Börse Frankfurt Dax kann Gewinne nicht verteidigen

Deutsche Anleger zeigen sich zum Wochenstart erleichtert über das nach wie vor stabile Geschäftsklima im Land. Dennoch gibt der Leitindex einen Großteil seiner Gewinne im Tagesverlauf ab. Die Lufthansa-Aktie leidet.
Update: 25.07.2016 - 17:45 Uhr

Dax: Brexit-Angst endgültig Geschichte

FrankfurtGestützt auf ermutigende Konjunkturdaten haben sich Anleger am Montag wieder in die europäischen Aktienmärkte zurückgewagt. Der Dax stieg bis zum frühen Nachmittag in der Spitze um mehr als ein Prozent auf 10.264 Punkte und notierte damit erstmals wieder über seinem Niveau unmittelbar vor dem Brexit-Referendum vom 23. Juni. Zum Hoch des laufenden Jahres von Anfang Januar fehlten ihm damit aber noch gut 200 Zähler. Am Nachmittag gab der deutsche Leitindex die Gewinne aber weitgehend wieder ab und ging bei 10.198 Punkten aus dem Handel (plus 0,5 Prozent).

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen rückte um 0,3 Prozent vor auf 20.878 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,5 Prozent auf 1.683 Zähler.

Für Unterstützung sorgte der Ifo-Index, der die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen widerspiegelt. Er ging zwar auf 108,3 Punkte zurück. „Es hätte durchaus auch schlimmer kommen können“, betonte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. „Der Ifo-Index belegt die These, dass das Brexit-Votum keine tiefen Bremsspuren in der deutschen Wirtschaft hinterlassen wird. Die Wachstumseinbußen werden im überschaubaren Rahmen bleiben.“

Der Euro reagierte ebenfalls mit Kursgewinnen. Er notierte mit 1,0979 Dollar rund einen Viertel US-Cent über seinem Tagestief. Gleichzeitig liefen weitere Anleger aus dem „sicheren Hafen“ Gold aus. Die „Antikrisen-Währung“ verbilligte sich um 0,6 Prozent auf zwischenzeitlich 1314 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Das wurde im ersten Halbjahr aus 100.000 Euro
Platz 20: Aktien Venezuela
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Die Börse in Caracas ist winzig, nur wenige Aktien sind dort notiert und die Umsätze liegen oft bei nur ein paar tausend Dollar pro Tag. Internationale institutionelle Investoren meiden venezolanische Aktien. Die Inflation im Land galoppiert, der Versorgungsmangel eklatant, die Währung Bolivar ist auf Talfahrt. Anleger, die im Januar 100.000 Euro in den IBC-Index investierten, haben so jetzt nur noch 54.320 Euro. Im Vorjahr hatten sich die Kurse noch mehr als vervierfacht.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten.

Platz 19: Aktien China
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Die Wirtschaft in China macht Anlegern seit über einem Jahr Sorgen. Die Börse stürzte entsprechend weiter ab. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandschinas erfasst, brach um 15,6  Prozent ein. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro leicht abwertete blieben Anlegern von 100.000 Euro nur 80.900 Euro übrig.

 

Schlusstand 30.6.2016,  Angaben ohne Transaktionskosten.

Platz 18: Aktien Euro-Zone
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Der Jahresauftakt an Europas Börsen war schon ein Horror, dann kam noch das Debakel um den Brexit hinzu. Die Folge: Die Aktien in der Euro-Zone notieren tief im Minus. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro in den Leitindex Euro Stoxx 50 investierte, verfügt angesichts des Minus von 12,3 Prozent jetzt nur noch über 87.670 Euro. Am schlimmsten erwischte es dabei Anleger in Italien – der FTSE MIB 100 Index verlor fast ein Viertel seines Wertes.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten.

Platz 17: Britisches Pfund
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Investoren haben die britische Währung nach dem Brexit-Votum regelrecht heruntergeprügelt. Schon vorher litt es deutlich, am Tag nach der Bekanntgabe des Referendums stürzte es dann zum US-Dollar um bis zu knapp 14 Prozent und zum Euro um mehr als acht  Prozent ab. Zur US-Währung liegt das Pfund auf dem niedrigsten Stand seit über 30 Jahren. Zum Euro liegt das Pfund „nur“ auf dem niedrigsten Stand seit rund zwei Jahren. In diesem Jahr wurden aus 100.000 in Pfund angelegten Euro 88.620 Euro.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 16: Aktien Deutschland
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Auch Aktienanleger in Deutschland hat bislang kein schönes Jahr. Gleich zu Beginn des Jahres stürzte der Leitindex Dax ab. Danach erholte er sich zwar – machte die Verluste vom Jahresanfang aber nie ganz wett. Der Brexit-Schock setzte dem Dax dann erneut zu. Aus 100.000 im Dax investierten Euro sind innerhalb von sechs Monaten nur noch 90.110 Euro geworden.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 15: Aktien Schweiz
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Auch die Aktien der Schweiz gingen auf Talfahrt. Der Franken legte dabei zum Euro nur ganz leicht zu. Im vergangenen Jahr hatte er kräftig aufgewertet, nachdem die Schweizerische Nationalbank den Euro-Mindestkurs für den Franken aufgegeben hatte. Von daher machten Anleger mit Franken in diesem Jahr keine Währungsgewinne. Von 100.000 Euro blieben 91.320 Euro übrig.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 14: Aktien Großbritannien
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Das Brexit-Votum hat der britische Leitindex rasch verkraftet.  Der Leitindex „Footsie“ war zwar am 24. Juni heftig eingebrochen, holte die kurzfristigen Verluste dann aber wieder auf. Trotzdem sind Experten skeptisch, da wegen des Ausstiegs Großbritanniens aus der EU eine lange Phase der Ungewissheit droht. Dennoch notiert der Footsie auch auf Halbjahressicht 4,2 Prozent im Plus. Da der Euro jedoch zum Pfund kräftig zulegte, machten Euro-Anleger, die ihre Positionen nicht absicherten, einen Verlust von 8,01 Prozent und hatten bei einer Anlagesumme von 100.000 Euro so nur noch 91.990 Euro auf dem Konto.

 

Schlusstand 30.6.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Verstärkt wurde dieser Trend durch die anstehenden geldpolitischen Entscheidungen in den USA und in Japan. Die Fed könnte am Mittwoch dank einer Serie überraschend positiver Konjunkturdaten eine baldige Zinserhöhung signalisieren, schrieben die Experten der Essener National-Bank in einem Kommentar. Nach Aussage von Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets rechnen Investoren zudem für Freitag fest mit der Ankündigung weiterer Konjunkturhilfen durch die japanische Zentralbank.

Am deutschen Aktienmarkt stand Sartorius im Rampenlicht. Die im TecDax notierten Aktien des Laborausrüsters stiegen zwischenzeitlich dank angehobener Gesamtjahresziele um mehr als vier Prozent auf ein Rekordhoch von 72,19 Euro, bevor sie bis auf 70,96 Euro nachgaben. Das Unternehmen peilt ein Umsatzplus von 15 bis 18 Prozent statt zehn bis 14 Prozent an. DZ Bank-Analyst Sven Kürten lobte zudem die überraschend starken Zahlen für das zweite Quartal.

Die Papiere des Autozulieferers Elring-Klinger bekamen angesichts einer Abstufung durch JPMorgan und Kurszielsenkungen anderer Analysehäuser einen weiteren Dämpfer. Am SDax-Ende verloren sie zwischenzeitlich gut zwei Prozent. Bereits am Freitag waren die Anteile um mehr als 13 Prozent eingebrochen, nachdem das Unternehmen mit einer Gewinnwarnung seine Aktionäre in die Flucht getrieben hatte.
Der Baustoffkonzern Heidelberg-Cement wird das belgische Italcementi-Geschäft an den italienischen Konkurrenten Cementir Holding verkaufen. Die Commerzbank äußerte sich zudem vor den am Freitag anstehenden Geschäftszahlen zurückhaltend. Nach anfänglichen Verlusten stabilisierte sich der Aktienkurs und lag am Vormittag um knapp ein Prozent im Plus. Aus dem Handel ging das Papier fast unverändert bei 71,42 Euro.

Zur Gruppe der Dax-Gewinner gehörten am Nachmittag die drei großen Automobilwerte BMW, Daimler und Volkswagen und setzten damit die positive Entwicklung der Vorwoche fort. Alle drei Titel legten zwischenzeitlich fast 1,5 Prozent zu, zum Handelsschluss lagen die Zugewinne aber unter einem Prozent. An die Dax-Spitze schaffte es Adidas mit einem Plus von 1,5 Prozent

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