Börse Frankfurt
Dax hat die 8.000 Punkte-Marke fest im Blick

Aufmunternde Worte von EZB-Chef Mario Draghi ließen den Dax heute wieder kräftig zulegen. Die 8.000 Punkte sind in Reichweite. Doch die Börsen bleiben labil. Denn die Ankündigung der EZB sind nur vage Versprechen.
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FrankfurtDer Dax arbeitet weiter an seiner Erholung. Am Mittwoch schloss er satte 1,7 Prozent fester auf 7.941 Punkte. Die 8.000 Punkte rücken damit wieder in Reichweite. Auch in der zweiten Reihe gab es einen ordentlichen Ruck nach oben. Der MDax stieg um 1,2 Prozent auf 13.650 Punkte und der TecDax notierte am Ende sogar 2,4 Prozent fester auf 931 Zähler.

Hauptgrund für den Anstieg heute war die Aussicht auf eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. EZB-Chef Mario Draghi hatte bei der Anhörung vor den Parlamentsausschüssen in Paris unter anderem bekräftigt, dass sein Haus bei Bedarf für weitere Hilfen bereitstehe und ein Ausstieg aus der Liquiditätsschwemme noch weit entfernt sei. Außerdem betonte er, dass das umstrittene Staatsanleihekaufprogramm OMT – falls nötig – jederzeit wieder aktiviert werden könne.

Davon profitieren konnten besonders spanische und italienische Bonds, die ein Indikator für die Risikofreude der Investoren sind. Die Anleihen Italiens warfen nur noch 4,770 Prozent ab nach 4,873 Prozent im Vortagesgeschäft. Bei spanischen Titeln fielen die Renditen von 5,046 Prozent auf 4,898 Prozent. Die beruhigenden Äußerungen der EZB-Vertreter hätten den Staatsanleihemärkten der Eurozone geholfen, hieß es in einem Kommentar der Commerzbank. Zuletzt waren die Papiere wegen der Diskussionen über ein baldiges Ende der lockeren US-Geldpolitik unter Druck geraten.

Positive Impulse für die Aktienmärkte kommen neben Europa auch aus China. Die dortige Zentralbank distanzierte sich von der Ankündigung dem kriselnden heimischen Interbankenhandel nicht unter die Arme greifen zu wollen. Die People's Bank of China (PBoC) korrigierte sogar ihre Ziele und sicherte den Aktienmärkten zu, die Zinsen am Geldmarkt "auf ein vernünftiges Niveau" zu bringen.

Das Kursplus der Aktienmärkte steht aber nichtsdestotrotz auf wackligen Beinen. Denn die Ankündigung der PBoC im Krisenfall doch eingreifen zu wollen mag vielleicht beruhigend wirken, wirklich beruhigende Auswirkungen auf die Aktienmärkte – insbesondere auf die asiatischen – hatte sie aber kaum. Besonders groß ist die Furcht bei den Investoren, dass sich die Bankenkrise negativ auf die Konjunktur auswirken könnte, die ohnehin schon mit größeren Problemen zu kämpfen hat.

Mittelfristig wird sich aus der derzeitigen Situation wohl etwas Grundsätzliches herauskristallisieren. Und zwar wird sich zeigen müssen, ob die USA China von der Vorreiterrolle als "Konjunkturlokomotive" zeitweise ablösen kann. Denn sollte sich die Krise in China weiter verschärfen, dürften negative Auswirkungen an den Aktienmärkten unmittelbar folgen. Wenn die konjunkturelle Entwicklung in den USA allerdings weiterhin in dem selben Tempo wie bisher voranschreitet, könnte dies wiederum die negativen Impulse aus Asien schwächen.

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax hat die 8.000 Punkte-Marke fest im Blick"

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  • CNBC-Forist zum Thema, daß das schlechtere BIP wohl weiteres QE erfordert:

    ""... as stocks will most likely rally on hopes of an extended period for more bond buying."

    And the banksters continue to claim: 'Sieg heil'"

  • Neben Graf Draghila träumen die Amis scheinbar auch weiter vom Endsieg.

    Naja, macht Sinn.
    GDP für das 1. Quartal (1,8%) wurde ja nur um etwa 30% (!) von den sog. "Experten"-Schätzung verfehlt, aber jetzt träumt die Gier-Bande wieder vom QE Infinity.....

  • Aber 7800 als k.o.Schwelle?Da fehlte heute nicht viel.

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