Börse Frankfurt
Dax kann sich nicht befreien

An einem an Ereignissen armen Montag mühte sich der Dax redlich, in den grünen Bereich zu kommen. Mit der im Hintergrund weiter schwelenden die EU-Schuldenkrise hatte er allerdings schlechte Karten.
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FrankfurtDer deutsche Leitindex geht nach einem eher gemächlichen Tag mit kaum nennenswerten Ereignissen mit einem Minus von 0,3 Prozent und 7.091 Punkten aus dem Handel. Gegen Ende konnte der Dax sogar noch ein wenig Boden wieder gutmachen. Am Freitag hatte der er nach einer Berg- und Talfahrt 0,5 Prozent fester bei 7.109 Punkten geschlossen.

Investoren beurteilten die Konjunktur in der Euro-Zone so schlecht wie seit knapp einem Jahr nicht mehr. Der Index brach im Juni von 10,9 auf 3,5 Punkte ein, teilte die Investmentberatung Sentix am Montag zu ihrer monatlichen Umfrage unter knapp 800 Anlegern mit. Das ist der tiefste Stand seit Juli 2010. "Mit dem dritten Rückgang in Folge ist der Zenit in der Konjunktur definitiv durchschritten", hieß es. Die Experten beurteilten vor allem die Aussichten für die kommenden sechs Monate negativ. Dieser Teilindex fiel auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Neben der Schuldenkrise in Europa drückten vor allem teure Rohstoffe auf die Stimmung, hieß es zur Begründung.

Eine Umschuldung Griechenlands wird sich dem Chefvolkswirt der britischen Großbank HSBC zufolge auch durch neue Milliarden-Hilfen des IWF und seiner Euro-Partner nicht abwenden lassen. Durch die Hilfspakete werde nur Zeit erkauft, sagte Stephen King. An den fundamentalen Problemen des Landes ändere sich dadurch nichts. "Klar ist, dass irgendeine Art von Umschuldung notwendig sein wird, an der die Privatinvestoren beteiligt werden", sagte er. In den nächsten zwei, drei Jahren werde Griechenland nicht an den Kapitalmarkt zurückkehren können, zeigte sich King gewiss. Die Staatsverschuldung sei auch nicht durch Sparmaßnahmen alleine in den Griff zu bekommen. Nach Meinung des Ökonomen muss die Politik über eine grundlegende Reform der Euro-Zone nachdenken.

Gute Nachrichten für Bayer

An der Dax-Spitze kletterten die Aktien von Bayer nach positiven Studiendaten zum Krebsmittel Alpharadin um 1,5 Prozent auf 56,25 Euro. Der Pharma- und Chemiekonzern berichtete von einer signifikanten Verlängerung der Überlebenszeit bei hormon-refraktärem Prostatakrebs mit Knochenmetastasen.

Die Commerzbank kann kurz vor dem Ende ihrer milliardenschweren Kapitalerhöhung aufatmen: Fast alle neuen Aktien seien bei Investoren platziert worden, sagten drei mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Montagabend kurz vor Ablauf der Bezugsfrist. „Es ist kaum etwas übriggeblieben“, sagte einer der Insider. Die Aufnahmequote liege voraussichtlich bei nahe 100 Prozent. Die Commerzbank selbst lehnte eine Stellungnahme ab. Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus will am Dienstag eine Bilanz der Kapitalerhöhung ziehen. Insgesamt hatte die Bank 2,44 Milliarden Papiere zu je 2,18 Euro auf den Markt geworfen - das war ein Kursabschlag von 45 Prozent. Nachdem die vergangenen Wochen für die Aktionäre der Bank kaum Erfreuliches zu bieten hatten, ging es heute "nur" um 0,4 Prozent nach unten.

Verluste gab es auch im Versorgersektor. Das Bundeskabinett beschloss am Montag das sofortige Aus für acht Atomkraftwerke und den stufenweisen Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022. E.ON setzten ihren jüngsten Kursrutsch ungebremst fort und büßten am Indexende 2,2 Prozent auf 18,42 Euro ein. RWE gingen mit einem Minus von 0,8 Prozent und 37,88 Euro aus dem Handel. Verloren haben auch die Titel der Deutschen Bank. Die US-Ermittlungen infolge der Finanzkrise könnten die Bank ähnlich wie Goldman Sachs in Schwierigkeiten bringen. Die Aktie gab um 1,9 Prozent auf 40,12 Euro ab.

Eine Halbierung der Gewinnprognose für die Branche durch den Verband IATA hat am Montag die Aktien der europäischen Fluggesellschaften belastet . In Frankfurt büßten Lufthansa ein Prozent ein. Über den Tag betrachtete hatte es für die Gesellschaft allerdings auch schon bedeutend schlimmer ausgesehen. Die deutliche Senkung der Gewinnprognose sei zwar sehr negativ, komme aber nicht völlig überraschend, sagte Analyst Jochen Rothenbacher von Equinet. Lufthansa sei wegen des starken konjunkturellen Aufschwungs in Deutschland wohl weniger betroffen als andere Fluglinien.

Athen verkauft weiteren OTE-Anteil an Deutsche Telekom

Die griechische Regierung macht überraschend schnell ernst mit der Privatisierung von Staatsbesitz und verkauft der Deutschen Telekom zehn Prozent ihrer Aktien an OTE. Für das Aktienpaket an der griechischen Telefongesellschaft zahle die Telekom rund 400 Millionen Euro, teilte der Bonner Konzern am Montag. Athen besaß eine sogenannte Put-Option und konnte der Telekom den Anteil jederzeit verkaufen. Damit hält die Telekom 40 Prozent an OTE. Die Aktie der Telekom machte derweil keine großen Sprünge. Sie beendete den Handelstag mit einem leichten Minus knapp über der Zehn-Euro-Marke.

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Nebenwerte-Indizes ebenfalls im Minus

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  • Griechenland, der DAX, Grandepulko, und Herr Kloterolopolus auf einer Speisekarte. Märkte hoch, Märkte runter, Goldpreis hoch, Silber Runter, EURO hoch. Meine Damen und Herren, woran erinnert uns das? Ist es nicht überaus grotesk anzunehmen, der grudiofine, torchleske Stanzapparat mit dem Namen "Brecherinski" hätte irgendwann die Nase voll uns in rudimentären Zeiten wohlwollend die Butterbirne in die Schmalz zu treiben? Wäre es nicht angemessen und absolut hyperfliktionär, wenn besagter eine antizyklische Haltung im rambazösen Durchlauchgeschwader positionär zu halten? Hätte nicht eine Frau Kimmelschott die Möglichkeit gehabt ihm den Spiegel der Erkenntnis vor sein menströs abgehalfertes Gesicht zu halten? Fragen über Fragen, die ich nur zu gern höchstpersönlich beantwortet bekommen würde. Bis dahin heißt es wohL: Schnäppe trinken und gedeihen.
    Vielen Dank!

  • Das ist wirklich BLABLABLA. Es gibt einen MSCI-World-Index, sehr geehrter Herr BLABLABLA. Peinlich, wenn die Texte dem Namen diese Art von Ehre verschaffen. Aber dann kann man gleich in Sparbriefe investieren, das ist garantierter innerhalb der Einlagensicherung und sogar noch besser als wenn die ganze Welt "im Eimer" sprichwörtlich drin ist, denn Masse schleppt und steigt nicht. Denken. Denken. Statt so daherzutippseln.

  • Dax freitag um 14.25:7100 14.35:7020 17.00:7140 heut am morgen:7085
    ab 14.30 ging es natürlich den Amis HINTERHER,Asien ging den amis HINTERHER,Dax geht den Asiaten HINTERHER,dann müssten die Amis heut dem Dax HINTERHER gehen,woraufhin wieder die ASIATEN den amis HINTERHER gehen.
    Warum hat man nicht einen globalen INDEX,denn ob ich in DAX,ATX,E-Stoxx,DOW, etc.investiere,läuft ja sowieso alles in dieselbe Richtung

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