Börse Frankfurt
Dax im Minus – Bankaktien unter Druck

Nach den kräftigen Kursverlusten von gestern suchen Anleger nach neuer Orientierung. Zum Börsenschluss notiert der deutsche Leitindex im Minus. Die Schuldenkrise ist längst noch nicht ausgestanden. Aktien von Banken müssen deutliche Verluste hinnehmen.
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HB FRANKFURT. ­Gespannte Ruhe in Frankfurt: Die europäische Schuldenkrise hat am Dienstag erneut die Aktienmärkte belastet. Nach den deutlichen Verlusten zu Beginn der Woche hat der Dax auch heute leicht im Minus geschlossen. Der Leitindex ging mit einem Abschlag von 0,14 Prozent auf 6 688 Punkte aus dem Handel. Die Monatsbilanz jedoch fiel mit einem Plus von 1,32 Prozent positiv aus. Der MDax stieg am Dienstag um 0,32 Prozent auf 9 289 Punkte. Für den TecDax aber ging es um 1,09 Prozent auf 768 Punkte nach unten. Hier belasteten Verluste bei den schwer gewichteten Solarwerten.

Die anhaltenden Sorgen vor einer Ausdehnung der europäischen Schuldenkrise lasteten erneut auf dem Dax. Händler Christoph Schmidt vom Vermögensverwalter N.M.F. AG verwies etwa auf die nach wie vor spürbare Nervosität am Markt und die Sorge, dass nach Griechenland und Irland ein weiteres europäisches Land tief in den Strudel der Schuldenkrise geraten könnte. Positive Konjunkturdaten aus den USA hätten größere Verluste verhindert, sagten Börsianer. So hat sich in den Vereinigten Staaten das Verbrauchervertrauen im November überraschend deutlich aufgehellt.

Vor diesem Hintergrund zählten Finanzwerte einmal mehr zu den Verlierern. Aktien der Deutschen Bank etwa sanken um 1,41 Prozent auf 36,595 Euro, und Papiere des Rückversicherers Munich Re büßten 2,33 Prozent auf genau 107,00 Euro ein. Commerzbank-Titel rutschten um 1,84 Prozent auf 5,61 Euro ab. Am Dax-Ende knüpften die Papiere der Deutschen Post Händlern zufolge an ihren jüngsten Abwärtstrend an und sackten um 2,49 Prozent ab.

Trotz unerwartet guter Jahreszahlen verloren die Papiere von ThyssenKrupp 0,47 Prozent auf 29,42 Euro. Der Stahl- und Industriegüterkonzern hat die Wirtschaftskrise schneller als erwartet hinter sich gelassen und blickt "vorsichtig optimistisch" auf das neue Geschäftsjahr. Während das Zahlenwerk positive Reaktionen hervorrief, äußerten sich Experten unterschiedlich zum Ausblick. Hochtief-Aktien kletterten dagegen im MDax um 2,00 Prozent auf 57,05 Euro, nachdem die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) am Montagabend entgegen einer anderslautender Pressespekulation grünes Licht für das Gebot des spanischen Baukonzerns ACS gegeben hatte.

Der EuroStoxx 50 verbuchte ein Minus von 0,71 Prozent auf 2650,99 Punkte. Auch die Leitindizes CAC 40 in Paris und FTSE 100 in London gaben nach. Der US-Leitindex Dow Jones lag zum europäischen Handelsschluss in der Verlustzone.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,33 (Vortag: 2,39) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,27 Prozent auf 127,06 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,69 Prozent auf 127,95 Punkte. Der Kurs des Euro setzte seinen Abwärtstrend weiter fort. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2998 (1,3146) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7693 (0,7607) Euro.

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