Börse Frankfurt
Dax holt Verluste auf

Japans Zentralbank hat wider Erwarten die Geldschleusen nicht weiter geöffnet und den Nikkei auf Talfahrt geschickt. Der Dax notiert dennoch knapp im Plus. Die Deutsche-Bank-Aktie kletterte an die Spitze.

FrankfurtAn den Börsen in Europa haben Anleger am Donnerstag mehrheitlich Aktien verkauft und sich damit an Vorgaben aus Japan orientiert. Die dortige Notenbank hatte unerwartet von weiteren Lockerungen der Zins- und Geldpolitik abgesehen. Daraufhin korrigierte der lokale Aktienmarkt heftig und der Yen wertete schlagartig auf.

In Europa führte das zu zeitweise kräftig nachgebenden Indizes. Anschließend wurden die Verluste leicht eingegrenzt, der Dax holte seine Verluste auf und schloss mit einem Plus von 0,2 Prozent bei 10 312 Punkten. Der Eurozonen-Leitindex Eurostoxx 50 verlor 0,3 Prozent auf 3 121 Zähler.

“Die Bank of Japan hat enttäuscht und hinterlässt die Investoren noch unsicherer über die Entwicklung an den Aktienmärkten“, sagte Christoph Riniker von der Privatbank Julius Bär in Zürich. Die jüngste Rally sei vor allem auf den Mangel an Anlagealternativen zurückzuführen gewesen, und kaum wegen starker Fundamentaldaten erfolgt. Überdies sei der Markt nicht gerade günstig bewertet.

An einem aktiven Tag der Berichtssaison mangelte es bei Einzelwerten nicht an Impulsen. Dabei wurden unerwartet starke Ergebnisse in hohe Kursgewinne umgesetzt, so wie bei der Deutschen Bank. Für das erste Quartal überraschte der deutsche Branchenprimus mit einem Gewinn, was an der Börse mit knapp vier Prozent Kursplus honoriert wurde. Mitgezogen wurde die zögerlich ins Plus drehende Commerzbank.

Andere Banken in Europa schlugen die Gegenrichtung ein. Das betraf die um 8,6 Prozent einbrechende Aktie der Banco Bilbao Vizcaya Argentaria, die damit in Madrid auf einen um 54 Prozent nachgebenden Quartalsgewinn reagierte. Auch bei der Lloyds Banking Group waren Ertrag und Gewinn gefallen und die Aktie gab in London 2,1 Prozent nach.

Ein um 23 Prozent gefallener Gewinn und die Warnung vor neuen kostspieligen Problemen beim der Produktion von Militärtransportern drückte Titel von Airbus um 6,1 Prozent.

Zusätzlich zur Enttäuschung über die Geldpolitik in Japan musste die frühe Wall Street schwache Konjunkturdaten in den USA verarbeiten. Schwacher Konsum und sparsamere Investitionen drückten im ersten Quartal das Wachstum auf den niedrigsten Wert seit zwei Jahren. Der S&P 500 sank um 0,4 Prozent auf 2087 Punkte und der Dow gab 0,5 Prozent nach. Positiv überraschen konnte am Vorabend das Sozialnetzwerk Facebook, deren Aktien im frühen Handel um 9,5 Prozent gewannen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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