Börse Frankfurt: Dax knackt die nächste Hunderter-Marke

Börse Frankfurt
Dax knackt die nächste Hunderter-Marke

Lange Zeit pendelte der Dax am Freitag nur hin und her. Doch im späten Handel startet ein überraschende Rally. Keine 100 Punkte trennen den Leitindex nunmehr vom nächsten Meilenstein, der 12.000-Punkte-Marke.
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FrankfurtDer Dax ist derzeit einfach nicht vom Kurs abzubringen. Die Anleger scheinen sich die 12.000 Punkte fest vorgenommen zu haben. Vor allem seit dem nun knapp zwei Wochen laufenden Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank hat der Leitindex den Druck auf die nächste Tausendermarke kräftig erhöht. Gewinnmitnahmen konnten den Dax am Freitag nur phasenweise runterziehen. Über weite Strecken pendelnd setzte der Leitindex zu einer überraschenden Rally im Späthandel an und erreichte ein Rekordhoch bei 11.903 Punkten. Er schloss 0,9 Prozent fester bei 11.901 Punkten. Auf Wochensicht steht damit ein Plus von genau drei Prozent.

Langsam aber mehren sich die Zweifel, zumindest aber die Furcht vor eine kurzfristigen Korrektur. Nach einem solchen Anstieg ohne Rücksetzer ist die Frage nicht ob, sondern wann eine Konsolidierung bevorsteht. „Es braucht keine besonderen Fähigkeiten, um zu merken, dass der Dax sich in zu kurzer Zeit zu weit nach oben gewagt hat“, sagte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin „Index-Radar“. Noch seien es zwar nur wenige, die ab und zu Gewinne einstrichen, und das hohe Niveau zeige sich stabil, „doch die Uhr tickt“, warnte er.

Wie besonders sich die Situation zurzeit darstellt, davon zeugte der New Yorker Börsenhandel des Vortages. Amerikanische Wirtschaftsdaten waren hinter den Erwartungen zurückgeblieben und die Börsianer feierten nicht dennoch sondern gerade deswegen. Ihr Kalkül: Leichte konjunkturelle Rückschläge sorgen dafür, dass Fed-Chefin Janet Yellen die Zinswende weiter abwarten wird. Und somit der wichtigste Treibstoff dieser seit nunmehr sechs Jahren andauernden Hausse, das billige Notenbankgeld, weiter erhalten bleibt.

Um die Ökonomie nicht außer Tritt zu bringen müssen die obersten Notenbanker in Washington ohnehin tunlichst darauf aufpassen, die Leitzinsen nicht zu abrupt zu erhöhen. Beweis dafür, wie sensibel die Börsen reagieren, sind die plötzlichen Abstürze nach starken US-Arbeitsmarktdaten, wie sie zum Beispiel Ende Februar zu sehen waren. Doch langsam gehen der Janet Yellen, Präsidentin der Federal Reserve, die Argumente für ein weiteres Niedrighalten der Zinsen aus. Der US-Arbeitsmarkt nähert sich der Vollbeschäftigung und auch die Inflation weist keine deflationären Tendenzen auf breiter Front auf, wie es im Euroraum der Fall ist. Die Märkte rechnen derzeit mit einer ersten Zinserhöhung frühestens zum dritten Quartal.

Während die Geldpolitiker in den USA die Zügel auf mittlere Sicht wieder anziehen, setzen die Europäischen Zentralbanker zum Galopp an. Die Zinsen bleiben nahe Null, hinzu kommt das massive Anleihekaufprogramm. Mit einem monatlichen Volumen von 60 Milliarden Euro soll die derzeitige Nullinflation endlich auf den Zielwert von knapp unter zwei Prozent hieven. Zudem soll mit dem frischen Geld die Wirtschaft wieder auf Trab gebracht werden. Doch die starken Auswirkungen des noch jungen Programms überraschen auch die Experten.

So scheint das Groß der Expertenprognosen für 2015 schon im Frühjahr überholt. Grund genug, den Ausblick zu korrigieren: „Der Dax dürfte daher per Jahresende über unserem aktuell errechneten fairen Wert von 11.100 Punkten notieren, wir halten nun 12.500 Punkte für wahrscheinlich“, stellten die Analysten der DZ Bank fest. Damit wäre der Dax der DZ Bank zufolge mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 2,6 bewertet, ähnlich hoch wie im Sommer 2007, vor der letzten Rezession.

Während der große Bruder am Freitag nur auf der Stelle trat legten die Nebenwerte mutiger zu. Der MDax rückte 0,8 Prozent vor auf 20.840 Punkte, die Tech-Titel des TecDax schlossen 0,8 Prozent fester bei 1655 Zählern. In New York sorgten Spekulationen vor der Fed-Sitzung in der nächsten Woche für große Abschläge. Der Dow-Jones-Index verlor zum Frankfurter Börsenschluss ein Prozent und kam 17.710 Stellen.

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  • Manchmal sind ja direkt gut......

  • @erol
    Wie immer machen Sie einen Faktencheck.
    Schauen Sie sich die Dollar / DM bzw. Dollar / Euro Kurs an-
    Langfristig pendeln die um sich selbst, plus minus 50 %.
    Die Dollar Euro bzw. umgerechnet DM Parität gab es inden letzten 30 Jahren sage und schreibe 10 mal!
    Der Euro stand schon bei 0,75 Dollar.
    So wie sich die Medien anstecken lassen vom Aktiengehype sollten Sie sich nicht von Untergangszenarien beeindrucken lassen.
    Vor 5 Jahren haben einige Spezialisten das Ende des "überflüssigen" Dollars postuliert!
    Erfolgreiche Wirtschaften haben gegenseitige Stärke und Schwächsphasen. Das ist normal und keineswegs was Besonderes!!!

    Lassen Sie Emotionen aus dem Spiel: Das ist bullshit und jeder steht sich dann selbst im Weg!

  • FUTURE NACHBÖRSLICH 11.955.50....und gerade überall Schnäppchen ohne Risiko...das wird ein Montag.....ein Desaster für Kleinanleger...wieder mal Puts gekauft ...wie heute....die hatten ihren Freitag den 13.

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