS CO. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US37045V1008
Börse
FSE

-0,20 -0,57%
+35,30€
Chart von GENERAL MOTORS CO. REGISTERED SHARES DL -,01
GM
7 von 21

Bei den Aktionären von General Motors (GM) schellten am Dienstag nach dem VW-Skandal ebenfalls die Alarm-Glocken. Die Aktie verlor stufenweise an Wert.

Kursrückgang (gemessen am Schlusskurs 18. September): -3,5 Prozent

Der MDax verlor -0,4 Prozent und fiel auf MDax 18.904 Punkte, der TecDax gab -0,1 Prozent nach auf 1.713 Zählern, der EuroStoxx50 verlor 0,2 Prozent und ging auf 3.034 Punkten aus dem Handel. „Die Unsicherheit über das Makrobild – vor allem, aber nicht ausschließlich, wegen China – hat die Investoren wirklich verschreckt“, sagte James Buckley von Baring Asset Management in London.

„Die Fed sieht sich noch nicht in der Lage, die Zinsen anzuheben, und es gibt Bedenken, ob Europa seine sehr langsame Erholung fortsetzen kann. Aber bald geht die Berichtssaison los, und dann liegt der Schwerpunkt wieder mehr auf dem Mikro-Bild. Ich vermute, dass wir den größten Teil der Verkäufe hinter uns haben.“

„Bis zu einem bestimmten Punkt haben Investoren damit begonnen, Rezessionsängste einzupreisen“, sagt Ralf Zimmermann, Leiter Aktienstrategie bei der Bankhaus Lampe in Düsseldorf. „Wenn die Märkte zu der Überzeugung gelangen, dass die Zentralbanken nicht mehr reagieren können, wäre das sehr negativ. Dennoch denke ich, dass die Märkte mittelfristig anziehen und nicht fallen werden, da die Investoren überreagiert haben.“

Versorger zählten zu den größten Gewinnern im Dax. RWE legten 5,1 Prozent zu, Eon gewannen 3,1 Prozent. Die von der CDU in Nordrhein-Westfalen ins Gespräch gebrachte Staatshilfe für RWE gibt den deutschen Versorgern am Dienstag Auftrieb. Continental profitierten von einer Empfehlung durch Goldman Sachs, die Aktie stieg um 4,6 Prozent. Die Aktie von Deutsche Post kletterte über vier Prozent. Einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge will der Konzern das Briefporto erhöhen.

Nach Kursverlusten am Vortag von über 29 Prozent erholten sich Glencore in London um zwischenzeitlich bis zu 11,5 Prozent. Citigroup hatte die Marktreaktion als überzogen bezeichnet. Zuletzt allerdings schmolzen die Kursgewinne überwiegend wieder ab und das Plus betrug noch 3,4 Prozent.

Die Europäische Zentralbank steht ebenfalls im Interesse der Märkte. Derzeit spekulieren Investoren, ob die EZB eine Ausweitung des Anleihekaufprogramms in Erwägung ziehen könnte. Auslöser der Spekulationen sind die dauerhaft niedrigen Ölpreise, die die Inflationsprojektionen der Zentralbank unrealistisch erscheinen lassen. So ist die Inflation in Deutschland von 0,2 auf 0 Prozent gesunken.

  • rtr
  • dpa
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