Börse Frankfurt

Dax knackt 10.000 Punkte

Gute chinesische Konjunkturdaten und steigende Ölpreise haben die Erholung des Dax beschleunigt. Banken führen im europäischen Leitindex Euro Stoxx 50 die Gewinnerliste an.
Update: 13.04.2016 - 17:41 Uhr

Zahlen aus China und steigender Ölpreis: Dax kann aufatmen!

FrankfurtSteigende chinesische Exporte haben Europas Anlegern am Mittwoch Mut gemacht. Der Dax beendete den Handel über der psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten, die er zuletzt Ende März überwunden hatte. Zum Handelsschluss lag der deutsche Leitindex 2,57 Prozent im Plus auf 10.026 Punkten, der Euro Stoxx 50 gewann drei Prozent auf 3030 Zähler. Rückenwind lieferte auch ein schwächerer Euro mit Kursen knapp unter 1,13 Dollar, der Waren europäischer Firmen auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger macht. Der Index der mittelgroßen Werte MDax zog um 1,84 Prozent auf 20 533,79 Punkte an. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 1,92 Prozent auf 1666,47 Punkte nach oben.

Haupttreiber war der erste Anstieg der chinesischen Exporte seit Juni 2015. „Für die internationalen Finanzmärkte ein willkommener Stimmungsaufheller“, urteilten die Analysten der NordLB. „Die Angst vor einer harten Landung Chinas scheint etwas in den Hintergrund zu rücken.“ Dieser Optimismus schlug sich auch in den Rohstoffpreisen nieder. Stahl war an der Schanghaier Börse mit 2435 Yuan (376 Dollar) je Tonne zeitweise so teuer wie zuletzt vor knapp einem Jahr. Kupfer notierte bis zu 1,9 Prozent höher bei 4855 Dollar.

Wenn Aktienkurse einbrechen

VTION WIRELESS TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CHEN993
Börse
FSE

-0,00 -0,19%
0,00€
Chart von VTION WIRELESS TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.
Vtion Wireless Technology
1 von 11

Auf dem ersten Platz landete mit der Vtion Wireless Technology AG ein Neuling. Der Anbieter von Mobilfunk-Datenkarten musste Mitte 2015 einen massiven Umsatzeinbruch vermelden, was den Kurs einbrechen ließ. Das Unternehmen brachte den Eigentümern sowohl auf Fünf-Jahres-Sicht (-91 Prozent), also auch in der dreijährigen (- 78,38 Prozent) und einjährigen Betrachtung ( -70,97 Prozent) wenig Freude.

Singulus Technologies

WKN
ISIN
Börse

Chart von Singulus Technologies
Singulus Technologies
2 von 11

Der zweite Platz auf der Kapitalvernichterliste geht an den Maschinenbauer Singulus Technologies. Die Gesellschaft ist schon ein alter Bekannter in der Watchlist. Nach Platz 32 im Jahr 2014 und Platz 6 im vergangenen Jahr ging es jetzt noch weiter nach oben. Kursverlust in den vergangenen fünf Jahren; 93,39 Prozent.

11 88 0 SOLUTIONS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005118806
Börse
L&S

-0,03 -2,53%
+1,10€
Chart von 11 88 0 SOLUTIONS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Telegate
3 von 11

Die Telegate AG ist nach eigenen Angaben der zweigrößte Anbieter für Telefonauskunft und regionale Werbung. In den vergangenen Jahren lief das Geschäft schlecht: „Wir sind natürlich nicht zufrieden mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2015“, sagte Vorstandschef Christian Maar bei der Vorstellung der Bilanz für 2015. Um langfristig am Markt erfolgreich bestehen zu können, habe man im Herbst letzten Jahres den Reset-Knopf drücken müssen. Auf Fünf-Jahres-Sicht hat das Unternehmen mehr als 83 Prozent verloren.

TELES AG INFORMATIONSTECHNOL. INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007454902
Börse
L&S

-0,01 -4,10%
+0,23€
Chart von TELES AG INFORMATIONSTECHNOL. INHABER-AKTIEN O.N.
Teles
4 von 11

Die Teles AG ist Hersteller von Kommunikationslösungen. 2015 beschloss das Unternehmen eine grundlegende Umstrukturierung. Ein kontinuierlicher Umsatzrückgang mit unbefriedigender Stückzahlen habe tiefe Spuren hinterlassen, hieß es in einer Mitteilung. Kursverlust auf Fünf-Jahres-Sicht: 79,0 Prozent.

AIXTRON SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0WMPJ6
Börse
L&S

+0,25 +2,08%
+12,32€
Chart von AIXTRON SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Aixtron
5 von 11

Aixtron ist das einzige Unternehmen aus dem TecDax in den Top 10 der Kapitalvernichter. Die Kursverluste des Maschinenbauers aus Herzogenrath begründeten Börsianer die Kursverluste unter anderem mit der generell schlechten Stimmung im Technologiesektor. In den vergangenen fünf Jahren rutschte der Kurs um 85 Prozent ab. Bei Aixtron wirke außerdem der Wirbel um einen chinesischen Großauftrag im Dezember noch negativ nach, sagte ein Händler. Nach der Reduzierung auf nur noch drei von mehr als 50 Anlagen durch den chinesischen Leuchtdioden-Hersteller Sanan Optoelectronics hatte der Vorstand seine Jahresziele eingedampft. Börsianer hatten von einer Katastrophe für das Unternehmen gesprochen und die Aktien aus ihren Depots geworfen. Im Monat Dezember brachen Aixtron insgesamt um rund 45 Prozent ein.

RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007037129
Börse
L&S

-0,24 -1,34%
+17,67€
Chart von RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.
6. RWE
6 von 11

Der Energieversorger ist der einzige Dax-Wert, den die DSW in den Top Ten der Watchlist über die größten Kapitalvernichter führt. Die 2011 beschlossene Energiewende hat den Essener Konzern gehörig unter Druck gesetzt. Die Aktie verlor auf Fünf-Jahres-Sicht mehr als 76 Prozent an Wert. RWE-Chef Peter Terium hat auf das schwierige Marktumfeld reagiert. Wie sein Konkurrent Eon will er den Konzern aufspalten – in eine Sparte, die das konventionelle Geschäft mit Kraftwerken weiterbetreibt und eine Sparte mit dem Zukunftsgeschäft, den erneuerbaren Energien. Letztere will Terium künftig selbst führen.

YOC AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005932735
Börse
L&S

+0,61 +7,38%
+8,78€
Chart von YOC AG INHABER-AKTIEN O.N.
7. Yoc
7 von 11

Bei Yoc handelt es sich um ein Unternehmen, das sich auf Mobile Advertising spezialisiert hat. Dass das moderne Leben sich immer mehr vor dem Smartphone- oder Tablet-Bildschirm abspielt – und somit der Bedarf an mobiler Werbung steigt – hat dem Kurs des 2000 gegründeten Unternehmens offenbar gar nicht geholfen. Seit Anfang 2011 brach er nahezu völlig in sich zusammen, um 94 Prozent. Immerhin: Seit Anfang des Jahres stieg er um mehr als ein Viertel. Im ersten Quartal 2016 rechnen die Berliner mit einer Umsatzsteigerung von 20 Prozent.

Dies gab den Rohstoffwerten weltweit Auftrieb. Die Stahlhütten Thyssen-Krupp, Salzgitter, Nippon Steel aus Japan, Outokumpu aus Finnland und Voestalpine aus Österreich gewannen bis zu knapp sieben Prozent. Der Branchenprimus Arcelor Mittal legte 8,5 Prozent zu. Im Londoner Auswahlindex FTSE gehörten die Bergbaukonzerne Anglo American, Antofagasta, BHP Billiton, Glencore und Rio Tinto mit Kursgewinnen von bis zu 6,9 Prozent zu den Favoriten.

Die Einigung auf einen Rettungsfonds für die italienischen Banken half europäischen Finanzwerten auf die Beine. Société Générale, Unicredit und Deutsche Bank führten mit Kursgewinnen von sieben bis neun Prozent die Gewinnerliste im Euro Stoxx 50 an.

Auch die Aktien von JP Morgan stiegen um 4,6 Prozent. Die größte US-Bank hat im ersten Quartal die Krise der Ölfirmen und den schwachen Anleihenhandel zwar zu spüren bekommen. Der Nettogewinn ging deswegen um 6,7 Prozent auf 5,52 Milliarden Dollar zurück. Analysten hatten für die sechs größten US-Banken im Schnitt aber einen deutlich stärkeren Rückgang von 20 Prozent erwartet.

China lässt die Bullen los

China lässt die Bullen los

Der überraschende Abgang von Bilfinger-Chef Per Utnegaard nach nur elf Monaten im Amt sorgte bei Anlegern für Verunsicherung. Die Aktien des Bau- und Dienstleistungskonzerns drehten ins Minus und verloren bis zu 4,6 Prozent auf 36,55 Euro. Damit hielten sie im Nebenwerteindex MDax die rote Laterne. Börsianern zufolge ist der Abgang von Utnegaard ein schlechtes Zeichen für den Konzern. „Es sieht so aus, als ob er die Flinte so schnell ins Korn wirft, weil nichts mehr zu machen ist“, sagte ein Händler.

  • rtr
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