Börse Frankfurt
Dax kämpft sich fast bis zum Vortagsniveau

Der Handel begann schwach. Die starken Daten vom US-Arbeitsmarkt werten die Anleger nicht als Signal an die Fed, ihren Kurs frühzeitig zu beenden. So setzt der Dax mithilfe der Wall Street an und schmilzt sein Minus weg.
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FrankfurtWas war das für ein Wochenabschluss? Da sorgte Mario Draghi mit der überraschenden Leitzinssenkung für einen echten Paukenschlag, doch auf dem Aktienmarkt zeigte sich die Aktion des EZB-Präsidenten ohne längerfristige Wirkung. Gestern war der Dax noch auf ein neues Rekordhoch von 9193 geklettert. Aber im heutigen Handel war das bereits vergessen, der Handel begann schlecht.

Die Anleger machten sich Sorgen um die US-Arbeitsmarktdaten. Denn fallen diese zu stark aus, könnte dies ein Zeichen sein, dass die amerikanische Notenbank Federal Reserve ihre ultralockere Geldpolitik reduzieren wird. Und dann kam es zur Überraschung: Der US-Arbeitsmarkt zeigte sich stärker als prognostiziert. Die Börsianer zeigten sich zuerst verunsichert.

Doch mit der Zeit setzte sich am Markt die Auffassung durch, dass die Job-Zahlen aus den Staaten kein klares Signal an die Fed zum vorzeitigen Ausstieg aus ihrem Kurs sendeten. Die großen Marktturbulenzen blieben aus - die deutsche Benchmark Dax hielten ihren schwachen Kurs zunächst und stieg allmählich, bis sie fast auf Vortagsniveau schloss.

So beendete der deutsche Leitindex den Wochenhandel mit einem sehr leichten Minus von 0,03 Prozent bei 9078 Punkten. In der zweiten Reihe zeichneten die Indizes Kurse in einem kräftigeren rot, konnten dann aber ebenfalls aufholen: Die Nebenwerte aus dem MDax schlossen bei 16.069, was ein Kursverlust von 0.3 Prozent bedeutet, der TecDax gab 0,7 Prozent nach und notierte 1134 Zähler.

Schwach geschlossene Börsen in den USA und Asien gaben die Kursrichtung von Beginn an vor. Für einen Moment, kurz nachdem die Arbeitsmarkt-Daten rauskamen, fiel der Dax gar unter die 9000er-Marke. An der Wall Street setzte sich die Hoffnung auf eine weitere Geldschwemme durch und unterstützte das Frankfurter Parkett ab dem Nachmittag bei seine Aufholjagd.

Wichtigster Kurstreiber und Grund der Verunsicherung sind die Daten vom US-Arbeitsmarkt sein. Die sind vor allem deswegen so wichtig, weil die amerikanische Notenbank Federal Reserve Länge und Ausmaß ihrer ultralockeren Geldpolitik von der Konjunktur des US-Wirtschaft abhängig macht. Um 14.30 veröffentlicht das Arbeitsministerium die Zahlen.

Die Arbeitgeber in den USA schufen im Oktober - wie von Ökonomen erwartet - weniger Stellen als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg von 7,2 auf 7,3 Prozent. Aber der US-Arbeitsmarkt zeigte sich stärker als von den meisten Experten prognostiziert.

Trotz Verwaltungsstillstand auf Bundesebene schuf die Volkswirtschaft 204.000 neue Stellen - man war im Schnitt von 125.000 neuen Arbeitsplätzen ausgegangen. Jetzt aber ein eindeutiges Signal zu sehen, dass die Fed ihre beispiellosen Konjunkturfördermaßnahmen reduzieren wird, wäre falsch. Dies hätte zu weit größeren Turbulenzen an den Börsen geführt.

So bleibt weiterhin abzusehen, ob die monatlichen Anleihenkäufe in Höhe von 85 Milliarden Dollar schon im Dezember oder erst im nächsten Quartal zurückgefahren werden. "Man muss wohl einfach noch die Konjunkturdaten der nächsten Wochen abwarten, um ein eindeutigeres Bild von der US-Wirtschaft zu bekommen", sagte Rainer Sartoris, Analyst bei HSBC Trinkaus.

Eine Drosselung der Fed-Wertpapierkäufe schon im Dezember sei aber wahrscheinlicher geworden, sagte ein Börsianer.

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Deutscher Außenhandel mit Rekordüberschuss

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  • Im-Kreis-Handeln gabs kürzlich schon bei den Währungen, heute Schlagzeile weg. Betrug von EU-Kommissar, Daimler-Typ, gestern Banken wegen Mrd.-Steuerhinterziehung. Jeden Tag sowas! Hinsichtl. der Zinssenkung gab es offensichtlich Insider. Und Stopps wurden bei 9195 Punkten abgegriffen. Freitag abend, wo keiner mehr handelt, treibt irgendwer die Börsen hoch.Alles einfach nur Betrug!

  • Natürlich wird der Dax und der US-Markt fallen. Spätestens, wenn die FED die monatliche 85 Mrd-Spritze absetzt.

    Nur wie hoch wird der Dax bis dahin stehen? 9100, 9500 oder gar 10000?

    Zur Zeit - mit der ganzen Unterstützung der EZB etc - kann ich mir nicht vorstellen, dass der Dax nochmals in absehbarer Zeit unter 8000 fällt. Es sind nur noch knapp 10% bis zur 10000. Auch die ist nur noch eine Frage der Zeit.

  • Mit was für Puts handelst Du? Optionsscheine oder KO-Zertifikate?

    Sieht gut aus, gleich haben wir die 9100 erreicht.

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