Börse Frankfurt
Dax im Winterschlaf

Der Deutsche Aktienindex ist am Mittwoch einfach nicht in Fahrt gekommen. Die Anleger bleiben auf der Hut, denn noch ist nicht sicher, wie sich die Lage in den USA entwickeln wird.
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FrankfurtEndspurt Fehlanzeige. Die Jahresendrally lässt noch auf sich warten. Heute jedenfalls ließen sich die Anleger nicht von den erfreulichen Vorgaben aus Asien an die Aktienmärkte locken. Der Dax ging am Vormittag in eine Seitwärtsbewegung über, die bis zum Handelsschluss anhielt. Am Ende kam der Leitindex lediglich auf ein Plus von 0,3 Prozent auf 7.455 Punkte.

In der zweiten Reihe ließ sich der TecDax von der Lethargie des Dax anstecken. Er beendete den Handelstag mit einem mickrigen Plus von 0,1 Prozent auf 834 Zähler. Nur im MDax sah es etwas besser aus, er schloss bei einem Kurs von 11.682 Punkten mit einem Plus von 0,6 Prozent.

Zu Beginn des Tages brachten positive Meldungen aus Fernost das deutsche Branchenbarometer in Schwung. Vor allem war es China, das die Börsianer zu Aktienkäufen lockte. Die Volksrepublik weckte bei den Aktionären die Hoffnung auf eine Belebung der heimischen Wirtschaft. Der Chef der Kommunistischen Partei, Xi Jinping, ordnete noch in diesem Jahr eine Wirtschaftskonferenz an. Es wird spekuliert, dass erhebliche Mittel in die Infrastruktur und die Urbanisierung Chinas investiert werden.

Neben China machte auch Japan auf sich aufmerksam. Die Bank of Japan signalisierte so eindeutig wie selten zuvor eine weitere Lockerung der Geldpolitik, um die belastende Deflation zu bekämpfen. Es wird erwartet, dass in Japan die Zügel der Geldpolitik noch dieses Jahr gelockert werden.

Doch die erfreulichen Nachrichten aus Asien vermochten nichts gegen die anhaltende Krise in den USA zu bewirken. Dort stecken die Gespräche bezüglich des US-Haushalts immer noch fest. Führende US-Republikaner haben im Haushaltsstreit direkte Gespräche mit Präsident Barack Obama gefordert. "Es passiert nichts", sagte der Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, Eric Cantor, nach Gesprächen mit Parteifreunden am Mittwoch. "Wir bitten den Präsidenten, sich mit uns zusammenzusetzen." Der Präsident der Kammer John Boehner erklärte, er sei jederzeit zu einem Treffen mit Obama bereit. Der Präsident sollte im Laufe des Tages ebenfalls zu dem Thema Stellung nehmen.

In Deutschland zeigen sich die Experten dennoch optimistisch. Durch die Reihen sind sich die meisten Analysten einig, dass der Dax nicht nur vor einer Jahresendrally, sondern auch vor einer Jahresanfangsrally steht. Die Vorzeichen seien positiv, vor allem für die deutschen Werte.

„In der Euro-Zone stehen auch die inzwischen aufgespannten Rettungsschirme für die Solidarität unter Freunden. Dies ist die Basis für eine globale Konjunkturerholung im kommenden Jahr“, schreiben Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und prophezeien weitere Wertzuwächse: „Der Dax dürfte die Höchststände aus den Jahren 2000 und 2007 in Angriff nehmen.“

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax im Winterschlaf"

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  • @frage: Wenn Du davon ausgehst, dass eine solche Anomalie nicht lange existieren kann, geh doch Short im Dax und Long im Dow.

  • @Frage

    die 200 Tagelinie ist genau so ein Unsinn,
    wie die Pentotops oder SKS Formationen
    der Chart-Artisten beim Tanz auf dem Hochseil

  • Ich hatte diesen Punkt schon mal in den Raum geworfen:

    Während der DAX fast bis an sein Jahreshoch spucken kann, ist der DOW gut 700 Punkte (5%) davon entfernt & kommt irgendwie nicht mehr über seine 200-Tage-Linie.

    Seit wann ist der DAX dermaßen abgekoppelt?
    Blind?
    Mutig?

    Auch hier gibt's keine blühenden Landschaften ...

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