Börse Frankfurt
Dax im Minus – Euphorie nach EZB-Tender verpufft

Der Drei-Jahres-Tender der Europäischen Zentralbank sorgte nur kurz für gute Stimmung an den Märkten. Die Unsicherheiten rund um die Euro-Krise werden wieder größer und erschweren dem Dax seine Jahresendrally.
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Frankfurt/DüssseldorfDer heutige Handelstag schien ein freundlicher zu werden. Gestern über drei Prozent im Plus stieg der Dax zum Start munter weiter. Alles deutete auf eine kleine Jahresendrally hin, doch am Nachmittag setzte der Dax dann zum Sinkflug an und ging mit einem Minus von ein Prozent auf 5.792 Punkte aus dem Handel. Die 6.000 Punkte-Marke scheint vor Jahresende fast schon in unerreichbarer Nähe. Die zweite Reihe sackte ebenfalls ab. Der MDax verlor 0,1 Prozent auf 8.735 Punkte und der TecDax verzeichnete ein Minus von 0,6 Prozent tiefer auf 672 Zähler.

Die Europäische Zentralbank legte heute den ersten von zwei Drei-Jahres-Tendern auf, mit dem sich die Banken für drei Jahre Geld zum Leitzins ausleihen können. Überraschend war das Ausmaß des Tenders. Statt der von den Experten erwarteten Summe von 300 Milliarden Euro waren es 489,2 Milliarden. Der Euro stieg im Anschluss auf 1,32 US-Dollar und der Dax sprang auf sein Tageshoch von 5.965 Punkte.

Doch dabei blieb es nicht. Experten äußerten sich kritisch über die bereitgestellte Liquidität der EZB. Damit habe die EZB dem Bankensystem zwar zunächst massiv und mehr als erwartet Liquidität zur Verfügung gestellt, hieß es in einem Kommentar der LBBW. „Allerdings ist zweifelhaft, ob damit das Misstrauen am Interbankenmarkt durchbrochen werden kann.“ Auch CMC-Markets-Analyst Michael Hewson konnte der hohen Nachfrage nur wenig Positives abgewinnen: „Die große Summe zeigt letztlich nur, wie groß die Verspannungen am Interbankenmarkt sind.“ Die Kernfrage sei nun, wie viel Geld tatsächlich seinen Weg in die Wirtschaft finde.

Einige Anleger nutzten die Gunst der Stunde und neigten zu Gewinnmitnahmen. „Da nehmen einige Investoren doch lieber die Gewinne mit, bevor sie vollkommen auf dem falschen Fuß erwischt werden“, sagte MWB Fairtrade Händler Lipkow.

Die US-Börsen mussten nach ihren gestrigen Gewinnen ebenfalls nachgeben. Nach Frankfurter Börsenschluss lag der Dow Jones 0,5 Prozent im Minus auf 12.042 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,6 Prozent nach auf 1.234 Zähler und der Nasdaq-100 sank um ganze 2,1 Prozent auf 2.234 Punkte.

Trotz des heutigen Rückschritts an den US-Börsen ist die Jahresbilanz erfreulich. Im Vergleich zum Januar notiert der Dow Jones 4,5 Prozent höher.

Von solchen Gewinnen ist der Dax weit entfernt. Im Krisenjahr der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion hat der Index bisher mehr als 15 Prozent verloren. Am Montag gab es auch von dieser Seite Hoffnungsschimmer: Spanien, eines der Sorgenkinder der Euro-Zone, traf bei einer Anleiheauktion auf eine sehr hohe Nachfrage. In Folge der sehr guten Auktion fielen die Renditen für zehnjährige spanische Staatspapiere unter fünf Prozent. Commerzbank Zinsstratege David Schnautz warnte jedoch die Renditerückgänge spanischer und italienischer Staatsanleihen nicht überzubewerten.

Trotz dieser Probleme glaubt eine Mehrzahl der Anleger immer noch an eine Jahresendrally. Einer Umfrage der Deutschen Börse und Cognitrend zufolge gehen 63 Prozent der Anleger von einer Endrally aus. Damit stieg die Zahl der optimistisch eingestellten Anleger um 13 Prozentpunkte.

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  • Warum können Kommentatoren und "Böresen Experten" eigentlich immer nur den vergangen Tag kommentieren und 1001 Gründe dafür anführen warum der DAX gerade steigt oder fällt.
    Das kann jeder Idiot. Aber Optimismus verbreiten, motivieren und positiv berichten ist wohl eine verloren gegangen Kunst.
    Früher hat man Aktien eines Unternehmens gekauft, weil man an eine langfristige Entwicklung glaubte, heute wir nur noch gezockt, um kurzfristig Gewinne auszuweisen. Warum ist es so verwunderlich das der DAX nach positiver Entwicklung wieder in ein Loch fällt ??

  • Wo bitte ist der explodierte DAX?
    Guillotine kann in der Guillotinenabstellkammer weiterrosten. Ist mir auch lieber.
    Oder noch besser bei jenem australischen Professor kurz anwenden, dann reset...

  • Tag, für die Mitleserschaft meine Strategie:

    Ich handle (zur Zeit und ausschließlich) den EURO-BTP-FUTURE. Anleihen Future auf Italienische Staatsanleihen.

    Die Strategie ist recht simpel. Wenn die Zinsen in Richtung 7 Prozent gehen, setze ich auf fallende Zinsen, geht es in Richtung 6-6,5 auf steigende. Das ganze mittels KO-Zertifikaten und Hebel 5-7. Anlagehorizont ist kurzfristig, 1-5 Tage. Ganz klassisch, Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen.

    Das mache ich jetzt seit ca. 2 Monaten und bin SEHR gut im Plus.

    Vorteile meiner Meinung nach:
    Keine kurzfristigen großen Ausschläge und auch eine begrenzte Kurschschwankung. Die Zinsen für ital. Anleihen werden nämlich in nächsten Zeit wohl kaum unter 5 Prozent fallen oder groß über 7 Prozent steigen. Das ist sozusagen eine "natürliche" Grenze. Und wenn es doch anders kommt kann ich bei dem kurzfristigen Anlagehorizont schnell reagieren.

    Meine Meinung zur Jahresendrally: Kommt nicht. Warum? Das Jahr ist vorbei, wir haben jetzt noch 6 Handelstage. Zwischen den Feiertagen wird niemand mehr große Tätig werden.

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