Börse Frankfurt
Dax kann Sturz unter 9800 Punkte nicht verhindern

Bei den Anlegern macht sich Nervosität breit. Vor der nach US-Börsenschluss beginnenden Berichtssaison in Amerika nehmen viele Aktionäre ihre Gewinne mit. Der Dax verliert am Ende über 100 Punkte.
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FrankfurtInnerhalb von nur zwei Tagen ist von der 10.000-Punkte-Euphorie nichts mehr zu spüren. Seit Montag hat der Dax über zwei Prozent verloren. Allein heute musste der Leitindex bei insgesamt niedrigen Umsätzen ein Minus von rund 1,4 Prozent auf 9773 Punkten hinnehmen. Seit den Mai hatte der Dax den Handel nicht mehr so tief beendet.

In der zweiten Reihe mussten die Indizes ebenfalls hohe Verluste verkraften. Der MDax ging ebenfalls mit einem Minus von 1,4 Prozent auf 16.457 Punkten aus dem Handel. Der TecDax verabschiedete sich mit einem Minus von 1,3 Prozent auf 1302 Zählern.

Für Nervosität sorgte heute vor allem die anstehende Berichtssaison in den USA. Dort wird die Bilanzsaison traditionell vom Aluminiumhersteller Alcoa nach New Yorker Börsenschluss eingeleitet. „Es gab bereits im Vorfeld einige Gewinnwarnungen, das sorgt für Nervosität unter den Anlegern“, sagte ein Händler. „Viele fürchten in den kommenden Wochen weitere Enttäuschungen.“

Dementsprechend schwach präsentierte sich auch die Wall Street. Der Dow Jones lag nach Frankfurter Börsenschluss 0,9 Prozent im roten Bereich und notierte bei 16.880 Punkten. Noch schlimmer sah es beim Nasdaq aus, der rund 1,6 Prozent ins Minus absackte.

Während makroökonomische Meldungen heute eher Mangelware waren, war bei den Einzelwerten mehr los. Vor allem die wechselhafte Commerzbank-Aktie geriet heute unter die Räder. Einem Zeitungsbericht zufolge droht dem zweitgrößten Finanzinstitut Deutschlands wegen mutmaßlicher Verstöße gegen US-Sanktionen eine Geldstrafe von mindestens 500 Millionen Dollar (370 Millionen Euro). Die Aktie rutschte am Dienstag mit einem satten Minus von 5,6 Prozent ans Dax-Ende.

Eine Einigung mit den US-Behörden auf eine Strafzahlung sei noch in diesem Sommer möglich, berichtete die „New York Times“ am Montagabend (Ortszeit). Die USA verdächtigen die Commerzbank, über ihre US-Tochter Gelder für Unternehmen im Iran und im Sudan transferiert zu haben. „Unter Berücksichtigung dieser Verfahren kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Bank sich hier gegen Zahlung eines nicht unerheblichen Geldbetrages vergleichen wird“, hieß es dort weiter. Nach deutschem Recht sind solche Transaktionen nicht verboten.

„Das ist schon eine negative Überraschung und belastet entsprechend den Commerzbank-Kurs, auch wenn es den Markt nach der Buße für BNP Paribas nicht unvorbereitet trifft“, sagte Equinet-Analyst Philipp Häßler.

Analyst Dirk Becker von Kepler Cheuvreux erklärte das Kursminus vor allem mit Gewinnmitnahmen. Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 90 Prozent zugelegt. „Aber eigentlich war klar, dass da was kommen wird, zudem ist die Commerzbank bilanziell abgesichert.“

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Commerzbank zieht Deutsche Bank mit ins Minus

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  • Oooooch du wolltest doch nicht mehr reagieren, anscheinend Treffer in der Sozialprognose.

  • Grüß dich auch,delta kommt gleich,
    muss nur noch schnell im Depot die DAX SHORT ETFs von
    6.000 - 7.000,
    dann die Sammlung von 7.000 - 8.000,
    den tollen Jahrgang 8.000 - 9.000,
    und die frische Ware 9.000 - 10.000 schwärzen,
    damit die Erben keinen Schock bekommen,denn nur realisierte Verluste sind Verluste,er könnte den BER beraten.....:)

  • Grüß Dich Delta,

    was sagen jetzt eigentlich die Sentiment Daten aus der Behaviour Finance?

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