Börse Frankfurt
Dax kann die 9600-Marke nicht halten

Trotz guter Konjunkturdaten in Europa und den USA kam der Dax am Mittwoch nur schwer aus dem Minus und sackte gegen Handelsende unter 9600 Punkte ab. Anleger warten mit Spannung auf die Fed-Entscheidung.
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Frankfurt/DüsseldorfNachdem der Dax am Mittwoch Nachmittag zwar schwach, aber doch mit Gewinn notierte, rutschte er kurz nach der Eröffnung der US-Börsen dauerhaft in den Keller. Er schloss mit 9593 Punkten 0,6 Prozent tiefer und damit rund 60 Punkte unter dem Niveau des Vortages. Damit setzt sich den Trend der laufenden Woche fort: Seit ihrem Beginn lastet die Russlandkrise auf dem Index.

Außerdem warten die Anleger auf die Entscheidung der US-Notenbank Fed am Abend. Sie wird die Ergebnisse ihrer Ratssitzung am Abend bekanntgeben. Die meisten Händler rechnen damit, dass der Offenmarktausschuss der US-Zentralbank die Zinsen weiterhin bei den historisch niedrigen 0,25 Prozentpunkten belassen wird.

In Europa gab es gute Nachrichten: Trotz der Ukraine-Krise hat sich das Wirtschaftsklima in der Euro-Zone im Juli stabilisiert. Das Barometer stieg leicht um 0,1 auf 102,2 Punkte, wie die EU-Kommission mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten noch mit einem Rückgang auf 101,8 Zähler gerechnet.

Die Stimmung in der Industrie und in der Baubranche verbesserte sich. Bei den Dienstleistern, Einzelhändlern und auch bei den Verbrauchern verschlechterte sie sich hingegen. In den einzelnen Ländern ergibt sich ein unterschiedliches Bild. In Deutschland und Spanien zeigte das Wirtschaftsklima- Barometer nach unten, in Frankreich, Italien und auch in den Niederlanden legte es hingegen zu. Der separat ermittelte Geschäftsklimaindex für die Euro-Zone gab jedoch nach. Dieses Barometer fiel um 0,04 Punkte auf plus 0,17 Zähler und damit etwas stärker als von Analysten erwartet.

In Deutschland standen ebenfalls Konjunkturzahlen auf dem Programm: Die Inflation ist im Juli auf den niedrigsten Stand seit mehr als vier Jahren gesunken. Die jährliche Teuerungsrate lag bei 0,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Zahlen in Wiesbaden mitteilte. Eine niedrigere Rate gab es zuletzt im Februar 2010 mit 0,5 Prozent. Gebremst wurde der Preisauftrieb im Juli erneut durch sinkende Energiepreise. Gegenüber dem Vormonat stieg die Teuerungsrate um 0,3 Prozent. Für das Ziel der EZB ist das noch viel zu niedrig: Sie strebt zur Preisstabilität eine jährliche Inflationsrate von knapp 2 Prozent an. Anleger haben sich von dem Inflationsrückgang nicht irritieren lassen. Der Euro pendelte weiterhin in einer engen Spanne um die Marke von 1,34 Dollar. „Für die EZB gibt es bis auf weiteres keinen Grund, von ihrer lockeren Geldpolitik abzurücken”, sagte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg.

Konjunkturnachrichten gab es auch aus den Vereinigten Staaten: Das Bruttoinlandsprodukt ist in den Monaten von April bis Juni auf das Jahr gerechnet um vier Prozent gestiegen, teilte das Wirtschaftsministerium am Nachmittag mit. In einer Bloomberg-Umfrage hatten Volkswirte im Mittel mit einem Anstieg um drei Prozent gerechnet. Bei den Konsumausgaben gab es ein Plus von 2,5 Prozent, angetrieben vom deutlichsten Anstieg bei Käufen langlebiger Wirtschaftsgüter seit annähernd fünf Jahren. Die Unternehmensinvestitionen legten auf Jahresbasis um 5,9 Prozent zu, nachdem sie im ersten Quartal praktisch unverändert waren:

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  • Ja, danke Herr Haas,
    mit Linde liefs echt gut die Tage :-)

  • Sie dürfen sich nicht immer streiten,das bringt doch nichts.
    Kaufen sie lieber ein paar Derivate ausserbörslich,da gibt es noch Schnäppchen ohne Risiko.
    Wie meine MüRü und Linde,hatte ich das schon mal gesagt?
    Ach egal,kann man nicht oft genug sagen.
    Also, auf auf an die Börse mit ihnen und kaufen,kaufen,kaufen und natürlich diese Stops nicht vergessen,dann kann gar nichts passieren.
    Geld verdienen einfach gemacht,wie die Banker und Hedgefondmeister,in wenigen Minuten den Einsatz verdreifacht,das hat zwar mit dem echten Leben nichts mehr zu tun,aber egal,lasst uns doch gemeinsam reich werden,nie war es so einfach,solange die Notenbanken noch mitspielen ist zocken und wetten angesagt.

  • Herr Edgar C.

    Sie müssen sich nicht bei mir entschuldigen.
    Ich habe zwar als einziger das System der Mächtigen erkannt und das große Spiel Dank der Notenbanken durchschaut,aber auch mir gelingt nicht immer alles meiner Meinung.
    Ich bin fest von der Steigung über 9700 ausgegangen,und wollte Gewinne bei 9725 mitnehmen,aber das ging wohl schief.
    Heute haben auch mal die Kleinanleger mit ihren dauernden Putkäufen,deshalb ist es auch das meistgehandelte Derivat, Gewinne eingestrichen.
    Nie war es so einfach an der Börse Geld zu verdienen,vor allem im Schattenmarkt ohne Risiko,da bin ich auch gleich
    bevor um 20 Uhr wieder in Nanosekunden diese Maschinen hoch und runter handeln,wie an der Börse.

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