Börse Frankfurt
Dax kann Gewinne nicht verteidigen

Deutsche Anleger zeigen sich zum Wochenstart erleichtert über das nach wie vor stabile Geschäftsklima im Land. Dennoch gibt der Leitindex einen Großteil seiner Gewinne im Tagesverlauf ab. Die Lufthansa-Aktie leidet.

FrankfurtGestützt auf ermutigende Konjunkturdaten haben sich Anleger am Montag wieder in die europäischen Aktienmärkte zurückgewagt. Der Dax stieg bis zum frühen Nachmittag in der Spitze um mehr als ein Prozent auf 10.264 Punkte und notierte damit erstmals wieder über seinem Niveau unmittelbar vor dem Brexit-Referendum vom 23. Juni. Zum Hoch des laufenden Jahres von Anfang Januar fehlten ihm damit aber noch gut 200 Zähler. Am Nachmittag gab der deutsche Leitindex die Gewinne aber weitgehend wieder ab und ging bei 10.198 Punkten aus dem Handel (plus 0,5 Prozent).

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen rückte um 0,3 Prozent vor auf 20.878 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,5 Prozent auf 1.683 Zähler.

Für Unterstützung sorgte der Ifo-Index, der die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen widerspiegelt. Er ging zwar auf 108,3 Punkte zurück. „Es hätte durchaus auch schlimmer kommen können“, betonte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. „Der Ifo-Index belegt die These, dass das Brexit-Votum keine tiefen Bremsspuren in der deutschen Wirtschaft hinterlassen wird. Die Wachstumseinbußen werden im überschaubaren Rahmen bleiben.“

Der Euro reagierte ebenfalls mit Kursgewinnen. Er notierte mit 1,0979 Dollar rund einen Viertel US-Cent über seinem Tagestief. Gleichzeitig liefen weitere Anleger aus dem „sicheren Hafen“ Gold aus. Die „Antikrisen-Währung“ verbilligte sich um 0,6 Prozent auf zwischenzeitlich 1314 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Verstärkt wurde dieser Trend durch die anstehenden geldpolitischen Entscheidungen in den USA und in Japan. Die Fed könnte am Mittwoch dank einer Serie überraschend positiver Konjunkturdaten eine baldige Zinserhöhung signalisieren, schrieben die Experten der Essener National-Bank in einem Kommentar. Nach Aussage von Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets rechnen Investoren zudem für Freitag fest mit der Ankündigung weiterer Konjunkturhilfen durch die japanische Zentralbank.

Am deutschen Aktienmarkt stand Sartorius im Rampenlicht. Die im TecDax notierten Aktien des Laborausrüsters stiegen zwischenzeitlich dank angehobener Gesamtjahresziele um mehr als vier Prozent auf ein Rekordhoch von 72,19 Euro, bevor sie bis auf 70,96 Euro nachgaben. Das Unternehmen peilt ein Umsatzplus von 15 bis 18 Prozent statt zehn bis 14 Prozent an. DZ Bank-Analyst Sven Kürten lobte zudem die überraschend starken Zahlen für das zweite Quartal.

Die Papiere des Autozulieferers Elring-Klinger bekamen angesichts einer Abstufung durch JPMorgan und Kurszielsenkungen anderer Analysehäuser einen weiteren Dämpfer. Am SDax-Ende verloren sie zwischenzeitlich gut zwei Prozent. Bereits am Freitag waren die Anteile um mehr als 13 Prozent eingebrochen, nachdem das Unternehmen mit einer Gewinnwarnung seine Aktionäre in die Flucht getrieben hatte.
Der Baustoffkonzern Heidelberg-Cement wird das belgische Italcementi-Geschäft an den italienischen Konkurrenten Cementir Holding verkaufen. Die Commerzbank äußerte sich zudem vor den am Freitag anstehenden Geschäftszahlen zurückhaltend. Nach anfänglichen Verlusten stabilisierte sich der Aktienkurs und lag am Vormittag um knapp ein Prozent im Plus. Aus dem Handel ging das Papier fast unverändert bei 71,42 Euro.

Zur Gruppe der Dax-Gewinner gehörten am Nachmittag die drei großen Automobilwerte BMW, Daimler und Volkswagen und setzten damit die positive Entwicklung der Vorwoche fort. Alle drei Titel legten zwischenzeitlich fast 1,5 Prozent zu, zum Handelsschluss lagen die Zugewinne aber unter einem Prozent. An die Dax-Spitze schaffte es Adidas mit einem Plus von 1,5 Prozent

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