Börse Frankfurt
Dax hebt nach US-Zahlen ab

Schwache Daten vom amerikanischen Arbeitsmarkt lassen eine Zinswende im September in weite Ferne rücken. Die Hoffnung auf billiges Notenbankgeld schickt den Dax auf ein späte Rally, er schließt anderthalb Prozent höher.

FrankfurtSchwache Konjunkturdaten haben für einen Höhenflug zum Wochenausklang gesorgt. Die mit Spannung erwarteten Zahlen vom US-Arbeitsmarkt konnten die Prognosen nicht bestätigen. Damit wird eine Leitzinserhöhung der Federal Reserve schon im September noch unwahrscheinlicher. An den europäischen Börsen setzte sich trotz der unklaren Zahlen am Ende die Ansicht durch, dass zumindest für die nächste Zeit ein Drehen an der Zinsschraube vom Tisch ist.

Es hatte einige Zeit benötigt bis Aktien- und Devisenmarkt einen klaren Trend aufwiesen. Zum Frankfurter Handelsschluss notierte der Dax knappe anderthalb Prozent fester bei 10.683 Punkten. Der Euro notierte 0,4 Prozent leichter bei 1,1157 Dollar, was eher davon zeugt, dass ein Teil der Börsianer eben doch ein strafferes Zinsumfeld erwartet.

Mit 151.000 neu geschaffenen Stellen im August verfehlte die weltgrößte Wirtschaft die Prognosen von 180.000 Arbeitsplätzen außerhalb der Landwirtschaft. Die US-Wirtschaft hatte sich im Juli und Juni mit beachtlichen 547.000 Jobs zurückgemeldet, nachdem es im Mai einen desolaten Ausrutscher gegeben hatte. Dementsprechend sehen Ökonomen einer Abschwächung im Tempo gelassener entgegen, befindet sich der Arbeitsmarkt doch nahe der Vollbeschäftigung. Die Zahlen blieben also hinter den Erwartungen – dies war bereits in den vergangenen fünf Jahren im August der Fall.

Doch der Arbeitsmarktbericht enttäuschte nicht so sehr, dass in den Augen der Anleger eine Zinserhöhung für 2016 gänzlich vom Tisch ist. Die Lage bleibt weiterhin uneindeutig, wie die Pendelei auf dem Devisenmarkt zeigte. Die Wall Street nahm die Zahlen verhalten positiv auf, was letztlich für die steigende Kurse am späten Nachmittag sorgte. Sind die schwächeren Zahlen Grund genug für die Fed-Führungsriege rund um Janet Yellen, die Zinsschrauben in der Schublade zu lassen? Die separat ermittelte Arbeitslosenquote fiel von 4,9 auf 4,8 Prozent, wie erwartet.

Die US-Notenbank hatte jüngst in einer für sie ungewöhnlich deutlichen Art und Weise eine Zinserhöhung in Aussicht gestellt, weil das konjunkturelle Umfeld eine straffere Geldpolitik erlaube. Die große Frage bleibt: Wann ist es soweit? Der zuständige Offenmarktausschuss kommt am 23. September zusammen. Zuletzt hatten einige ranghohe Fed-Funktionäre in ungewohnter Offenheit für eine Erhöhung plädiert – ein Hinweis darauf, dass die Diskussionen der Währungshüter intern kontrovers geführt werden.

Der Leitindex der Eurozone traute sich weiter aus der Deckung als der Dax. Mit 3042 Punkten kam der Euro-Stoxx-50 auf ein mittägliches Plus von 0,8 Prozent. Die zweite Frankfurter Reihe rückte nicht weiter vor als der große Bruder. Die Nebenwerte des MDax gewannen 0,4 Prozent bei 21.529 Zählern. Die Technologietitel-Liste TecDax rückte 0,5 Prozent vor auf 1741 Stellen. In New York kam der Dow-Jones-Index auf ein Plus von 0,4 Prozent bei 18.499 Punkten.

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