Börse Frankfurt
Dax kämpft sich zurück und schließt mit leichten Verlusten

Die Kämpfe im Irak sorgten für Unruhe auf den Märkten. Öl-Engpässe könnten die Weltwirtschaft ins Stocken bringen. Bis zu ein Prozent gab der Dax nach, doch eine stabile Wall Street leistete zum Ende hin Unterstützung.
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Am Freitag hat sich der Dax nach einem schwierigen Handel zu leichten Verlusten durchgerungen. Die Eskalation im Irak drückte den Deutschen Aktienindex zeitweise ein Prozent ins Minus. Doch am Mittag stabilisierte sich der Leitindex und mit dem Rückenwind einer leicht optimistischen Wall Street nahm er Kurs auf die schwarze Null, verfehlte diese aber. Der Dax beendete den Handel mit 9912 Punkten 0,3 Prozent schwächer.

Anlass zur Sorge bei den europäischen Börsen gaben weitere Scharmützel im Irak. Unter dem Druck der islamistischen ISIS-Kämpfer droht das Land im nahen Osten zu zerbrechen. Die irakische Regierung gerät zunehmend ins Hintertreffen im Kampf gegen die Richtung Bagdad vorrückenden Milizen, die bisher vor allem durch Aktionen im syrischen Bürgerkrieg aufgefallen waren. Mittlerweile prüft die US-Regierung auch militärische Optionen.

“Wie angespannt die Lage mittlerweile im Irak wieder ist, zeigen die Aussagen von US-Präsident Obama, wonach auch Luftschläge nicht ausgeschlossen sind,” sagte Analyst Christian Schmidt von der Helaba in seinen Anmerkungen zum täglichen Handel.

Die Börsianer machen sich primär darüber Sorgen, dass die Kämpfe den Ölpreis in die Höhe treiben und dadurch die Weltwirtschaft beeinträchtigen könnten. Spekulationen auf eine Unterbrechung der irakischen Öl-Exporte trieben die Preise für die richtungsweisenden Sorten Brent und WTI jeweils auf ein Neun-Monats-Hoch.

In der zweiten Reihe weiteten sich die Gewinnmitnahmen noch weiter aus. Der MDax schloss mit 16.908 Punkten 0,9 Prozent schwächer, der TecDax verlor 1,3 Prozent auf 1302 Zähler. Der Eurozone-Leitindex Euro-Stoxx-50 stand mit 3276 Stellen nur minimal schwächer als am Vortag. In New York beendete der Dow-Jones-Index die jüngste Verlustserie und lief bei Frankfurter Handelsschluss mit 16.765 Punkten leicht verbessert.

Für weiteren Gesprächsstoff sorgte die Geldpolitik der Bank von England. Deren Chef Mark Carney hatte betont, eine Zinserhöhung könne schneller kommen als von den Finanzmärkten erwartet. Investoren an den Terminmärkten wetteten daraufhin auf den kommenden Dezember als möglichen Zeitpunkt. Bislang hatten sie die Zinserhöhung für Anfang 2015 erwartet.

Am Morgen kamen die Mai-Verbraucherpreise für Deutschland, Italien und Spanien. Die Preise in Deutschland sind im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozent zurückgegangen. Die Jahresteuerung liegt bei 0,9 Prozent. Die italienischen Verbraucherpreise sind um 0,1 Prozent gefallen und kommen auf eine Jahresteuerung von 0,5 Prozent. Spaniens Verbrauchspreise sind in Spanien unverändert bei 0,3 Prozent geblieben.

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  • Hi Privatanleger,

    möglich ist es, in meinen Augen sogar wahrscheinlich. Und wenn er sich irrt, dann ist es ja nur ein Fonds von mehreren, wenn ich mich richtig erinnere.

    In der Vergangenheit waren hohe kreditfinanzierte Aktienengagements statistisch gesehen ein guter Indikator für eine anstehende Korrektur. Dies ist zumindest ein zeitlicher, wenn nicht sogar ein inhaltlicher Zusammenhang, dazu haben andere hier schon ihren Beitrag geschrieben. Ergänzend: Wer seine Depotwerte beleiht um Liquidität für weitere Käufe zu schaffen, riskiert bei fallenden Kursen einen Rückgang der Sicherheiten und wird von der finanzierenden Bank zur Sicherheitenverstärkung verpflichtet. Wer dies nicht kann, muss seine kreditfinanzierten Positionen reduzieren. Trifft dies gleichzeitig für viele zu, kann daraus zusätzliche Dynamik folgen.

    Gruß zurück und viel Erfolg!

  • Die Korrektur wird korrigiert.

  • Die Performance Fee von 15 % gilt erst ab einer Rendite von 8 % und unterliegt dem High Watermark Prinzip.

    Ich bin sogar vor Jahren mal in dem Genuss gekommen mit dem Frank Fischer zu telefonieren, die horrenden Verluste im Jahr 2008 kamen daher, dass er zu dieser Zeit sein Portfolio nicht absichern durfte.

    Weiter habe ich selber auf eine Absicherung keine Lust. Diese ließe sich durch Short ETF´s oder irgendwelche CFD´s umsetzen, mit Short Futures zu handeln wäre aus meiner Privatanleger Sicht Wahnsinn. Das Timing ist hier auch enorm wichtig.

    Der Fischer sagt ja in seinen Interviews immer, er setzte ein Absicherung mit leerverkauften Futures im Bedarfsfall um. Das hat ja vor allem 2011 sehr, sehr gut funktioniert.

    Seine Watchlist ist ja auch geheim und es sind auch immer wieder Übernahmekandidaten im Portfolio.

    Das mit der ETF Nachbildung halte ich grundsätzlich für eine gute Idee. Sollte sich nochmal eine Möglichkeit wie im Frühjahr 2009 oder 2011 ergeben, dass man nach einem Crash oder einer langen Abwärtsbewegung den Markt zu einem Spottpreis kaufen kann, dann wäre eine Teilinvestition in ETF´s denkbar. Auf dem jetzigen nicht mehr billigen Niveau in meinen Augen keine gute Idee.

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