Börse Frankfurt: Dax glänzt mit fabelhaftem Endspurt

Börse Frankfurt
Dax glänzt mit fabelhaftem Endspurt

Prächtige Konjunkturdaten aus Deutschland und China sowie Notenbank-Spekulationen in den USA und Japan machten den Anlegern heute großen Appetit auf Aktien. Zu Handelsschluss kannten die Aktionäre kein Halten mehr.
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FrankfurtDer Dax beendete den heutigen Handelstag mit einem beachtlichen Plus. Bei einem Kurs von 7.811 Punkten notierte das deutsche Branchenbarometer am Ende rund 2,3 Prozent fester. Auch in der zweiten Reihe setzten die Indizes zum Endspurt an. Der MDax beendete den Mittwoch 2,2 Prozent im Plus auf 13.268 Punkte und der TecDax ging mit einem Plus von 1,5 Prozent auf 924 Zähler aus dem Handel.

In den USA zeigten sich die Börsen ebenfalls in Bestform. Der Dow Jones lag nach Xetra-Handelsschluss 0,9 Prozent im Plus auf 14.801 Punkte. Der S&P 500 legte 1,1 Prozent zu auf 1.585 und kletterte damit auf den höchsten Stand seit seiner Erstnotierung. Der Nasdaq stieg um 1,7 Prozent.

Doch was waren die Gründe für die beeindruckende Kursperformance? Eigentlich dürfte es keine geben. Denn im Euroraum kämpfen neben Zypern und Griechenland auch Schwergewichte wie Italien und Spanien um ihr fiskalisches Überleben und die USA suchen immer noch vergebens nach einem Weg zurück auf den Wachstumspfad.

Letztlich resultierte das Kursplus der Börsen aus einem Zusammenwirken von starken Konjunkturdaten aus Deutschland und China und Spekulationen um die Notenbanken in den USA und Japan.

Den Anfang machte Deutschland. Am Vormittag veröffentlichte das Deutsche Institut für Wirtschaftsordnung (DIW) ihre Prognose für das deutsche Bruttoinlandprodukt im laufenden und kommenden Jahr. Laut den Daten soll das BIP in diesem Jahr um 0,7 Prozent steigen, 2014 sogar um 1,6 Prozent. Die starke Entwicklung der deutschen Wirtschaft beruht vor allem auf der positiven Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes. Dabei zeigt sich, dass sich der Arbeitsmarkt hierzulande immer unabhängiger vom Zustand der übrigen Euroländer entwickelt. Insgesamt bremst nach Einschätzung der DIW-Forscher die Krise im Euroraum die Entwicklung der deutschen Wirtschaft immer weniger.

Später sorgten positive Außenhandelsdaten aus China für eine weitere Kaufargumente. Die Importe in der Volksrepublik legten im März überraschend deutlich zu, was als Anzeichen für eine Belebung der Inlandsnachfrage gilt und damit weitere Signale für eine kräftige Erholung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft liefert.

Der entscheidende Impuls für Dax kam allerdings erst am Nachmittag. Spekulationen um die Geldpolitik der Notenbanken Japans und der USA haben kurz vor Handelsschluss förmlich für Hamsterkäufer an den Märkten gesorgt. Vor allem die Einschätzung, dass es in den USA wohl keine unendliche Fortsetzung der Nullzinspolitik mit Unterstützung der Notenpresse geben wird, sorgte auf dem Devisenmarkt für Dollar-Käufe. Zugleich interpretierten Anleger Aussagen des neuen japanischen Notenbankchefs Haruhiko Kuroda zur Geldpolitik als Signal, dass die Bank of Japan den Geldhahn noch länger weit offen halten wird. Die Kauflaufe der US-Investoren wirkte sich letztlich dann auch auf die Aktienmärkte aus.

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  • Sie haben verstanden. Nichts aber auch gar nichts kann letztendlich die zwangsläufig notwendige Schulden-Deflation (Debtdeflation) verhindern - auch nicht die Notenbanken
    (...)
    Wir haben aktuell eine gigantische Überschussliquidität. Das ist die Geldmenge, die im Vergleich zum Wachstum der realen Produktion viel zu stark angewachsen ist - und zwar ist (in den letzten ca. 20 Jahren) die Güterproduktion weltweit etwa um das Vierfache angestiegen, das Geld- und Kreditvolumen jedoch um das VIERZIGFACHE!!
    Diese Überschussliquidität muss wieder vernichtet werden, und genau das passiert bei der Schulden-Deflation (wir haben ja ein Schuldgeldsystem). Die Zentralbanken können das nicht verhindern, nur die Fallhöhe immer weiter hebeln...

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • 7810?-Na ja,dafür das seit Jahresanfang vom HB täglich ein neues ATH beim DAX prognostiziert wird-einfach lächerlich!

  • Es herrscht der größte, globale Anlagenotstand in der Geschichte der Menschheit ! Die Globalisierung hat Vermögen erschaffen, die es in dieser Größenordnung noch nie gegeben hat.
    Doch die Globalisierung ist müde geworden. BRIC, Entwicklungsländer oder die "alten" Industrienationen: Die Wachstumsraten stagnieren trotz globaler Geldpumpe und Nullzinspolitik, der globale Anleihemarkt ist dauerhaft ruiniert bzw. wird von den NB allein für sich beansprucht, selbst Rohstoffe und immer mehr Immobilienmärkte erlahmen in ihrer Preisentwicklung.

    Wohin mit dem Geld ?

    Es bleiben praktisch nur noch die Aktien übrig und das Ergebnis ist ein Tag wie der heutige.

    Es gibt nun 2 Möglichkeiten: Entweder wurde endlich eine dauerhafte "Goldilocks-Economy" erfunden/entwickelt oder aber die Schere zwischen explodierenden Assetpreisen und Realeinkommen der Weltbevölkerung geht irgendwann wieder zusammen.

    Nichts spricht für Ersteres, alles für Letzteres.

    Trotz komplett enthemmter Geldpumpe (Japan !) kommt die Deflation zurück ! Gewinne sinken, Einkommen sinken, Austerität, Schulden steigen, Bonitäten sinken etc. pp

    2008/09 haben die Notenbanken uns vor dem ersten Angriff der Deflation gerettet. Der Preis war der Tod der Anleihemärkte. Kommt die Deflation zurück, müssten die NB analog beginnen, Aktien unbegrenzt aufzukaufen. Leider wäre das nicht Reflation sondern Hyperinflation...

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