Börse Frankfurt
Dax im Bann der Ukraine-Krise

Die deutschen Anleger zeigen sich zögerlich. Am Donnerstag begab sich der Dax, wie schon die Tage zuvor, erneut auf eine richtungslose Reise. Zu den wenigen Gewinnern zählten die Papiere von K+S.
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FrankfurtNeue EU-Sanktionen gegen Russland haben den Dax am Donnerstag erneut belastet. Nach einem freundlichen Handelsstart und anschließend richtungslosem Verlauf gab der Leitindex am Ende um 0,09 Prozent auf 9691 Punkte nach. Der MDax sank um 0,18 Prozent auf 16.138 Punkte, während der TecDax 0,43 Prozent auf 1254 Punkte gewann. Der Euro Stoxx 50 büßte dagegen 0,33 Prozent ein.

Die Europäische Union hatte am Donnerstag beschlossen, ihre ihre Wirtschaftssanktionen gegen Russland weiter zu verschärfen. Die Botschafter der 28 EU-Staaten einigten sich nach mehrtägiger kontroverser Debatte darauf, dass die neuen Sanktionen ab Freitag in Kraft treten sollen.

Für Gesprächsstoff sorgte weiterhin die Ukraine. Die Waffenruhe zwischen der Regierung und pro-russischen Separatisten bleibt brüchig. Die neuen EU-Sanktionen gegen Russland drückten die Währung des Landes auf ein Rekordtief. Ein Dollar verteuerte sich auf bis zu 37,6205 Rubel. Zu den größten Verlierern zählte dabei Gazprom mit einem Kursminus von knapp zwei Prozent. Der Gasförderer verbuchte im abgelaufenen Quartal einen 41-prozentigen Gewinneinbruch. Das Unternehmen schrieb dabei umgerechnet 1,5 Milliarden Euro an unbezahlten Rechungen des staatlichen ukrainischen Versorgers Naftogaz ab. Weitere könnten folgen, warnte Gazprom.

Auf dem Verkaufszettel standen auch spanische und belgische Anleihen. Dies trieb die Rendite der jeweiligen zehnjährigen Titel auf 2,296 beziehungsweise 1,337 Prozent. Der Bund-Future, der auf der zehnjährigen Bundesanleihe basiert, legte dagegen 15 Ticks auf 148,53 Punkte zu. Der Euro verteuerte sich auf 1,2939 Dollar von 1,2916 Dollar zum New Yorker Vortagesschluss.

Im Dax fielen die Aktien von Heidelberg Cement, die in Russland engagiert sind, um 2,49 Prozent und waren damit Schlusslicht. Die Papiere der deutschen Börse folgten mit minus 1,59 Prozent. Im MDax gaben die Metro-Titel um 2,25 Prozent nach. Der Einzelhandelskonzern plant seit geraumer Zeit in Russland den Börsengang von Cash & Carry.

Spitzenwert waren nach positiven Kommentaren hingegen die Aktien von K+S mit plus 2,28 Prozent. Analysten verwiesen auf die fortgesetzte Erholung der Kalipreise und eher konservative Schätzungen für den Salzabsatz im kommenden Winter. Zudem profitiere K+S über die europäischen Kalipreise vom schwachen Euro, da Importe unattraktiver würden.

Im TecDax rückten die Aixtron-Aktien in den Fokus und sprangen um 7,63 Prozent hoch. Händler verwiesen auf neue Spekulationen, dass der koreanische Technologie-Konzern Samsung beim Spezialmaschinenbauer einsteigen könnte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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