Börse Frankfurt
Dax knackt 10.000 Punkte

Gute chinesische Konjunkturdaten und steigende Ölpreise haben die Erholung des Dax beschleunigt. Banken führen im europäischen Leitindex Euro Stoxx 50 die Gewinnerliste an.

FrankfurtSteigende chinesische Exporte haben Europas Anlegern am Mittwoch Mut gemacht. Der Dax beendete den Handel über der psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten, die er zuletzt Ende März überwunden hatte. Zum Handelsschluss lag der deutsche Leitindex 2,57 Prozent im Plus auf 10.026 Punkten, der Euro Stoxx 50 gewann drei Prozent auf 3030 Zähler. Rückenwind lieferte auch ein schwächerer Euro mit Kursen knapp unter 1,13 Dollar, der Waren europäischer Firmen auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger macht. Der Index der mittelgroßen Werte MDax zog um 1,84 Prozent auf 20 533,79 Punkte an. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 1,92 Prozent auf 1666,47 Punkte nach oben.

Haupttreiber war der erste Anstieg der chinesischen Exporte seit Juni 2015. „Für die internationalen Finanzmärkte ein willkommener Stimmungsaufheller“, urteilten die Analysten der NordLB. „Die Angst vor einer harten Landung Chinas scheint etwas in den Hintergrund zu rücken.“ Dieser Optimismus schlug sich auch in den Rohstoffpreisen nieder. Stahl war an der Schanghaier Börse mit 2435 Yuan (376 Dollar) je Tonne zeitweise so teuer wie zuletzt vor knapp einem Jahr. Kupfer notierte bis zu 1,9 Prozent höher bei 4855 Dollar.

Dies gab den Rohstoffwerten weltweit Auftrieb. Die Stahlhütten Thyssen-Krupp, Salzgitter, Nippon Steel aus Japan, Outokumpu aus Finnland und Voestalpine aus Österreich gewannen bis zu knapp sieben Prozent. Der Branchenprimus Arcelor Mittal legte 8,5 Prozent zu. Im Londoner Auswahlindex FTSE gehörten die Bergbaukonzerne Anglo American, Antofagasta, BHP Billiton, Glencore und Rio Tinto mit Kursgewinnen von bis zu 6,9 Prozent zu den Favoriten.

Die Einigung auf einen Rettungsfonds für die italienischen Banken half europäischen Finanzwerten auf die Beine. Société Générale, Unicredit und Deutsche Bank führten mit Kursgewinnen von sieben bis neun Prozent die Gewinnerliste im Euro Stoxx 50 an.

Auch die Aktien von JP Morgan stiegen um 4,6 Prozent. Die größte US-Bank hat im ersten Quartal die Krise der Ölfirmen und den schwachen Anleihenhandel zwar zu spüren bekommen. Der Nettogewinn ging deswegen um 6,7 Prozent auf 5,52 Milliarden Dollar zurück. Analysten hatten für die sechs größten US-Banken im Schnitt aber einen deutlich stärkeren Rückgang von 20 Prozent erwartet.

Der überraschende Abgang von Bilfinger-Chef Per Utnegaard nach nur elf Monaten im Amt sorgte bei Anlegern für Verunsicherung. Die Aktien des Bau- und Dienstleistungskonzerns drehten ins Minus und verloren bis zu 4,6 Prozent auf 36,55 Euro. Damit hielten sie im Nebenwerteindex MDax die rote Laterne. Börsianern zufolge ist der Abgang von Utnegaard ein schlechtes Zeichen für den Konzern. „Es sieht so aus, als ob er die Flinte so schnell ins Korn wirft, weil nichts mehr zu machen ist“, sagte ein Händler.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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