Börse Frankfurt
Dax im Plus, Eon schmiert ab

Im Sog steigender US-Kurse geht der Dax mit einem Plus aus dem Handel. Sorgen um Griechenland und maue Konjunkturaussichten für Deutschland hielten den Index lange Zeit im Minus. Ein böser Tag war es für Eon-Aktionäre.
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FrankfurtDer Dax ist am Dienstag mit hauchdünnen Gewinnen aus dem Handel gegangen. Der Leitindex notierte am Abend 0,01 Prozent stärker bei 7169 Punkten. In der zweiten Reihe verlor der MDax 0,2 Prozent auf 11.298 Zähler, der TecDax notierte 0,2 Prozent schwächer bei 805 Stellen.

Gestützt auf anziehende Kurse an der Wall Street drehte der Dax am Dienstagnachmittag ins Plus. Bis dahin notierte das Börsenbarometer im Minus. "Offenbar ist unterhalb von 7100 Punkten erstes Kaufinteresse aufgeflackert", sagte ein Börsianer. "Die Frage ist nun, wie weit uns diese technische Erholung trägt." Entscheidend sei, so der Händler, dass der Dax im Plus schließe. Dies könne ein Signal für Anschlusskäufe sein.

Neben den Sorgen um Griechenland und mauen Vorgaben aus Übersee drückten am Dienstag vor allem schlechte Konjunkturprognosen für Deutschland den Dax ins Minus. Das ZEW-Barometer für die Entwicklung der deutschen Konjunktur in den kommenden sechs Monaten fiel im November überraschend um 4,2 auf minus 15,7 Punkte. Das ist der erste Rückgang nach zuvor zwei Anstiegen in Folge, teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner Umfrage unter 263 Anlegern und Analysten mit.

Zuvor hatten Ökonomen eine Verbesserung auf minus 9,8 Punkte erwartet. "Die im Euro-Raum vorherrschenden rezessiven Entwicklungen strahlen über den Außenhandels- und Vertrauenskanal auf die deutsche Volkswirtschaft aus", sagte ZEW-Chef Wolfgang Franz. "Dies dürfte die Konjunktur in Deutschland in den nächsten sechs Monaten belasten." Auch die Lage bewerteten die Experten schlechter als im Vormonat: Dieses Barometer fiel um 4,6 auf 5,4 Punkte. Ökonomen hatten plus 8,0 Zähler vorausgesagt. Zuletzt hat sich das Konjunkturbild deutlich eingetrübt: Industrieaufträge, Produktion und Exporten waren überraschend deutlich gefallen.

Auch aus Athen kamen keine guten Nachrichten. Die Euro-Gruppe hat die Entscheidung über die nächste Hilfstranche an Griechenland aufgeschoben. Die Finanzminister der Währungsgemeinschaft würden ihre Beratungen darüber am 20. November fortsetzen, erklärte Euro-Gruppe-Chef Jean-Claude Juncker am Montagabend in Brüssel nach Abschluss des jüngsten Ministertreffens.

Demnach verlangen die Währungspartner von der Regierung in Athen die Umsetzung einiger weiterer Zusagen, die vor Monaten im Gegenzug für ein zweites Hilfspaket gemacht wurden. Es handle sich nur um wenige, betonte Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds. Auch müsse in den kommenden Tagen noch an der Beurteilung der Schuldentragfähigkeit des Landes gearbeitet werden, sagte sie.

Heftige Verluste mussten die Aktionäre des Energieversorger Eon verkraften. Die Aktien rutschten 11,5 Prozent ins Minus und waren damit deutliches Schlusslicht im Dax. Der von der Energiewende gebeutelte Konzern blickt skeptisch in die nahe Zukunft und stellt seine Dividende für das kommende Jahr infrage. Bislang hatte Eon für das kommende Jahr ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zwischen 11,6 und 12,3 Milliarden Euro und einen nachhaltigen Konzernüberschuss von 3,2 bis 3,7 Milliarden Euro erwartet. Je Aktie sollte für 2013 eine Dividende von 1,10 Euro ausgeschüttet werden. "Vor dem Hintergrund der erheblichen wirtschaftlichen Unsicherheiten und strukturellen Änderungen des Sektor-Umfeldes erscheint dieses nicht erreichbar", erklärte der Konzern.

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  • EON wird schon nicht so heiss gegessen, wie's grade gekocht wird.

  • :::::::::::::::::
    TYPISCHE BÖRSENTAGE FÜR
    "ZITTRIGE"PRIVATANLEGER
    :::::::::::::::::

  • Der Trader denkt,
    die Börse lenkt.


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