Börse Frankfurt
Dax ist nicht zu bremsen

Die britische Notenbank lässt die Zinsen unverändert und enttäuscht dadurch die Anleger. Und was macht das deutsche Börsenbarometer: Das fällt nur kurz und setzt anschließend seinen guten Lauf fort.

Frankfurt/DüsseldorfDer Dax ließ sich von der Entscheidung der britischen Notenbank, den Leitzins unverändert zu lassen, nur kurz vom Weg abbringen. Der deutsche Leitindex schloss mit 1,39 Prozent im Plus bei 10 068 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Werte gewann 0,91 Prozent auf 20 562 Punkte und für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,54 Prozent auf 1634 Punkte empor. Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 gewann 1,44 Prozent.

Viele Fondsmanager sitzen auf einem Haufen Cash und müssen kaufen, wenn die Märkte anziehen, sagte Simon Wiersma, Investmentmanager bei der ING Bank NV in Amsterdam. Daher könnte dies eine der am meisten verhassten Rallys werden, die wir bisher erlebt haben. Die Ergebnisse sind viel besser als erwartet ausgefallen und die Sorgen um den Brexit scheinen übertrieben gewesen zu sein.

Die Bank of England hat drei Wochen nach dem Brexit-Votum ihren geldpolitischen Kurs überraschend unverändert gelassen. Sie enttäuschte damit zunächst einige Anleger, die auf eine Lockerung gesetzt hatten. Auch Volkswirte hatten mehrheitlich einen Rückgang des Leitzinses auf 0,25 Prozent erwartet.

Die Währungshüter stellten allerdings eine Lockerung für August in Aussicht. Dem Dax half dies nach einem kurzen Rückschlag unter 10 000 Punkte schnell wieder auf die Beine. Seit dem Tief der Vorwoche kletterte er inzwischen um über acht Prozent.

Europaweit favorisiert werden weiter Autowerte und Bankentitel, die damit ihr aufgestautes Erholungspotenzial ausspielen. Am deutschen Markt zogen Papiere der Deutschen Bank 3,7 und von BMW um rund 2,8 Prozent an.
Gefragt waren auch die Aktien von BASF, die nach einem Medienbericht wieder mit dem von Bayer umworbenen US-Saatgutspezialisten Monsanto über eine Kombination der jeweiligen Agrochemie-Sparten sprechen. BASF-Papiere stiegen um 3,6 Prozent, Bayer-Aktien gewannen 0,5 Prozent.

Die Aktien der Software AG ragten mit einem Kurssprung von über sieben Prozent im TecDax heraus. Das Unternehmen ist nach einem gut verlaufenen zweiten Quartal für das Gesamtjahr positiver gestimmt. Für die Papiere von K+S ging es um 6,4 Prozent aufwärts: Der Konkurrent Mosaic hatte eine vorübergehende Schließung einer Kalimine angekündigt.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite weiter bei minus 0,22 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,05 Prozent auf 144,18 Punkte. Der Bund-Future fiel um 0,41 Prozent auf 166,54 Punkte. Der Euro legte auf 1,1133 (Referenzkurs vom Mittwoch: 1,1072) US-Dollar zu. Ein Dollar kostete damit 0,8982 (0,9032) Euro.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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