Börse Frankfurt
Dax im Winterschlaf, Autoaktien erneut schwach

Nach dem Schrecken über die Zinserhöhung in China hat sich die Lage am deutschen Aktienmarkt am Dienstag wieder beruhigt. Der Dax schafft eine Punktlandung und geht auf dem Stand vom Vortag aus dem Handel. Autoaktien geraten allerdings erneut unter die Räder.
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HB FRANKFURT. Der Dax pendelte am Vormittag um sein Vortagesschlussniveau. Ohne klare Richtung hat sich der Dax am Dienstag aus dem Handel verabschiedet. Am Ende rettete der Leitindex ein hauchdünnes Plus von 0,02 Prozent auf 6972 Punkte über die Ziellinie. Überraschend negativ ausgefallene US-Konjunkturdaten vom Nachmittag prallten an dem Börsenbarometer ab. Der MDax verlor 0,13 Prozent auf 10 080 Punkte. Der TecDax erholte sich hingegen mit plus 0,78 Prozent auf 848 Punkte von seinen Vortagesverlusten. "Die Umsätze sind dünn und so wenige Tage vor Jahresende hat keiner mehr Lust, noch große Positionen einzugehen", sagte Händler Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel. Auch an den noch verbleibenden zwei Handelstagen in diesem Jahr erwartet der Experte keine großen Kursausschläge mehr. "Der Dax wird wohl um die 7000 Punkte pendeln."

Allerdings mangelte es weiterhin an Impulsen. Auch der Case-Shiller-Index für Immobilienpreise in den USA konnte am Nachmittag den Handel nicht ankurbeln. "Wer noch da ist, will so kurz vor dem Jahresabschluss nichts riskieren und nimmt höchstens noch einige kleinere Glattstellungen vor", sagte ein Händler. "Die Bücher für das Jahr sind geschlossen." Alle Kursausschläge müssten deshalb vor dem Hintergrund der anhaltend dünnen Umsätze gesehen werden, ergänzte ein anderer Börsianer.

Die Eintrübung des Konsumklimas in den USA hat den Dax ebenfalls kaum bewegt. Der Index für das US-Verbrauchervertrauen sank auf 52,5 von revidiert 54,3 Punkten im November, wie das Forschungsinstitut Conference Board mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 56,0 Punkte gerechnet.

In den USA bestehe weiterhin eine Diskrepanz zwischen Stimmungsdaten und harten Zahlen, erklärte Postbank-Analyst Thilo Heidrich: "Während das Verbrauchervertrauen seit Monaten auf niedrigem Niveau dümpelt, werden die Konsumausgaben stetig ausgeweitet." Er rechne damit, dass die US-Verbraucher trotz ihrer schlechten Stimmung auch in den nächsten Quartalen maßgeblich für die Konjunkturerholung verantwortlich sein werden.

An der Londoner Börse wird erst am Mittwoch wieder gehandelt. Doch in Frankfurt wird das der letzte volle Handelstag sein, denn am Donnerstag wird die Börse schon um 14.00 Uhr (MEZ) schließen, um den Banken Zeit für den Jahresabschluss zu geben. Seit dem großen Verfallstermin Mitte Dezember sind die Umsätze an der Börse ohnehin zusehends geschrumpft.

Den zweiten Tag in Folge standen Autowerte ganz oben auf den Verkaufslisten. Allmählich würden die Investoren skeptischer, was die Absatzchancen auf dem chinesischen Markt betreffe, sagte ein Börsianer. Dort wollen die Behörden mit der Begrenzung von Neuzulassungen und dem Auslaufen von Steuernachlässen dem stetig wachsenden Verkehrsaufkommen und der Umweltverschmutzung Herr werden. "Mit dem, was Peking plant, wird der von allen bislang rosarot gesehene Wachstumsmarkt China eingeschränkt", sagte ein Händler. Einem anderen Börsianer zufolge drückten auch Gewinnmitnahmen die Titel. "Schließlich haben VW & Co in diesem Jahr mächtig zugelegt", fügte er hinzu.

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