Börse Frankfurt
Dax ignoriert katastrophale Markterwartungen

Der ZEW-Konjunkturindex sinkt so stark wie seit 14 Jahren nicht mehr. Dax-Anleger spekulieren auf Konjunkturprogramme seitens der Zentralbanken und verhelfendem Leitindex damit zu einem satten Kursplus.
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DüsseldorfIn der Hoffnung auf neue Geldspritzen der Zentralbanken sind Anleger in die europäischen Aktienmärkte eingestiegen. Bestärkt wurden sie in dieser Einschätzung vom überraschend schwachen ZEW-Index. "Frisches Geld ist ja schön und gut, aber die eigentlichen Probleme sind dadurch noch lange nicht gelöst", sagte ein Börsianer. "Daher glaube ich, dass diese Hoffnungsrally schnell wieder ins sich zusammenfällt."
Der Dax beendete den Handel bei 6.363 Zählern und einem Plus von 1,8 Prozent. Für den MDax schließt 2,1 Prozent höher bei 10.297 Punkten. Der TecDax legt bis zum Handelsschluss 1,2 Prozent auf 740 Punkte zu.
Börsianer tippten darauf, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Geschäftsbanken weitere langfristige Billig-Kredite zur Verfügung stellen wird. Einige sagten zudem eine Zinssenkung voraus. Die Währungshüter hatten um den Jahreswechsel herum mit Hilfe zweier sogenannter Langfrist-Tender gut eine Billion Euro in das europäische Finanzsystem gepumpt. Investoren spekulieren zudem darauf, dass auch die Notenbanken der USA und Großbritanniens mit Hilfe neuer Anleihe-Käufe die Konjunktur stützen werden.

Der ZEW-Index, der die Stimmung der Börsenprofis misst, fiel im Juni um 27,7 Punkte auf minus 16,9 Zähler. Das ist der stärkste Rückgang seit 14 Jahren. "Zum deutlichen Rückgang des Indikators dürfte die Zuspitzung der Lage des spanischen Bankensektors und der über weite Teile des Umfragezeitraums noch unbekannte Ausgang der griechischen Parlamentswahl beigetragen haben", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz.

Aufmerksam verfolgten Börsianer außerdem die Regierungsbildung in Athen. "Die Wahl in Griechenland war kein wirklicher Befreiungsschlag, aber hat auch keine Eskalation ausgelöst", erklärte Oliver Roth, Händler bei Close Brothers Seydler. Börsianer hoffen darauf, dass eine von der konservativen Neuen Demokratie (ND) geführte Regierung den Sparkurs fortsetzt. Dies gilt als Voraussetzung für weitere Finanzhilfen, mit denen die Zahlungsunfähigkeit des hoch verschuldeten Landes verhindert werden soll.
US-Konjunkturdaten wurden von den Anlegern zunächst nicht beachtet: Die Zahl der Wohnungsbaubeginne in den Staaten fällt mit 708.000 im Mai 12.000 geringer aus erwartet. Die Anzahl der Wohnungsbaugenehmigungen fällt dagegen mit 780.000 im Mai 50.000 höher aus als erwartet.

Die Entscheidung gegen die dritte Startbahn für den Flughafen München ist ein Schlag für die Lufthansa. Bei Europas größter Fluggesellschaft herrscht Alarmstimmung. "Für uns wird auf Dauer Wachstum im Heimatmarkt schwieriger, sollte die dritte Bahn in München nicht kommen", heißt es im Umfeld des Unternehmens. In einem Bürgerentscheid hatten sich die Münchener dem Projekt verweigert. Dennoch verbuchten die Titel einen Tagesgewinn von fast fünf Prozent. Grund hierfür ist das Versprechen seitens Verdis, während der kommenden Wochen keine weiteren Streiks durchführen zu wollen.

VW sorgte für Schwung im Handel mit MAN-Aktien. Die Aktien des Nutzfahrzeug- und Maschinenkonzern kletterten bis zum Handelsschluss um 3,4 Prozent auf 82,96 Euro. In einer Stimmrechtsmitteilung hatte MAN am Vorabend mitgeteilt, VW wolle innerhalb der nächsten zwölf Monate je nach Marktverhältnissen weitere Stimmrechte erwerben .

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  • Also ich schau immer um die gleiche Zeit aus dem Fenster und nehme das Wetter als Prognostikator, sonnig = steigt, regnet = fällt, usw.
    Das ist ziemlich oft genau richtig.

  • Wenn die Ham- und Cheseburger still werden, kann man ganz langsam wieder daran denken, short zu gehen.

  • "katastrophale Markterwartungen", die von einem "Trendinstitut" prognostiziert werden.
    Genausogut könnnte ich auch einen Friseur fragen, der über die letzten Trends bestens informiert ist, weil er Wasch- wie Marktweiber gleichermaßen über einen Kamm abfrisiert.

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