Börse Frankfurt
Dax im Minus, Euro fällt

Die Erleichterung über Hilfspaket für Irland währt nur kurz - der Dax rutscht nach anfänglichen Gewinnen bis zum Handelsende ins Minus. Der Euro gibt ebenfalls nach. Analysten gehen davon aus, dass die Schuldenkrise noch nicht ausgestanden ist. Das nächste Euroland könnte schon bald in Schwierigkeiten geraten. Vor allem Bankaktien legen eine Achterbahnfahrt hin.
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HB FRANKFURT. Die Schuldenkrise ist noch nicht ausgestanden. Die hohe Staatsverschuldung vieler Euro-Länder bleibt im Blickfeld der Anleger. Die Finanzhilfen für Irland brachten am Montag nur vorübergehend Erleichterung an den Aktienmärkten. Der Dax verlor 0,3 Prozent auf 6 822 Punkte. Zuvor war der Leitindex bis um 0,9 Prozent auf 6 901 Zähler und damit auf den höchsten Stand seit Juni 2008 geklettert.

Auch an den anderen europäischen Börsen währte die Freude über ein schnelles Eingreifen der EU bei Irland nicht lange: Der Eurostoxx50 verlor 1,2 Prozent. Der Euro ging auf Berg- und Talfahrt: nach einem Anstieg um einen US-Cent fiel er um knapp einen Cent auf 1,3593 Dollar zurück.

"Die Erleichterung über die Irland-Hilfen ist schnell wieder verpufft, denn mit Portugal steht schon der nächste Kandidat in der Warteschleife", sagte ein Händler. "Die Schuldenkrise in Europa ist noch lange nicht ausgestanden, und das wissen die Anleger auch." Es sei nur eine Frage der Zeit, bis Portugal und Spanien zunehmend ins Kreuzfeuer der Finanzmärkte geraten würden, meinte ein anderer Börsianer. "Die Probleme sind überall die Gleichen: wachsende Schulden und Arbeitslosigkeit, was einfach nicht mehr tragbar ist." Auch in den USA sei das nicht anders, allerdings konzentrierten sich die Anleger derzeit wieder auf die Euro-Länder.

Irlands Ministerpräsident Brian Cowen hatte sich am Wochenende dem Druck der Märkte gebeugt und EU und IWF um Hilfe gebeten. Allerdings schlittert das Land nun auf eine Regierungskrise zu: Die Grünen kündigten am Montag ihren Rückzug aus der Koalition an und forderten Neuwahlen.

Anleger machten weiterhin einen großen Bogen um die Aktien irischer Banken. Die Aktien von Allied Irish Banks verloren 6,2 Prozent, Bank of Ireland stürzten um rund 19 Prozent ab. Die Unklarheit über die Details der EU-Hilfen belastete Händlern zufolge. Zudem hatte Irlands Finanzminister Brian Lenihan erklärt, es sei möglich, dass die Banken Unternehmensteile verkauften, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Ein Schrumpfen der Banken werde nicht positiv gesehen, sagte ein Börsianer.

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  • Endlich sieht es die Welt . Euro ist nichts und wird unser Trauma werden . Jetzt geht es weiter viele werden kommen und sie werden sehen der Euro lebt nicht mehr . DM wird kommen , weil wir sind stark . Und die Welt wird diese D-Mark genadenlos aufwerten .

  • Der schwache EURO ist für uns ein Vorteil . Doch für viele Länder ( und auch in der EU bei den Schulden ) ein Nachteil .

  • @vivarium, stecken Sie mal ihr Vermögen in Gold, denken Sie aber daran, rechtzeitig auszusteigen.

    "Ein Schrumpfen der banken werde nicht positiv gesehen, sagte ein börsianer."

    Ein Schrumpfen a l l e r banken ist nach alledem zwingend, nicht nur für die irischen banken. Auch die deutschen banken sind zu gross.
    Das Zocken geht ja weiter und unsere Politik ist zu zaghaft, hier einzuschreiten.
    Hier sollte die EU - zumindest die Euroländer - darauf dringen, die banken zurechtzustutzen. Wenn sie in die USA oder nach England abwandern wollen - sollen sie.

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